AT: Durch das Ohr zum Herzen

Über die Macht der Musik und die Bedeutung guten Hörens

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Wien (OTS) – Musik ist eine universelle Sprache, die direkt ins Herz geht. Was aber, wenn wir die gar nicht hörten? „Happy Birthday“ bliebe genauso weg, wie „Oh Tannenbaum“ – und die dazugehörigen Gefühle. Daher machten der österreichische Hörimplantate-Hersteller MED-EL und Experten auf dem Gebiet der HNO- und Hirnforschung heute im Rahmen einer Pressekonferenz darauf aufmerksam, wie wichtig Musik und unser Gehör für unsere Gesundheit sind.

Musik weckt Gefühle und macht uns lebendig. Sie lässt uns Gemeinschaft erleben, erfüllt also eines der menschlichen Grundbedürfnisse auf sehr freudvolle Weise. Wer selbst musiziert schult analytische Fähigkeiten, die beim Lernen von Mathematik hilfreich sein können. Allerdings lebt in Österreich etwa jeder fünfte Mensch mit Hörproblemen; ab einem Alter von 60 Jahren ungefähr jeder Zweite. Musikgenuss ist bei mittelschwerem Hörverlust schon nicht mehr gut möglich; und je mehr die Schwerhörigkeit fortschreitet, umso höher steigt das Risiko für soziale Isolation, Depressionen und Demenz, denn Nicht-Hören ist der wichtigste bekannte und veränderbare Faktor, der das kognitive Altern beeinflusst. Und auch bei Kindern bedeutet unbehandelter Hörverlust meistens: Keine Regelschule und Hürden auf dem Weg zum Traumberuf.

Hörgeräte und Cochlea-Implantate helfen

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, trotz Hörverlusts mit offenen Ohren durchs Leben zu gehen: Wenn ein Hörgerät nicht mehr hilft, kommt ein Cochlea-Implantat (CI) in Frage. Ein CI kann das natürliche Gehör ersetzen und – gemäß den Voraussetzungen des Nutzers – selbst Musik wieder naturnah wiedergeben. So gut, dass sogar Musizieren möglich ist: Walter Widler, 61, Hobbymusiker und CI-Träger, kann seit seiner Implantation wieder sein Saxophon, seine Gitarre, Bratsche und Geige spielen – und findet die richtigen Töne blind: „99 Prozent meiner Töne stimmen.“

Wichtig ist, die Schwerhörigkeit möglichst rasch zu behandeln, sagt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner, Vorstand der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie an der Medizinischen Universität Wien: „Bei gehörlos geborenen Kindern implantieren wir in der Regel am Ende des ersten Lebensjahres. Und auch bei Erwachsenen gilt: Je kürzer die Zeit der Schwerhörigkeit ist, umso besser funktioniert das Hören mit Implantat.“ Die Kosten für Operation und Hörimplantate werden in Österreich vom öffentlichen Gesundheitssystem getragen. Operationen werden an allen Universitätskliniken und an vielen Landeskliniken durchgeführt.

Weitere Informationen zur Initiative „Hören bewegt“ unter: www.hörenbewegt.at

Markus Golla
Über Markus Golla 4756 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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