AT: Erfolgreicher Projektabschluss „Manuelle Lymphdrainage bei angeborenen Gefäßstörungen“!

Das Klippel-Trenaunay-Syndrom ist eine seltene angeborene Entwicklungsstörung der Gefäße. Eine der möglichen Behandlungsmethoden ist die manuelle Lymphdrainage. Margit Eidenberger vom Studiengang Physiotherapie ist spezialisiert auf diese Methode und konnte kürzlich eine entsprechende Einzelfallstudie in Kooperation mit dem LKH Steyr abschließen, die auch schon international publiziert wurde.

Das Klippel-Trenaunay-Syndrom ist eine seltene angeborene Entwicklungsstörung der Gefäße, die mit multiplen Gefäßmalformationen im arteriellen, venösen und lymphatischen Bereich einhergeht. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung gibt es zurzeit nur spärliche Evidenz zur Behandlung, diese zum Großteil in Form von Case Reports. Empfohlene Behandlungsmethoden umfassen symptomatische (Kompressionstherapie) und interventionelle Therapieverfahren (Sklerosierung der dilatierten Varizen). Manuelle Lymphdrainage aus dem Spektrum der Physiotherapie ist eine weitere therapeutische Möglichkeit, deren Einsatz bisher jedoch wenig dokumentiert und wissenschaftlich belegt wurde.

Projekt

Daher wurde im April 2016 an der FH Gesundheitsberufe OÖ und in Kooperation mit dem LKH Steyr, Institut für Physikalische Medizin das Projekt „Manuelle Lymphdrainage bei Kindern mit Klippel-Trenaunay-Syndrom“ initiiert, welches von Mag. Margit Eidenberger und ihrer Kollegin Andrea Bögl, MSc, durchgeführt wurde. Dabei wurde der Fall eines kleinen Mädchens mit kongenitalem Klippel-Trenaunay-Syndrom der rechten oberen Extremität und des rechten Rumpfquadranten beschrieben. Das Kind wurde über einen Zeitraum von sechzehn Monaten 1x wöchentlich mit Manueller Lymphdrainage und Kompressionstherapie mittels Bandagen behandelt, der Verlauf dabei 1x monatlich mittels Extremitätenumfangmessung, Extremitätenlängenmessung sowie Fotographien dokumentiert. Die Einzelfallstudie ist deshalb so interessant, weil es wenig dokumentierte Berichte über den Einsatz der Manuellen Lymphdrainage bei Kindern mit diesem Erkrankungsbild gibt.

Dieses Projekt ist nun erfolgreich abgeschlossen. Dabei konnte gezeigt werden, dass der Umfang sowohl des Handgelenks als auch des Ellenbogens im Vergleich zur gesunden Extremität reduziert werden konnte. Die Hauttemperatur war signifikant unterschiedlich, es kam während des Beobachtungszeitraums zu keinem Riesenwuchs der Gliedmaße. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern war entscheidend für die Therapietreue und -pflege.

Internationale Publikation

Zu diesem erfolgreichen Projekt sind kürzlich im Peer-Review-Journal „Cogent Medicine“ (ein Journal mit Peer-Review-Verfahren) die Ergebnisse der Studie „Manual lymphatic drainage with infantile klippel-trenaunay syndrome: Case report and literature review“ von Margit Eidenberger erschienen. https://www.cogentoa.com/…/10.1080/2331205X.2018.1524342.pdf Mag. Margit Eidenberger ist Physiotherapeutin und Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals am Studiengang Physiotherapie. Sie ist spezialisiert auf die Bereiche Onkologie in der Physiotherapie und lehrt in den Bereichen Manuelle Lymphdrainage, Interne Medizin, Chirurgie und wissenschaftliches Arbeiten. Sie ist anerkannte Expertin und Vortragende in Dr. Vodders Manueller Lymphdrainage. Aktuell schreibt sie an ihrer Dissertation.

 

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen