AT: Ein „ausgezeic­hnetes“ Sprachrohr für onkologische PatientInnen

Isabella Gitschthaler, MScN BScN vom allgemein öffentlichen Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan gewinnt den Bernhard-Glawogger-Förderpreis 2021 für ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse an der onkologischen Abteilung im St. Veiter Ordenskrankenhaus.
Bereits zum 16. Mal hat dieses Jahr die Pflegefachgesellschaft AHOP (Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich) den Bernhard-Glawogger-Förderpreis ausgeschrieben. Der Wissenschaftspreis der AHOP – Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich würdigt herausragende und innovative Projekte, Arbeiten oder Initiativen im Bereich der hämatologischen und onkologischen Pflege.

Mit DGKP Isabella Gitschthaler, BScN MScN gewinnt dieses Jahr eine Mitarbeiterin des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan den Förderpreis in der Kategorie Abschlussarbeiten.

Die wissenschaftliche Arbeit hat die stellvertretende Pflegedienstleitung im Rahmen ihrer Zusatzausbildung zur „Akademischen Expertin für Cancer Nurse“ als damalige Stationsleitung auf der Internen West (Onkologie) am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan absolviert. Die „Implementierung von onkologischen Pflegekonsilien an der Onkologie der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan“, so der Titel der Arbeit, überzeugte die Fachjury, die aus Praxisprojekten, Abschlussarbeiten aus Fort- und Weiterbildungen sowie wissenschaftlichen Arbeiten jeweils eine/n PreisträgerIn auswählten.

Pflegekonsile (Beratungsgespräche) für KrebspatientInnen
Inhaltlich widmet sich die studierte Pflegewissenschaftlerin Isabella Gitschthaler den Fragestellungen: Was ist ein onkologisches Pflegekonsil? Welche Effekte haben Pflegekonsile auf PatientInnen und wie können Pflegekonsile im Krankenhaus implementiert werden? Für die Betreuung und Pflege der an Krebs erkrankten PatientInnen stehen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan speziell geschulte Fachpflegekräfte zur Verfügung. Diese haben zusätzlich zu ihrer Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung eine Weiterbildung „Onkologische Pflege“ bzw. zur „Akademische/n ExpertIn in Cancer Nursing“ absolviert.

Die Ausbildung zur „Cancer Nurse“ hat die 29-jährige Villacherin in Innsbruck in Kooperation der fhg-Tirol und des AZW-Innsbruck absolviert.
Zuvor absolvierte die Förderpreis-Gewinnerin das Bachelorstudium Pflegewissenschaft sowie das Masterstudium Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Pflegemanagement. Seit 2017 ist die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Isabella Gitschthaler, BScN MScN im Krankenhaus St. Veit beschäftigt und seit 2020 Stellvertreterin der Pflegedirektorin und Ausbildungsverantwortliche im Bereich der Pflege am Ordenskrankenhaus in St. Veit.
Gemeinsam mit der Pflegedirektorin koordiniert die Preisträgerin des Bernhard-Glawogger-Förderpreises alle Belange der MitarbeiterInnen, die dem Bereich der Pflegedirektion zugeordnet sind – vom Personalmanagement über die Organisationsentwicklung bis hin zur ständigen Weiterentwicklung im Bereich der Pflege.

Onkologische Fachpflege
Die Onkologie liegt ihr ganz besonders am Herzen. PatientInnen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan erhalten im Rahmen ihrer Behandlung ein onkologisches Pflegekonsil. In einem Beratungsgespräch werden die aktuelle Situation sowie evtl. Probleme und Bedürfnisse bzgl. der onkologischen Erkrankung besprochen und die Betroffenen gezielt und individuell in der weiteren Therapie und Versorgung aus pflegerischer Sicht unterstützt. „Hier geht es um Fragen wie den Umgang mit Chemotherapie, den Nebenwirkungen wie Erbrechen, Übelkeit, Erschöpfung und Schleimhautveränderungen“, zählt Gitschthaler auf. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Pflegeperson und Onkologen, kann auf die onkologischen PatientInnen bestmöglich eingegangen werden.

Da die Behandlung onkologischer Erkrankungen sehr komplex ist und auch mit schwierigen Begleiterscheinungen verbunden sein kann, „sei eine kontinuierliche pflegerische Begleitung von großer Bedeutung.“

Wissenschaft in der Praxis erfolgreich umgesetzt
Besonders zum Zeitpunkt der Diagnosemitteilung erhalten die PatientInneen eine Vielzahl an Informationen. „Aufgrund dessen findet das onkologische Pflegekonsil immer zu Beginn der Therapie statt. Doch auch im weiteren Verlauf der Behandlung haben die Erkrankten jederzeit die Möglichkeit, ein onkologisches Pflegekonsil zu erhalten“, sagt Isabella Gitschthaler. Ihre wissenschaftliche Forschung zum onkologischen Pflegekonsil wurde am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan erfolgreich in die Praxis umgesetzt.

„Es freut mich, dass meine wissenschaftliche Arbeit nun das Grundgerüst für die onkologischen Pflegekonsile am Krankenhaus St. Veit/Glan bildet“, so die Autorin. Gelebt wird das onkologische Pflegekonsil durch die MitarbeiterInnen der Internen West und der Onkologischen Ambulanz. „Ohne das Engagement jeder und jedes Einzelnen wäre es definitiv nicht möglich, unseren PatientInnen diese Vielzahl an Leistungen und Betreuung anzubieten“, betont Isabella Gitschthaler, die sich derzeit ihrer Dissertation widmet, die sich ebenfalls mit dem Fachbereich der Onkologie auseinandersetzt.

Online-Verleihung
Die Preisträger des Bernhard-Glawogger-Förderpreises und deren gewürdigte Arbeiten werden im Zuge der alljährlichen Frühjahrstagung der AHOP präsentiert. Aufgrund der COVID-19 Beschränkungen muss auf eine feierliche Übergabe verzichtet werden, da die Frühjahrstagung auch in diesem Jahr online stattfindet.

AHOP
Die AHOP, die Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich, wurde 1994 gegründet. Die Pflegefachgesellschaft bietet zahlreiche Aktivitäten an, die das hämatologische und onkologische Pflegepersonal bei ihrer täglichen Arbeit, egal in welchem Setting, unterstützen.

Ein Haus mit Herz und Kompetenz
430 Mitarbeiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan betreuen in den Fachbereichen Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesiologie und Intensivmedizin, Palliativstation und Radiologie jährlich 12.650 stationäre Patienten und führen 36.000 ambulante Behandlungen durch.

Das Haus ist Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universitäten Wien und Graz und führt in Zusammenarbeit mit der MedUni Innsbruck Lehrabteilungen. Das Haus verfügt über ein Brust-, ein viszeralonkologisches Zentrum sowie ein Zentrum für Hernienchirurgie. Seit 2006 kooperiert das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit mit dem Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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