AT: Ein sichtbares Zeichen der Ordensspitäler in St. Veit und Klagenfurt

Setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen: Dr. Isolde Sauper (Präsidentin des Soroptimist-Clubs St. Veit), DGKP Petra Koch (Präsidentin des Soroptimist-Clubs Klagenfurt), Pflegedirektorin der Barmherzigen Brüder St. Veit, DGKP Elfriede Taxacher, MBA und Mag. (FH) Karin Strnad

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan und die Soroptimistinnen lassen 16 Tage lang den Kirchenturm des Krankenhauses und den Eingangsbereich des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt in orange erstrahlen. Mit der weltweiten Kampagne „Orange the world“ macht man auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam.

Rund um den Globus erstrahlen während der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ — 25. November bis 10. Dezember — Gebäude oder Monumente in orangem Licht. 2019 liegt der Schwerpunkt der UN Women Kampagne in Österreich in der Kooperation mit Krankenhäusern und den dort eingerichteten Opferschutzgruppen.

Engagement der Krankenhäuser St. Veit und Elisabethinen
So wird in diesem Jahr der Kirchturm des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit in oranges Licht getaucht. Das Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt lässt den Eingangsbereich als Zeichen der Solidarität orange leuchten und schließt sich dieser Kampagne an.

Opferschutzgruppe für betroffene Frauen und Mädchen
Der orange leuchtende Kirchturm des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit und der strahlende Eingang des Elisabethinen-Spitals sollen darin erinnern, dass die hier eingerichteten Opferschutzgruppen wichtige Partner in der Erkennung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sind.

Jede dritte Frau weltweit und jede fünfte Frau in Österreich ab dem 15. Lebensjahr ist laut Statistik von UN Women Opfer von physischer und/oder sexueller Gewalt. Auch in Österreich und Kärnten stellt Gewalt gegen Frauen nach wie vor ein großes Problem dar und es gibt es eine Vielzahl an Opfer. In Österreich war etwa jede fünfte Frau über 15 Jahren bereits Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Täter ist in rund 70 Prozent aller Fälle der Partner oder Ehemann. Das ist ein Grund dafür, dass viele gewaltsame Übergriffe im Verborgenen geschehen und auch nicht angezeigt werden.“
„Die gemeinsame Opferschutzgruppe der des Krankenhauses St. Veit und des Elisbethinen-Spitals wurde für volljährige Betroffene häuslicher Gewalt eingerichtet. Darin vertreten sind ÄrztInnen aus den Bereichen Gynäkologie, Unfallchirurgie und Innere Medizin, Pflegekräfte sowie MitarbeiterInnen von Psychologie und Sozialdienst vertreten.

„Wir senden mit der orangen Beleuchtung ein klares Signal aus: Stoppt die Gewalt an Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft,“ schildert die Initiatorin DGKP Petra Koch, Bereichsleiterin an der Interdisziplinäre Ambulanz und Mitglied der gemeinsamen Opferschutzgruppe der kooperierenden Krankenhäuser Barmherzige Brüder St. Veit/Glan und Elisabethinen Klagenfurt.

Anzeichen von Gewalt erkennen
„Unsere Aufgabe ist es die KrankenhausmitarbeiterInnen für das Thema zu sensibilisieren und zu schulen. Sie sollen Anzeichen frühzeitig erkennen und das nötige Wissen haben, um in einer solchen Situation die richtigen Handlungen zu setzen,“ berichtet Petra Koch, die derzeit auch das Präsidentinnenamt des Soroptimist Clubs Klagenfurt innehat und sich über die Unterstützung der Krankenhaus-Leitung mit Pflegedirektorin DGKP Elfriede Taxacher, MBA freut.

Oft ist es für Pflegekräfte und ÄrztInnen nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob eine Verletzung oder Beschwerde die Folge von Gewalt ist oder nicht.
Gut geschultes und sensibilisiertes Gesundheitspersonal trägt aber wesentlich dazu bei, dass Frauen, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, das Krankenhaus als einen Ort sehen, an dem man ihnen mit Respekt und Einfühlungsvermögen begegnet. „Die MitarbeiterInnen in den Krankenhäusern nehmen in einer solchen Situation eine Schlüsselstellung ein. „Der Umgang mit möglichen Gewaltopfern setzt viel Fingerspitzengefühl voraus. Ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen kann helfen“, sagt Dr. Isolde Sauper, Präsidentin des Soroptimist-Clubs St. Veit und betont, dass vielen betroffenen Frauen der Mut eine Anzeige zu erstatten fehle, insbesondere dann, wenn es sich bei den Täter um den eigenen Ehemann handelt.

Während der Arzt verpflichtet ist, Anzeige zu erstatten, wenn er Gewaltanwendung gegen Kinder und Jugendliche feststellt, ist das bei Erwachsenen nur bei schwerer Körperverletzung wie etwa Knochenbrüchen oder wenn innere Organe betroffen sind, der Fall. Bei leichter Körperverletzung muss die betroffene Person zustimmen.

Aufklärungsarbeit betreiben – Information im Krankenhaus
Die Opferschutzgruppe des Krankenhauses St. Veit und des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt macht mit Buttons, Foldern, Flyern und Videos auf das Thema und die Initiative aufmerksam. Darüber hinaus wird Infomaterial des Gewaltschutzzentrums Kärnten auf den Ambulanzen und Damen-Toiletten aufgelegt.

Zu den Fakten „Orange the World“ – 16 Tage gegen Gewalt an Frauen
Die Aktion „Orange the world“ wurde 2015 von der UN Women NY initiert und läuft alljährlich während der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, die am 25. November, dem „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ beginnt und am 10. Dezember, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“, endet. In dieser Zeit werden weltweit Gebäude und Monumente orange beleuchtet. In Österreich wurde die Aktion erstmals 2017 durchgeführt. Als Kooperationspartner konnten Soroptimist Österreich, das Ban Ki-Moon Centre Wien und HeForShe Graz gewonnen werden, als Schirmherrin die Schauspielerin Ursula Strauss.

Hilfe bei Gewalt
Frauen-Helpline (rund um die Uhr, kostenlos, anonym, mehrsprachig):
Telefon: 0800/222 555, Internet: www.frauenhelpline.at

Markus Golla
Über Markus Golla 5368 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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