AT: Gewerkschaft vida: Weichen für Pflege der Zukunft schon heute stellen

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vida-Steinkellner: „Nur entsprechende Rahmenbedingungen sichern Pflege und Betreuung auf hohem Niveau“

Wien (OTS/ÖGB) – „Das ist die Marschrichtung, die wir brauchen, um das Pflegesystem für die Zukunft abzusichern“, kommentiert der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Willibald Steinkellner, das heute von der SPÖ vorgelegte Pflege-Konzept. „Was wir dringend brauchen sind verbesserte Rahmenbedingungen. Nur so können wir die hohen Qualitätsstandards auch für künftige Generationen wahren“, so der vida-Gewerkschafter.

Finanzierung durch Vermögenssteuern 

„Auch für mich steht außer Zweifel, dass nicht die Brieftasche über die Qualität der Pflegeleistungen entscheiden darf. Pflege muss solidarisch abgedeckt und durch Vermögenssteuern mitfinanziert werden“, fordert der vida-Gewerkschafter. Mit Hilfe dieser angepeilten Steuer könnten Angehörige massiv entlastet werden. Darüber hinaus müssten weitere Erleichterungen für pflegende Angehörige kommen, so Steinkellner: „Was es zusätzlich dringend braucht, sind ein gesetzlicher Anspruch auf Pflegekarenz und bessere finanzielle Absicherung!“

Belastungen für Beschäftigte reduzieren

Steinkellner begrüßt, dass das SPÖ-Konzept vorsieht, jährlich Millionen in die Aus- und Weiterbildung von Pflegekräften zu investieren. Zudem sollen bis 2022 pro Jahr zusätzlich 1.000 Stellen im Pflegebereich geschaffen werden. „Ein wichtiger Schritt“, laut Steinkellner, „um die chronische Unterbesetzung und ständige Überlastung des Personals abzufedern. Wir fordern zudem, dass in Zukunft einheitliche Pflegebedingungen im Pflegeschüssel für ganz Österreich gelten. Wir brauchen endlich eine bundesweit einheitliche Personalbedarfsberechnung, die keine Schummeleien zulässt.“ Allen Betreibern von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen müssten die Mindestanzahl und die Qualifikation der MitarbeiterInnen zwingend vorgeschrieben werden. So würden physische und psychische Belastungen sinken, die Beschäftigten würden gesünder und leistungsfähiger bleiben, ist Steinkellner überzeugt.

Gewappnet für die Zukunft

„Was die Beschäftigten im Pflegebereich in Zukunft brauchen, sind höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen“, stellt Steinkellner klar. „Der Pflegebedarf wird sich in den nächsten 35 Jahren fast verdoppeln. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der Pflegegeldbezieher von derzeit rund 450.000 auf fast 750.000 erhöhen. Der Bedarf an Pflegepersonen wird um zwei Drittel auf mehr als 100.000 Personen steigen. Damit wir uns diesen Herausforderungen erfolgreichen stellen können, müssen wir heute die richtigen politischen Weichen stellen“, schließt der vida-Gewerkschafter.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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