AT: Gesundheitsministerium: Nationales Impfgremium empfiehlt Auffrischungsimpfung ab 65 Jahren und für Risikopersonen

(C) Markus Golla

Noch keine allgemeine Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung

Das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt in seiner aktualisierten Anwendungsempfehlung eine Auffrischungsimpfung für Personen ab 65 Jahren sowie Risikopersonen jeden Alters. Eine allgemeine Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung haben die Expert:innen derzeit nicht ausgesprochen. Sie erwarten eine solche Empfehlung für den Herbst.

In der aktualisierten Anwendungsempfehlung wird eine Auffrischungsimpfung für “Personen ab 65 Jahren und Risikopersonen ab 12 Jahren mit Vorerkrankungen und/oder bei denen Umstände gegeben sind, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 bedingen können, oder bei denen ein kürzerer Impfschutz zu erwarten ist, eine Auffrischungsimpfung (4. Impfung)“ empfohlen. Die Impfung soll „frühestens 4 Monate, jedenfalls aber ab 6 Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung (3. Impfung) oder nach einer (PCR-bestätigten) Infektion” erfolgen.

Gesunden, immunkompetenten Personen von 12 bis 64 Jahren ist eine Auffrischungsimpfung derzeit “nicht allgemein empfohlen”, heißt es wörtlich in der Anwendungsempfehlung. Sofern diese Altersgruppe eine Grundimmunisierung (3 Impfungen) erhalten hat, “tendieren sie in der Regel nicht zu schweren Verlaufsformen mit stationären Aufenthalten”. Auf persönlichen Wunsch soll aber auch diesen Personen eine Auffrischungsimpfung nicht vorenthalten werden.

Eine allgemeine Empfehlung für die Auffrischungsimpfung wird von den Expert:innen für den Herbst erwartet. Zu diesem Zeitpunkt wird die Bundesregierung auch eine niederschwellige Impfkampagne in Betrieben, Vereinen, etc. starten. Alle Bürger:innen werden zudem wieder über die Auffrischungsimpfung per Brief informiert werden.

“Alle wissenschaftlichen Studien, alle Zahlen, Daten und Fakten zeigen: Die Impfung ist der beste Schutz gegen einen schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung. Sie ist unsere Chance, ein Leben mit COVID mit möglichst geringen Einschränkungen zu führen. Gemeinsam mit den Ländern sprechen wir jetzt besonders die Über-65-Jährigen an, um sie von einer Auffrischungsimpfung zu überzeugen”, so Gesundheitsminister Johannes Rauch.

Die Zulassung eines Variantenimpfstoffes soll ausdrücklich nicht abgewartet werden. “Personen, für welche die Impfung empfohlen ist, sollten dabei nicht auf zukünftige, ‘neue’ Varianten-Impfstoffe warten, sondern die Impfung entsprechend den Empfehlungen holen. Die derzeit verfügbaren Impfstoffe sind weiterhin hoch effektiv in der Vermeidung von Hospitalisierungen, Komplikationen und schweren Krankheitsverläufen”, hält das NIG in seiner aktualisierten Anwendungsempfehlung fest.

Kindern unter fünf Jahren empfiehlt das NIG nach wie vor keine Impfung. “In Österreich und der EU gibt es für Kinder unter 5 Jahren derzeit noch keinen EU-zugelassenen COVID-19 Impfstoff. Aus diesem Grund wird eine Impfung von Kindern unter 5 Jahren derzeit noch nicht empfohlen.”

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)