AT: FPÖ – Ragger: „Pflegereform angehen – Pflegeberuf attraktiv gestalten!“

Der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Mag. Christian Ragger pocht auf Beendigung des Pflegenotstands: „Neben Corona beschäftigt gerade kein anderes sozialpolitisches Thema die Österreicher wie die Absicherung der Pflege. Und hier kündigt der grüne Minister Mückstein immer wieder eine Reform an, aber ohne auch nur einen Satz zu einem Konzept zu verlieren. Von den anderen Oppositionsparteien gibt es immerhin vernünftige Ideen, wo man anschließen kann. Die SPÖ und Rendi-Wagner haben erkannt, dass kein Weg an der Attraktivierung des Pflegeberufs und finanzieller Unterstützung während der Ausbildung vorbeiführt, vergessen aber auch, dass die Forderung nach ‚1G‘ und Impfpflicht im Pflegeberuf fast 40 Prozent der Österreicher vom Beruf direkt ausschließt. Wir müssen endlich die Schikanen in der Pflegeausbildung abstellen!“

„Bis 2030 werden bis zu 100.000 Pfleger benötigt, daher müssen wir mehr Menschen in die Ausbildung bekommen. Das kann über einen Lehrberuf erfolgen, wo wir bereits die 14-Jährigen abholen könnten – und wir müssen die Menschen in diesem Beruf auch halten. Es gibt eine hohe Abbrecherrate in der Pflegeausbildung, die nicht nur auf die schlechte und uneinheitliche finanzielle Unterstützung zurückzuführen ist. Pfleger leisten hochwertige Arbeit, erfahren aber kaum die gebührende Wertschätzung. Schon in der Ausbildung geraten gerade Quereinsteiger in die Armutsfalle. Wer sich entschließt, eine Pflegeausbildung zu machen, muss kostendeckend gefördert werden, wobei etwa Kinder besonders zu berücksichtigen sind. Daneben muss es im Beruf mehr Selbstständigkeit, niedrige Hierarchien und eine schlanke Organisation geben, das schafft Motivation und schont Ressourcen. Moderne Versuchsmodelle im In- und Ausland, die bereits jetzt Erfolge zeigen, sind hier Vorbild“, betonte Ragger.

„Seit langem beschäftigen wir uns intensiv mit den Auswirkungen der demographischen Entwicklung und arbeiten an einem Konzept, wie man einerseits der steigenden Zahl älterer Menschen, andererseits den Abgängen und Pensionierungen des Personals Herr werden kann. Zudem müssen Aspekte, wie Vermeidung von Vereinsamung und echte Wahlfreiheit mit Anreizen zur Pflege daheim, für die Pflegebedürftigen sowie die Schaffung eines interessanten und anspruchsvollen Berufsportfolios für die Pfleger gesetzt werden. Es braucht Anerkennung für den Pflegeberuf, Flexibilität, Selbstorganisation und Selbstverantwortung, einen gerechten Lohn und breite Einstiegsmöglichkeiten. Wir müssen daher nicht nur auf die Bedingungen in den Heimen achtgeben, sondern auch verstärkt uns auf freiberuflich tätige Pfleger fokussieren, die vor allem in der mobilen Pflege und für kurz- und mittelfristige Pflegeausfälle in der Familie gebraucht werden. Der Pflegeberuf muss nicht nur lukrativ werden, sondern soll auch Spaß und Freude bereiten. Nur so können wir junge Menschen für die Pflege begeistern“, sagte Ragger.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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