AT: Generation Z: Positiv durch die Krise

Young Professionals zwischen Chancen und Herausforderungen

(C) Asife

Wien (OTS) – Es ist eine große Herausforderung für junge Berufseinsteigende: Corona hat in vielen Unternehmen Jobs gekostet oder Einstellungsstopps bewirkt. Und doch lässt sich Österreichs Berufsnachwuchs nicht unterkriegen, zeigt eine aktuelle Befragung der Jobplattform StepStone Österreich: Rund zwei Drittel (64%) von ihnen blicken in Punkto Job sehr oder eher positiv in die Zukunft.

Mittelständische Unternehmen besonders beliebt

Für ein weiteres Drittel (35%) hat die Covid-19-Krise die beruflichen Pläne nicht weiter verändert, ein Zehntel (10%) erwartet sogar verbesserte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Besonders beliebt bei Absolventen und Berufseinsteigenden sind übrigens mittelständische Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitenden: Ein Fünftel des Panels (20%) möchte hier am liebsten einsteigen.

„Damit unterscheiden sich die Präferenzen deutlich zu jenen vor der Corona-Krise“, kommentiert StepStone-Studienleiterin Barbara Oberrauter-Zabransky. „Wo internationale Großkonzerne an Attraktivität verloren haben, punkten heimische KMU jetzt mit Regionalität und langfristigen Perspektiven.“

Gutes Gehalt wichtiger als sicherer Job

Auch die sichere Anstellung scheint an Glanz verloren zu haben: War sie vor der Krise noch 53% aller Nachwuchstalente wichtig, suchen diese jetzt gute Verdienstchancen (62%), eine sinnvolle Tätigkeit (58%) und eine ausgewogene Work Life-Balance (57%). Weniger relevant sind hingegen gute wirtschaftliche Unternehmensperspektiven (28%) und digitale Zusammenarbeit (21%).

„Die Krise hat vor allem junge Leute eines gelehrt: Sicherheit gibt es nicht“, so Oberrauter-Zabransky. „Wenn auch große Unternehmen immer mehr Stellen abbauen, verlässt man sich auf sich selbst – und versucht, sich mit einem guten Gehalt ein finanzielles Polster zu schaffen.“

Bei einigen wackelt der Berufseinstieg

Angesichts der Krise ist der Wunsch nach finanzieller Sicherheit nur allzu verständlich: So geben rund 29% der Studienteilnehmenden an, wegen Corona schwerer einen neuen Job zu finden. Für ein weiteres Viertel (26%) wird sich der Berufseinstieg verzögern, bei 20% wackelt auch der geplante Termin für den Studienabschluss. „Berufseinsteiger und jüngere Menschen sind besonders von der Corona-Krise betroffen“, bestätigt Gehaltsexperte Conrad Pramböck im Gespräch mit StepStone. „Mitarbeiter mit geringerer Qualifikation und wenigen Jahren Berufserfahrung zählten zu den ersten, die in der Krise gekündigt wurden.“

Der Tipp des Gehalts- und Karriereexperten: „Der beste Weg, um bald wieder ins Berufsleben einsteigen zu können, führt über das berufliche Netzwerk und aktives Bewerben. Wer passiv zu Hause sitzt und wartet, bis ein neuer Job daherkommt, wartet vermutlich endlos. Aktivität, Kreativität und Flexibilität sind nun von der jungen Generation gefordert“, sagt Pramböck.

Digitale Kompetenzen als Chance auf dem Arbeitsmarkt

Punkten können Nachwuchstalente dabei vor allem mit starken digitalen Kompetenzen. Knapp zwei Drittel (62%) aller Befragten sind versiert im Umgang mit digitalen Quellen und Suchmaschinen, weitere 40% bilden sich laufend persönlich zu digitalen Entwicklungen und Tools weiter.

Immerhin ein Drittel (32%) bringt auch Kenntnisse in Software-Anwendungen und Programmiersprachen mit, ein Viertel (25%) ist auch fit in digitalem Design. „All das sind digitale Kompetenzen, die in Betrieben jetzt mehr denn je gebraucht werden“, so Oberrauter-Zabransky. „Nachwuchstalente, die solche Kenntnisse mitbringen, haben auf dem Arbeitsmarkt weiterhin gute Chancen.“

Diese digitalen Kompetenzen bringen Nachwuchskräfte mit

  • Umgang mit digitalen Quellen und Suchmaschinen 62%
  • laufende persönliche Weiterbildung zu neuen digitalen Entwicklungen und Tools 40%
  • Datenschutz und Umgang mit digitalen persönlichen Daten 37%
  • Kenntnisse in Software-Anwendungen und Programmiersprachen 32%
  • Umgang mit digitalen Kollaborations- und Kommunikationstools 31%
  • Datenverarbeitung und Datenanalyse 28%
  • Digitales Design (Web, UX etc.) 25%
  • Verständnis von Urheberrechtsfragen, Lizenzen und Copyrights in der digitalen Welt 23%
  • Digitale Contentproduktion 22%
  • Troubleshooting bei digitalen Problemen 16%

Lesen Sie im nächsten Teil: In welchen Branchen Nachwuchskräfte die besten Jobchancen haben – und wie gut Praktika wirklich bezahlt werden.

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INFO: StepStone Österreich zählt zu den führenden Recruiting-Unternehmen Österreichs und führt laufend Studien zu den Themen Employer Branding, Recruiting und Personalmanagement durch. Für die vorliegende Studie wurden im Jänner und im September 2020 insgesamt rund 1.200 Studierende und Young Professionals in ganz Österreich befragt.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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