AT: Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen in Niederösterreich

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Landesrätin Königsberger-Ludwig informierte über Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten

St. Pölten (OTS) – Heute, 10. Dezember, findet der internationale Tag der Menschenrechte statt. Zugleich endet die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Aus diesem Anlass informierten heute Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Barbara Prettner, Sprecherin der niederösterreichischen Frauenhäuser, über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen bei einem Pressegespräch in St. Pölten.

„Während der Feiertage rund um Weihnachten kommt es in den Familien oft zu belastenden Situationen und manchmal ist leider Gewalt im Spiel. Auch der Lockdown ist eine besonders gefährliche Zeit für Frauen“, sagte die Landesrätin. „Frauenrechte sind Menschenrechte, jede Frau hat ein Recht auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben. Österreichweit gibt es heuer bereits 30 Frauenmorde“, hob sie hervor. „Wenn man in ein Frauenhaus geht, dann wurde bereits ein wichtiger Schritt aus einer Gewaltbeziehung gesetzt. In diesen Einrichtungen werden Frauen unterstützt, sie werden angenommen, wahrgenommen, ernst genommen und es wird mit den Frauen gearbeitet, damit sie ein gewaltfreies und eigenständiges Leben führen können“, betonte Königsberger-Ludwig.

Es sei wichtig, so die Landesrätin, mit den Frauenhäusern gemeinsam am Hilfs- und Beratungsangebot weiter zu arbeiten. „In einem ersten Schritt wurde ein Schutzmaßnahmenpaket im Ausmaß von 100.000 Euro für die sechs niederösterreichischen Frauenhäuser im Jahr 2020 zur Verfügung gestellt. Es wurden Fenstergitter angebracht und bessere Alarmanlagen installiert“, hielt Königsberger-Ludwig fest. Weiters würden sogenannte Hochrisiko-Frauen, die besonders gefährdet sind, nun in einem anderen Bundesland betreut, hob die Landesrätin hervor. Gemeinsam mit dem Bund seien dieses Pilotprojekt und dieses zusätzliche Angebot umgesetzt worden.

Es sei gelungen, die Sockelfinanzierung der Frauenhäuser auf neue Beine zu stellen und den Personalschlüssel bei den Einrichtungen zu verändern, „wodurch mehr Stunden für die Betreuung der Frauen und der Kinder zur Verfügung stehen“, sprach sie einen weiteren Aspekt an und betonte. „Ein wichtiges Ziel für die nächsten Jahre ist, ein Gewaltschutzgesetz in Niederösterreich zu beschließen“.

Barbara Prettner vom Frauenhaus in Neunkirchen meinte: „Die verbesserten Rahmenbedingungen sind ganz wesentlich für die Arbeit in den Frauenhäusern. Für die Zukunft wird die Öffentlichkeitsarbeit immer wichtiger, denn die Frauen müssen wissen, dass es Einrichtungen gibt, wo sie sich hinwenden können.“

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)