AT: Experte der Corona-Kommission berichtet von den Herausforderungen einer evidenzbasierten Entscheidungsunterstützung während der Pandemie

Universität UMIT TIROL: Erste Veranstaltung am Campus seit Oktober 2020

Prof.Dr. Herwig Ostermann

Erstmals seit Oktober 2020 findet in der Aula der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL am Freitag, den 11. Juni um 18.00 Uhr, wieder eine öffentliche Veranstaltung statt. Dazu konnte mit dem Tiroler a.o. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann ein Referent gewonnen werden, der seit Ausbruch der Pandemie als Experte in der Corona-Kommission des Bundes in die Entscheidungsfindung bei der Bekämpfung und Eindämmung der Pandemie mit eingebunden war. Herwig Ostermann, der Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), wird im Rahmen seines Vortrages „Pandemie – Syndemie – Infodemie. Von der Herausforderung einer evidenzgeleiteten Entscheidungsunterstützung“ anhand von anschaulichen Beispielen, die Herausforderungen für Entscheidungen während der Pandemie aus wissenschaftlicher Sicht illustrieren.

Der Vortrag „Pandemie – Syndemie – Infodemie. Von der Herausforderung einer evidenzgeleiteten Entscheidungsunterstützung“ findet am Freitag, den 11. Juni um 18.00 Uhr in der Aula der Universität UMIT TIROL, Eduard Wallnöfer-Zentrum 1 in 6060 Hall in Tirol statt. Die Teilnehmer am Vortrag müssen gemäß den Corona Bestimmungen genesen, geimpft oder getestet sein und die entsprechenden Sicherheits- und Hygienebestimmungen an der Universität UMIT TIROL einhalten. Zum Vortrag sind maximal 50 Personen zugelassen. Der Vortrag wird live via Facebookseite und Youtube-Kanal der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL gestreamt.

Für den Vortrag kann man sich unter rektorat@umit.at bzw. telefonisch unter 050 8648-3920 (Frau Bortolotti) anmelden.

Pandemie – Syndemie – Infodemie
Während der Pandemie war es allgemein gefordert und akzeptiert, dass wissenschaftlich basierte Studien wesentlich zur Entscheidungsunterstützung bei der Eindämmung der Pandemie beitragen. Allerdings waren die Wissenschaftler dabei mit einer ungewöhnlichen Situation konfrontiert: Einerseits war die Studienlage zu vielen Fragen oft sehr eingeschränkt, andererseits kamen die üblichen Formen der Evidenzsynthese und Qualitätssicherung auf Grund der Dringlichkeit des Pandemiemanagements kaum zum Einsatz. Zusätzlich entwickelte sich die Viruserkrankung auch zu einer sozio-ökonomischen Krise. Dieses Auftreten einer Krankheit gleichzeitig verbunden mit sozialen Problemen, die im Zusammenspiel der Gesundheit schaden, nennt man Syndemie. Damit mussten bei zu ergreifenden Maßnahmen neben den medizinischen und epidemiologischen Aspekten auch vielfach Fragen des breiteren gesellschaftlichen Kontextes berücksichtigt werden. Eine breite Einbindung und Partizipation möglichst vieler Lebensbereiche wurde erforderlich.  Durch den Überfluss an Informationen, die teilweise falsch und teilweise richtig waren, wurde es für die Menschen schwierig vertrauenswürdige Quellen und verlässliche Hilfestellungen zu finden. Damit bestand zusätzlich zum Gesundheitsproblem und zu dem sozialen Problem auch noch ein Nachrichtenproblem (Infodemie). Anhand von Beispielen wird a.o. Prof. Dr. Herwig Ostermann dieses besondere Zusammenspiel anschaulich aufzeigen.

Der gebürtige Tiroler a. o. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann ist seit 2016 Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Er ist aktuell als vom Bund entsandter Experte Mitglied der Corona-Kommission. Ostermann studierte in Innsbruck und Dublin Internationale Wirtschaftswissenschaften und absolvierte anschließend an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL in Hall in Tirol das Magister- und Doktoratsstudium der Gesundheitswissenschaften. 

Die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) ist das Forschungs- und Planungsinstitut für das Gesundheitswesen und die Kompetenz- und Förderstelle für Gesundheitsförderung in Österreich. Die GÖG schlagt Brücken zwischen Wissenschaft und Entscheidungsträgern. Damit ist die GÖG als nationales Public-Health-Institut „das Kompetenzzentrum“ für Bevölkerungsgesundheit, Gesundheitsförderung, Prävention, Versorgungsplanung und Qualität im Gesundheitswesen.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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