AT: Großes Interesse an „Uroonkologie“

Ein neuer Besucherrekord konnte beim 3. LEBENS.MEDizinischen Kongress für Ärzte im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach verzeichnet werden.

(C) Lebens.Med Zentrum Bad Erlach

Bad Erlach (OTS) – Der Schwerpunkt „Uroonkologie“ stand heuer im Mittelpunkt der Vorträge beim 3. LEBENS.MEDizinischen Kongress im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach. Über 80 interessierte Mediziner aus Niederösterreich und den umliegenden Bundesländern folgten der Einladung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger (Ärztlicher und Wissenschaftlicher Leiter der Abteilung Onkologischen Rehabilitation im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach) und nahmen an den praxisnahen Vorträgen über die neuesten Erkenntnisse aus diesem Bereich teil.

Die Verbesserung der Lebenserwartung und die Fortschritte der modernen Medizin führen zu einer Zunahme an Menschen, die nach oder mit einer Krebserkrankung leben. Das Prostatakarzinom ist der derzeit beim Mann am häufigsten diagnostizierte maligne Tumor. Die Betroffenen stehen vor neuen Herausforderungen, denen sich die Experten beim 3. LEBENS.MEDizinischen Kongress widmeten.

Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie, Prim. Univ.-Doz. Dr. Michael Rauchenwald (Vorstand Abteilung für Urologie und Andrologie, Sozialmedizinisches Zentrum Ost – Donauspital), eröffnete den Kongresstag mit einem Einblick in die Behandlung des Prostatakarzinoms und stellte dabei die aktuellen Richtlinien und Guidelines vor: „25 Prozent aller Karzinome beim Mann sind urologisch.“ Rauchenwald stellte die therapeutischen Optionen vor und ging auch auf die Faktoren der Entscheidungsfindung ein: „Die Entscheidung ist evidenzbasiert und vom Wunsch und der Einstellung des Patienten abhängig. Sie muss immer gemeinsam mit dem Betroffenen und den Angehörigen getroffen werden.“

Aufgrund der wachsenden medizinischen, sozialen und ökonomischen Bedeutung des Prostatakarzinoms wird die Integration der onkologischen Rehabilitation in ein uroonkologisches Gesamtkonzept immer wichtiger. Dies zeigte Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger (Ärztlicher Leiter der Abteilung Onkologische Rehabilitation, Lebens.Med Zentrum Bad Erlach) in seinem Vortrag: „Mit der uroonkologischen Rehabilitation können Distress, Depressivität und Ängstlichkeit reduziert werden, die Lebensqualität und der körperliche Status verbessert und die Erfolge aus der Akutbehandlung unterstützt. So ist eine Reintegration in den beruflichen und sozialen Alltag wieder möglich.“

Henriette Walter: „Männer finden in der Handlung die Lösung“

Praktische Tipps zur Kommunikation und den Umgang mit uroonkologischen Patienten gab es von Univ.-Prof. Dr. Henriette Walter (Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, AKH Wien). Sie empfahl den Zuhörern klare Aussagen zu tätigen und klare Handlungsanleitungen zu geben: „Männer finden in der Handlung die Lösung.“

Prim. Dr. Gottfried Pfleger (Vorstand der Abteilung Urologie, A.ö. Krankenhaus Oberwart) referierte über „Postoperative Inkontinenz“ und ging dabei auf die Risikofaktoren bei urologischen Eingriffen ein. Er stellte dabei ganz klar fest: „Wir Urologen sind immer im Spannungsfeld zwischen Tumorkontrolle und Funktionserhalt.“ Dem pflichtete auch Prim. Dr. Wolfgang Loidl (Vorstand der Abteilung Urologie, Ordensklinikum Linz) bei und ergänzte in seinem Vortrag zum Thema „Wenn nichts mehr geht – Erektile Dysfunktion nach uroonkologischen Therapien“: „Die entscheidenden Schritte bei der Behandlung von uroonkologischen Patienten sind eine präoperative Aufklärung des Betroffenen, ein postoperativer Stufenplan, die Integration in ein Rehabilitationsprogramm und eine psychologische Unterstützung.“
Einem großen Tabuthema näherte sich Univ.-Ass. Dr. Lucia Ucsnik (Universitätsklinik für Chirurgie, AKH Wien) bei ihrem Thema „Sexualität und Intimität bei Krebserkrankungen“. Sie machte die anwesenden Ärzte darauf aufmerksam, dass die sexuelle Gesundheit ein essentieller Bestandteil von Heilung, Reintegration, Behandlung und Pflege ist: „Das Thema Sexualität ist ebenso Teil des Supportive Care, genauso wie Schmerz oder Übelkeit.“ Über die Wirksamkeit und den Aufbau von prä- und postoperativem Beckenbodentraining sprach Mag. Béatrice Drach-Schauer, MPH und zeigte dies auch an praktischen Beispielen. Einen spannenden Einblick in die Ionentherapie bei MedAustron in Wiener Neustadt gewährte Univ.-Doz. Dr. Ulrike Mock (MedAustron) und präsentierte damit eine neue Therapiechance in der Urologie.

Die stellvertretende ärztliche Leiterin der Abteilung Onkologische Rehabilitation im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach, Priv.-Doz. Dr. Marlene Troch, ging in ihrem Vortrag der Frage „Was bewirkt die medizinische Trainingstherapie tatsächlich bei uroonkologischen Patienten?“ nach. Sie zeigte auf, dass es neben einer Reihe an günstigen Wirkungen auch die Verbesserung der Libido und erektilen Dysfunktion und die Stärkung der mentalen Gesundheit bringt, sowie Studien auf eine Senkung der Mortalität und Hemmung des Tumorwachstums hinweisen.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger freute sich über das große Interesse am 3. LEBENS.MEDizinischen Kongress und dem Thema „Uroonkologie“. Er resümierte: „Die durchgehend spannenden Vorträge haben unter anderem gezeigt, dass die uroonkologische Nachbehandlung und Rehabilitation eine ideale Ergänzung zur Behandlung im Akutspital sind. Die Operationen und Therapieerfolge der Urologen werden dadurch nachhaltig unterstützt.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen