AT: Grandioser Klagenfurter Pflegeimpuls-Kongress setzt neue Maßstäbe

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Am 7. Oktober war es soweit: Der erste Klagenfurter Pflegeimpuls-Kongress öffnete in der Messearena Klagenfurt seine Tore für die Pflegewelt. Obwohl es kaum Bewerbung gab, war diese Veranstaltung komplett ausverkauft. Frau Mag.a Simone Stenitzer (B44) präsentierte hier ein absolut neues Level auf dem Pflegekongresssektor, welches sich nicht nur national absolut sehen lassen kann. Kooperationspartner war hierbei kein Geringerer als die Carinthian Nurse Directors Association (CANDA).

Doch nicht nur die Veranstalterin und ihre Speaker*innen präsentierten sich in Höchstleistung, sondern auch die Energie der anwesenden Pflegepersonen sucht im Veranstaltungsbereich seinesgleichen. Schon kurz nach dem Intro der Veranstaltung spürte man in jeder Ecke der Halle die Kraft des Publikums, die gemeinsam mit den Präsentationen mitriss. Nach einer kurzen Eröffnungsrede wurde die Bühne für die Speaker*innen freigegeben.

Gerade Menschen in sozialen, anstrengenden Berufen sind durch ihren Einsatz burnoutgefährdet. Doch was bedeutet das wirklich? Wo sind die Grenzen und was kann man dagegen tun? Diese Fragen beantwortete Prim.a Dr.in Christa Radoš, Vorsitzende der Ethik Kommission in Kärnten und Präsidentin und Past President der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP). Mit ihrer Keynote „Wann kann Belastung krank machen?“ führte sie das Publikum ins Wissensreich der Psychotherapie. Hierbei blieben Fragen wie „Gibt es wirklich eine Work-Life-Balance?“ und „Was ist der Unterschied zwischen einem Burnout und dem Burnout-Syndrom?“ nicht unbeantwortet. Kurzweilig und interessant gingen die 45 Minuten Bühnenpräsenz sehr schnell zu Ende.

Der erste demographische Einblick des Tages wurde dem Publikum durch Mag.a Karin Kersche MA mit ihrer Keynote „Personalentwicklung in Zeiten des Umbruchs“ näher gebracht. Doch nicht nur der demographische Wandel, sondern auch die anderen Herausforderungen für Health Professionals blieben hierbei nicht unerwähnt. Schnell wurde den Zuhörer*innen klar: Es braucht entsprechende Strategien in der Personalentwicklung, um der Zukunft gerecht zu werden. Hierbei zeigte sich, dass es zusätzlich neue wirksame Messinstrumente benötigt, um schnell reagieren zu können. Die Personalentwicklung im Gesundheitswesen muss neue Strategien implementieren, um die gesamte Situation zu meistern. Informativ, professionell und wertfrei zeigte Mag.a Karin Kersche MA, was es dafür alles braucht.

Nach einer kurzen Kaffeepause kam es dann zu einer Mischung aus satirischem Kabarett und berufspolitischen Inhalten. Markus Golla BScN MScN zeigte mit seinem Programmpunkt die derzeitige Situation in der österreichischen Pflegelandschaft. „Wer wird uns in Zukunft pflegen?“ zeigte auf gnadenlose Weise die Fehler des Gesundheitswesen auf, ohne sich ein Blatt vor dem Mund zu nehmen. Dabei wurde weder halt vor der demografischen Entwicklung, dem Personalstand im Gesundheitswesen, der Pflegereform oder der eigenen Berufsgruppe gemacht.

„Pflegekräfte aus Drittländern als Lösung für den Fachkräftemangel Europas“ ließ alle Teilnehmer*innen in die Erlebenswelt einer indischen Pflegefachkraft blicken. Joby Antoney MSW zeigte die Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen auf, die eine ausländische Pflegekraft hat. Ein herzliches Video erzählte von dieser spannenden Reise, die mit besonders viel Herzlichkeit aufgenommen wurde. Hierbei wurde immer wieder auf Kerala, die indische Hauptausbildungstelle für Pflegefachkräfte in Indien hingewiesen. Interessierte konnten sich in der Pause an einem eigenen Informationsstand über das Thema noch weiter informieren.

Eine Pause folgte. Vortragende, Pflegedirektor*innen und alle Teilnehmer*innen gesellten sich in der großen Halle zum gemeinsamen Mittagessen. Es wurde lachend diskutiert, gegessen und mit viel Freude auf den Nachmittag geblickt. Die gute Stimmung ließ keinen Platz für ein Suppenkoma und schon nach kurzer Zeit saßen alle Personen wieder im Hauptsaal, um auf weitere Vorträge zu warten.

In den letzten Monaten hat sich sehr viel im aktuellen Gesundheitsrecht getan. Ein wichtiger Grund einen Rechtsanwalt aufs Podium zu holen. DDr. Reinhard Gruber zeigte die Neuerungen aus dem Berufsrecht, Erwachsenenschutzgesetz und den gerichtlichen Bescheiden, die alle im RIS zu finden sind. Große Themen in diesem Bereich waren natürlich der Einsatz der Pflegefachassistenz und wie man die Basisversorgung noch unterstützen kann. Die derzeitigen Evaluierungen, welche aktuell durch die Gesundheit Österreich GmbH erfolgt, wurde entsprechend dargestellt und zu guter Letzt wurden einige Gerichtsurteile zu Fragestellungen aus dem Gesundheitswesen aufbereitet.

Ernährung und Pflegepersonal sind durch die stressigen Dienste nicht immer in Einklang zu bringen. Dies fördert aber nicht wirklich die Gesundheit der Personen. In einem hervorragenden Beitrag von Caroline Burgstaller MSc BSc wurde auf die Wichtigkeit dieses Themas hingewiesen. Nach einer kurzen Einleitung folgten entsprechende Tipps zum „Gesunden Lifestyle“ durch Ernährung. Lebhafte Geschichten aus dem Alltag verdeutlichten, wie wichtig es ist, sich gesund zu ernähren. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Nahrungsmittel „Haferflocken“ in anderen Vorträgen verarbeitet. Ein absolut positives Zeichen, dass auch andere Vortragende durchgehend aufmerksam zuhörten.

Die positive Stimmung wurde durch die Keynote von Mag.a Kristina Waltritsch gleich weitergeführt. „HAPPY WORK MATTERS“ führte alle Anwesenden auf eine gemeinsame Entdeckungsreise ins Reich des positiven Denkens. Salutogenese, die Förderung der Resilienz und tolle Übungen für einen positiven Lebensweg wurden in kürzester Präsentationszeit untergebracht. „Mit OSM® und PERMA-Modell beruflich durchstarten und aufblühen“ war nicht nur Untertitel des Vortrags, sondern essenzieller Inhalt der in eine angenehme Erlebenswelt führte. Die Freude und energetische Stimmung, die durch die Vortragende verbreitet wurde, war auch bis in die hintersten Reihen zu spüren.

Bei den meisten Pflegekongressen ist der letzte Vortragende oft der Leidtragende der Veranstaltung. Bei vielen Events sind die Örtlichkeiten oftmals gegen Ende halb leer und alle Anwesenden müde. Doch nicht in Klagenfurt. Auch der letzte Vortragende wurde freudig empfangen. Diese Mischung aus Kärntner Publikum und dem großartigen Mag. Robert Seeger ließ noch einmal den Boden Klagenfurts beben. Durch die humorvolle Präsentation folgte ein Lacher dem nächsten.  „Social Media als Pflegeinstrument – Warum brauchen Pflegekräfte gerade heute Social Media Kompetenz?“ war mit Abstand der krönendste Abschluss, den man in den letzten Jahren auf Pflegeevents erleben durfte. Eine Reise durch die eigene Jugend, dem Social Media Bereich und einer Präsentation der nächsten Generationen erfreute nicht nur das Herz, sondern regte auch zum Nachdenken an. Besser kann ein Pflegekongress nicht enden.

Abschließend möchten wir noch anmerken, dass es absolut einzigartig war, wie alle Vortragenden mit eigenem Video angekündigt wurden und wie wunderbar das Publikum jede/n einzelne/n Speaker*in begrüßte. Jede Bühnenpräsenz wurde eingeklatscht und die Energie des Publikums ist kaum in Worte zu fassen.

Zum Abschluss gab es noch ein Come Together inklusive der musikalischen Untermalung durch einen örtlichen DJ. Bei einem Abschlussgetränk erfreute man sich über diesen gelungenen Tag und diskutierte den Folgeevent im Jahr 2022. Bei dieser großartigen Darbietung und Planung von Mag.a Simone Stenitzer kann man nur hoffen, eine Teilnehmer*innen-Karte für das Jahr 2022 zu ergattern, denn eines ist gewiss: 2022 wird die Eventmanagerin mit Sicherheit die Messlatte noch höher legen.

Über Markus Golla 10208 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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