AT: Freude im Pflegehaus St. Katharina über den Österreichischen Demenzpreis

10. Oktober 2022 | Demenz, News Österreich, Pflegende Angehörige | 0 Kommentare

Rosemarie Fink: (C) BHS Pflege

Projekt Herzraumtreffen ermöglicht interdisziplinären Austausch

Bei der Betreuung von Menschen mit Demenz stehen Angehörige aber auch das Pflegepersonal vor vielen Herausforderungen. Mit dem Projekt Herzraumtreffen hat die Validationsexpertin Rosmarie Fink im Pflegehaus St. Katharina, einem Standort der Barmherzigen Schwestern Pflege GmbH, eine Plattform für interdisziplinären Austausch mit Fachinputs und Vernetzung geschaffen. Für dieses Projekt wurde dem Pflegehaus St. Katharina von der Kompetenzgruppe Demenz der Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) am 29. September 2022 der zweite Österreichische Demenzpreis verliehen.

Die steigende Lebenserwartung sowie die Zunahme an dementiellen Erkrankungen zeigt die Notwendigkeit einer intensiveren Auseinandersetzung mit Demenz. „Lösungsstrategien im Umgang bei Demenz sind zwar teilweise bekannt, jedoch fehlt oftmals der interdisziplinäre Austausch.“, erklärt Astrid Reiter, die Leiterin des Pflegehauses St. Katharina. Besonders für An- und Zugehörige gibt es bisher nur wenige Angebote, die einen Austausch mit Expertinnen und Experten ermöglichen. Mit dem Projekt Herzraumtreffen wird diese Lücke geschlossen.

Das Projekt Herzraumtreffen

Die Validationsexpertin Rosmarie Fink war ursprünglich in Klagenfurt (Kärnten, Österreich) in ein Austausch-Format mit Schüler*innen der SOB involviert, entwickelte diese Idee in Wien Mariahilf, im Pflegehaus St. Katharina zum interdisziplinären Netzwerktreffen weiter. Damit eröffnete sie An- und Zugehörigen von Personen mit Demenz, hauseigenen Berufsgruppen sowie auch externen Interessierten einen Zugang mit Fachinput rund um das Thema Demenz. Bei regelmäßigen Netzwerktreffen werden anhand von Fallbeispielen gemeinsame Lösungswege und Methoden diskutiert und von Pflegenden und Angehörigen mit Erfolg in die Praxis umgesetzt. Die teilnehmenden Personen tragen somit als Multiplikator zu einer liebevollen und professionellen Pflege von Menschen mit Demenz bei. Das Vorgehen der Validation nach Naomi Feil und dem demence-balance Modell von Barbara Klee-Reiter bilden beim Herzraumtreffen eine adäquate methodische Basis für die Kommunikation und Interaktion mit Menschen mit Demenz. „Neben der theoretischen Vermittlung ist es zudem Ziel unserer Treffen, Freude, Motivation und Gelassenheit für die Herausforderungen im Umgang mit Menschen mit Demenz zu erreichen. Bei den Herzraumtreffen teilen die Teilnehmer*innen ihre verschiedenen Perspektiven und es wird jedem Gefühl, von der Ratlosigkeit und Verzweiflung bis hin zu gelungenen, berührenden Erfahrungsberichten aus der Praxis, Platz eingeräumt.“, so Rosmarie Fink.

Der 2. Österreichische Demenzpreis

Die Österreichische Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) zeichnet mit dem 2. Österreichischen Demenzpreis bereits existierende, innovative und forschungsgeleitete Projekte aus, die die Lebensqualität von Menschen mit Demenz nachhaltig verbessern soll. „Dass wir für das Projekt Herzraumtreffen den zweiten österreichischen Demenzpreis verliehen bekommen haben, freut uns besonders. Dies zeigt uns, dass wir mit der Idee, den Austausch und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Bezugsgruppen zu verstärken, eine willkommene Richtung einschlagen haben. Neben der Unterstützung von Betroffenen und An- und Zugehörigen haben wir den beruflichen Alltag von Pflege- und Betreuungspersonen wesentlich verbessert.“, freut sich Rosmarie Fink.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)