AT: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Was genau versteckt sich hinter diesen Worten und wie kam es dazu, dass sich eine sehr motivierte und engagierte Initiative in der Gesundheits- & Krankenpflege entwickelte?

Ursprung war die Besoldungsreform der Stadt Wien, in Kooperation der Gewerkschaft Younion, die seit dem 1.1.2018 in Kraft getreten ist. Seit diesem Datum gibt es versprochene höhere Einstiegsgehälter, bei einer flacheren Lohnkurve. Leider gilt dies nur für neue MitarbeiterInnen, die mit dem oben genannten Stichtag eingetreten sind. Die Lebensverdienstsumme sollte ungefähr gleich bleiben, jedoch wurden einige Berufsgruppen finanziell deutlich aufgewertet, um erweiterte Kompetenzen und Aufgabenbereiche monetär abzugelten. Folglich ergab sich, dass neue MitarbeiterInnen der Stadt Wien in der Pflege zw. 100.000-200.000 Euro Brutto höhere Lebensverdienstsummen erreichen, als systemerhaltende, langdienende MitarbeiterInnen. (siehe https://kurier.at/chronik/wien/aufstand-des-kav-personals-gegen-das-neue-gehaltsschema/400414559 )

Die angekündigte Phase 2 der Gewerkschaft, mit 39 Millionen mehr für Altbedienstete, gleicht diese Differenz nicht annähernd aus! Bei den klinischen PsychologInnen fällt der Unterschied noch drastischer aus und neu eingestellte verdienen um über 100% mehr, als langjährig arbeitende KollegInnen! Eine Ungleichheit, die es sonst nirgendwo gibt!

FAIRNESS, DIRSKRMINIERUNGSFREIHEIT und TRANSPARENZ sollte die Reform bringen und sind die Schlagworte in der Präambel im neuen Wiener Bediensteten Gesetz.

FRUST, BENACHTEILIGUNG und UNMUT brachte sie stattdessen für viele ProfessionistInnen der Stadt Wien!

Wir fordern eine sofortige ÄNDERUNG des WIENER BEDIENSTETENGESETZESES durch den Gemeinderat, um einen Wechsel (=Optierung) in die Besoldung NEU zu ermöglichen!

Wir fordern faire, vergleichbare Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, rechtzeitige Nachbesetzung und öffentliche Ausschreibung von freien Dienstposten, mehr Wertschätzung und Transparenz von Seiten des Dienstgebers und unserer Gewerkschaft.

Wir brauchen Menschen, die gerne zur Arbeit gehen und sie gut und gerne machen! Das öffentliche Gesundheitssystem darf nicht totgespart werden, sondern muss bei einer wachsenden und immer älter werdenden Bevölkerung mehr finanzielle Ressourcen bekommen.

Wir wollen gegenüber neuen MitarbeiterInnen keine Neiddebatte schüren, denn sie verdienen sich jeden Euro genau so hart wie jeder andere, sondern faire und vergleichbare Löhne sowie Dienstverträge, für alle Bediensteten der Stadt Wien. Erfahrenen Pflegepersonen, welche die tragenden Säulen des Gesundheitswesens sind, dürfen nicht für dumm verkauft werden!

Vergangene Aktionen der Initiative „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ (Eine Onlinepetition für „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ mit über 5.500 Unterschriften, sowie die Unterstützung der Petition für den Wiener Petitionsausschuss, von Personalvertreter Heinrich Schneider („Wir fürs Wiener Spitalswesen – Optiermöglichkeit in das neue Besoldungssystem für alle MitarbeiterInnen des KAV“ erbrachte in kurzer Zeit über 10.500 physische Unterschriften! https://kurier.at/chronik/wien/stadt-wien-10500-unterschriften-fuer-reform-der-gehaltsreform/400450120) Der Tag der offenen Tür – KH Nord-, sowie 1.Mai Flashmob) haben bewiesen, dass die Pflege nicht länger still alles hinnehmen wird, sondern sich aktiv und integrativ an neuen Wegen beteiligen wird.

Wir bieten politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern in Wien die Gesprächsbereitschaft an und haben bereits sehr wertschätzende Gespräche geführt. Nichts desto trotz, werden wir weiter für unsere Forderungen laut sein:

  1. Sofortige Optierungsmöglichkeit ins neue Dienst und Besoldungsrecht schaffen (inklusive einer individuellen Beratung über Vor-& Nachteilen).
  2. Berücksichtigung von Vordienstzeiten, Sonder- & Zusatzausbildungen. (z.B.: Wundmanagement, Praxisanleitung, etc.)
  3. Den Zulagendschungel auch bei den alten Verträgen in das Grundgehalt integrieren und 14x ausbezahlen.
  4. Mitnahme oder Ausbezahlung der Abfertigung ALT bei der Optierung.
  5. Ausgleichszahlungen für Beamte und Mitarbeiterinnen, bei denen sich ein Wechsel in das neue System nicht mehr auszahlt.
  6. Altersteilzeit mit Lohnausgleich.

Unsere nächste Kundgebung wird eine Demonstration am 7.Mai 2019 um 16Uhr beginnend im Sigmund – Freud Park (vor der Votivkirche) sein.

Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen im Krankenanstaltenverbund, die Gewerkschaft, Freunde, Familien und Angehörige sowie auch die Wienerinnen und Wiener dazu auf, sich solidarisch zu zeigen und mit uns gegen Einsparmaßnahmen, Personalnotstand und für eine faire Besoldung ein Zeichen zu setzen.

Für weitere Informationen über unsere Initiative, folge uns auf facebook unter „gleicherLohnfürgleicheArbeit“.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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