AT: Geheimtipp für Eltern: (Aus-)Gebildetes Leben für Jüngste mit Behinderung!

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Inklusion bedeutet die gleichberechtigte Teilnahme von allen Menschen an Bildung, Arbeitsmarkt und der Gesellschaft. Gerade die ersten Lebensjahre eines jungen Menschen sind dabei ausschlaggebend für die Zukunft. Über diese Tatsache sind sich sowohl Experten als auch die heimische Politik einig. Trotzdem ist die Realität häufig eine andere und die Suche nach einer passenden Ausbildungsstätte wird oft zum Spießrutenlauf. Beim Tag der offenen Türe am 25. Oktober möchte die Wiener Karl Schubert Schule Eltern von Betroffenen deshalb eine Anlaufstelle bieten.

Das Leben mit Behinderung hat zahlreiche Hürden und Herausforderungen, nicht nur für Betroffene, sondern auch für deren Angehörige, denn die Kinder und Jugendlichen brauchen spezielle Rahmenbedingungen, um ihr Potential bestmöglich entfalten zu können. Gerade die richtige Schulwahl hat dabei langfristige Auswirkungen und stellt Eltern von Betroffenen vor zahlreiche Überlegungen: Welche Möglichkeiten hat mein Kind? Wie erreichbar und vor allem zumutbar sind diese und wie sieht es bezüglich der Sinnhaftigkeit aus? Eine weitere Problematik ist das sogenannte „Schulsterben“, denn viele der vorhandenen Einrichtungen sind von zusätzlichen Spendengeldern abhängig.

Wenn die Schulwahl zur Herausforderung wird

Tatsächlich existiert für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Österreich eine – auch für betroffene Familien oft schwer überschaubare – Anzahl an Schul- und Facheinrichtungen. Oftmals dauert es mehrere Jahre, bis Eltern eine passende Einrichtung gefunden haben. Das weiß auch Martin P., Vater eines betroffenen Kindes: „Die Suche nach einer passenden Schule war für uns wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.“ Durch zahlreiche Recherchen stieß der junge Vater schließlich auf die Karl Schubert Schule im 23. Wiener Gemeindebezirk und verschaffte sich am Tag der offenen Türe einen ersten Eindruck von den dort angewandten Unterrichtsmethoden. „Bereits beim Tag der offenen Türe habe ich gesehen, dass die Schüler und Schülerinnen individuell gefördert und auf liebevolle Art und Weise auf das Berufsleben und die Herausforderungen im Leben vorbereitet werden. Wenn wir früher von dieser Schule erfahren hätten, dann hätten wir uns einiges an Zeit und Mühe gespart“, so Martin P.

Die Karl Schubert Schule als Vorzeige-Einrichtung

Bei der Wiener Ganztagsschule und ihrem für die Heilpädagogik modifizierten Waldorflehrplan steht vor allem die individuelle Förderung eines jeden Einzelnen im Vordergrund. Ein einzigartiger Mix aus klassischen Schulfächern und künstlerisch-therapeutischen Methoden soll Kinder und Jugendliche an einen selbstständigen Lebens- und Arbeitsalltag heranführen: „Für uns ist Inklusion nicht nur ein theoretisches Konzept. Unsere jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass sich Inklusion ganz einfach in die Praxis umsetzen lässt, sofern man die richtigen Methoden und Inhalte anwendet“, so Pädagoge Bernhard Hager. Von der 10. bis zur 12. Schulstufe werden deshalb individuelle Talente wie etwa handwerkliche Fähigkeiten oder das Spielen eines Instruments entsprechend gefördert, mit dem Ziel, die Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und somit auf ihrem Weg zur Selbständigkeit zu unterstützen. „Uns ist es ein besonderes Anliegen, den Menschen ganzheitlich zu sehen. Daher orientieren wir uns an der Waldorfpädagogik und dem Menschenbild Rudolf Steiners. Danach kann der geistige Wesenskern des Menschen niemals krank sein. Störungen, Behinderungen und Krankheiten treten im seelische – also im Denken, Fühlen und Wollen – und körperlichen Bereich auf. Wir möchten unseren seelenpflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen dabei helfen, ihre ganz besondere Lebensaufgabe zu meistern“, so Hager.  

Die richtige Förderung beginnt schon bei den Kleinsten

Neben der klassischen Ganztagesschule werden auch eine spezielle Frühförderung für Kinder ab dem 1. Lebensjahr sowie ein Kindergarten angeboten. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, sich am Tag der offenen Türe am 25. Oktober einen persönlichen Eindruck über die verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten zu verschaffen. Das abwechslungsreiche Programm reicht dabei von Schülerdarbietungen und einer Ausstellung bis hin zur Schulführung und zahlreichen Informationsmöglichkeiten für Interessierte.

Schauen Sie vorbei!

Wann?            Am Freitag, dem 25. Oktober, ab 9:00 Uhr

Wo?                Karl Schubert Schule

Kanitzgasse 1–3

1230 Wien

Oder besuchen Sie das Martinsfest. Auch hier können Gäste sich auf ein buntes Programm freuen (Bastelstuben, Verkauf von Schülerarbeiten, Martinsspiel, Laternenumzug – Ganslessen nach Vorbestellung 01/889 46 36 11)

Wann?            Am Samstag, dem 9. November, ab 12:00 Uhr

Wo?                Karl Schubert Schule

Über die Karl-Schubert-Schule

Als private Sonderschule ist die Karl Schubert Schule im 23. Bezirk Wiens eine Ganztagsschule mit einem für die Heilpädagogik modifiziertem Waldorflehrplan. Kinder und Jugendliche werden in Kleinstklassen von 4–8 SchülerInnen ihren besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechend unterrichtet. Der schulische Schwerpunkt liegt dabei auf einer lebenspraktischen, Selbstbewusstsein und Lebensfreude schaffenden Unterrichtweise mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen dabei helfen, ihre ganz besondere Lebensaufgabe zu meistern.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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