AT: Für digitale Bilder aus dem Gallengang

4. Januar 2019 | News Österreich | 0 Kommentare

Zum Jahreswechsel übergaben Vertreter des Förderkreises Onkologie der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan ein hochspezialisiertes Endoskop zur Visualisierung der Gallenwege. Das Krankenhaus St. Veit/Glan etabliert damit entsprechend seinem medizinischen Schwerpunkt in Kärnten das modernste System der direkten, digitalen Cholangioskopie (Gallengangsspiegelung). Damit kann eine noch gezieltere Therapie, statt alleiniger radiologischer Intervention, eingeleitet werden.

Krankenhaus St. Veit etabliert die digitale Cholangioskopie

Der Obmann M. Aicher des Förderkreis Onkologie übergab zum Jahreswechsel der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus St. Veit ein neues hochspezialisiertes Endoskop, das die sogenannte Cholangioskopie, eine Methode zur Visualisierung der Gallenwege ermgölicht. Dies war in der Vergangenheit nur sehr eingeschränkt bei reduzierter Bildqualität möglich.

„Es handelt sich dabei um eine innovative medizinische Dienstleistung, die sonst nur in wenigen Zentren möglich ist“, weiß Förderkreis Obmann M. Aicher.

„Ein besonderer Dank gilt dem Förderkreis Onkolgie, der den Geräteankauf ermöglicht hat. Wir freuen uns auf neue Untersuchungsmöglichkeiten im Krankenhaus St. Veit und die damit verbundene Verbesserung der medizinischen Qualität“, bedanken sich der Gesamtleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit und Geschäftsführer des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt, Mag. Michael Steiner, MAS, und der Medizinische Direktor Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Tschmelitsch beim Förderkreis für den großzügigen Beitrag des Förderkreises Onkologie in der Höhe von über 50.000 Euro.

Neuartiges Diagnostikverfahren

Mit dem High-tech-Gerät können gutartige Erkrankungen wie Steine oder Entzündungen von bösartigen Veränderungen wie Tumoren wesentlich besser erkannt und voneinander unterschieden werden.

Die Kamera liefert hochaufgelöste digitale Bilder. Damit sind auch kleine pathologische Veränderungen im Gangsystem gut zu erkennen, die bisher mitunter nicht zu erkennen waren“, erklärt Prim. Dr. Franz Siebert, Abteilungsvorstand und Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie-Hepatologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan. Dies prädestiniert das Instrument zum Einsatz bei Patienten, bei denen sich große Gallensteine im Gallengang eingeklemmt haben, die vor Entfernung zertrümmert werden müssen. Auch zur gezielten Diagnostik von Engstellen im Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengang wird es eingesetzt.

Perfekte Erweiterung des diagnostischen und therapeutischen Spektrums

Das SpyGlass weist zusätzlich zum Kamera-Schlauch einen kleinen Arbeitskanal auf. „Über diesen kleinen Arbeitskanal kann eine kleine Sondeeingeführt werden, mit der große Steine unter Sicht elektrohydraulisch zertrümmert und nachfolgend als kleine Fragmente aus dem Gang gezogen werden können. Auch eine winzige Zange kann eingeführt werden, mit der unter Sicht gezielt Gewebeproben aus Veränderungen wie Tumoren genommen werden können“, erklärt Siebert.

Gerät mit technischen Rafinessen

Das Spy-Glass selbst kann dabei im Gallengang in alle vier Richtungen bewegt werden, so dass eine gezielte Fokussierung auf pathologische Veränderungenmöglich ist. Dies ermöglicht eine genauere und verbesserte Diagnostik, eine schonendere Entfernung größerer Steine und reduziert erforderliche Zweiteingriffe.

Für die Abteilung für Innere Medizin stellt die direkte Cholangioskopie eine hervorragende Erweiterung des diagnostischen und therapeutischen Spektrums dar. Auch bei Tumorerkrankungen im Gallengang kann damit sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung gezielter vorgegangen werden, betont Prim. Dr. Franz Siebert. „Jetzt ist vielfach eine sofortige Diagnosesicherung, statt alleiniger radiologischer Intervention, mit eventuell gezielter Therapie möglich. So lassen sich die weiteren therapeutischen Schritte entscheidendbeeinflussen und die Qualität unserer Patientenversorgung weiter verbessern.“

Autor

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)