AT: Disease Management Programm bei Herzinsuffizienz

LR Eichtinger: Größtmögliche Überlebenschance und Verbesserung der Alltagssituation

(C) Tussik

St. Pölten (OTS/NLK) – Auf Einladung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) fand am heutigen Donnerstag in Wien ein Pressegespräch statt, um auf die Problematik der Herzinsuffizienz hinzuweisen. Eine flächendeckende Umsetzung eines strukturierten Disease Management Programms soll dazu beitragen, die Sterblichkeitsrate und die Häufigkeit von Wiederaufnahmen ins Spital bei dieser Erkrankung zu reduzieren. Ein entsprechendes Leitlinienprogramm der ÖKG für Herzinsuffizienz sieht u. a. Qualitätssicherung, eine entsprechende Ausbildung der betroffenen Berufsgruppen, vermehrte Aufklärung der Patienten für eine bessere Früherkennung und Vernetzungsprogramme auch auf lokaler Ebene vor.

Landesrat Martin Eichtinger betonte dabei in seiner Funktion als NÖGUS-Vorsitzender: „In Niederösterreich stehen die bestmögliche Patientenversorgung und die Effizienz im Vordergrund. Im Bereich der Herzinsuffizienz geht es dabei neben der größtmöglichen Überlebenschance auch um eine wesentliche Verbesserung der Alltagssituation chronisch erkrankter Personen.“

Zu den Kosten im Gesundheitsbereich sagte der Landesrat, dass ein Tag im Krankenhaus die teuerste Form der Betreuung sei und verwies auf ein spitalsbasiertes Betreuungs-Pilotprojekt in Krems, das neben einer Reduzierung des Krankenhausaufenthaltes um durchschnittlich zwei Tage auch eine wesentliche Kostenersparnis und eine Senkung der Zahl der Implantate mit sich gebracht habe. „In Niederösterreich sind wir dabei, eine E-Medizin-Strategie zu entwickeln. Darin werden auch Fragen der Überwachung und Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten einfließen“, so Eichtinger abschließend.

Andrea Podczeck-Schweighofer vom SMZ Süd, Präsidentin der ÖKG, erläuterte, dass die Herzinsuffizienz eine ernsthafte und lebensbedrohende Erkrankung sei, von der in Österreich bis zu 300.000 Menschen betroffen seien. Martin Hülsmann vom AKH Wien, Leiter der ARGE Herzinsuffizienz in der ÖKG, sprach u. a. von einer 50-Prozent-Sterblichkeit nach fünf Jahren, dem Problem der Späterkennung und in Folge Auswirkungen auf Niere, Lunge, Leber, Neurologie etc.

Gerhard Pölzl von der Med Uni Innsbruck, medizinischer Leiter von HerzMobil Tirol, dem ersten Disease Management Programm für Herzinsuffizienz in Österreich, unterstrich die Wichtigkeit einer Schnittstelle innerhalb eines Krankenhauses und im Verhältnis zum niedergelassenen Bereich. Nachdem Patienten in den ersten drei Monaten nach der Spitalsentlassung am instabilsten seien, erhielten sie u. a. ein Blutdruckmessgerät, eine Waage und ein speziell konfiguriertes Handy mit nach Hause, das unter Einbindung der Telemedizin zur ständigen Optimierung der Therapie beitragen soll.

Gerald Bachinger, Sprecher der österreichischen Patientenanwälte und Leiter der NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft, sagte:
„Herzinsuffizienz kommt auf leisen Pfoten daher, ist aber ein ausgewiesener Killer. Die meisten Patienten halten die Symptome für normale Alltagserscheinungen des Alterns.“ Zum Thema Patientenmitbeteiligung meinte er, dass nur rund 50 Prozent die geeigneten und richtigen Medikamente nehmen. Ein Steuerungsmittel auf Bundesebene müsse auch finanzielle Anreize enthalten.

Nähere Informationen beim Büro LR Eichtinger unter 02742/9005-13443, Stefan Kaiser, und e-mail stefan.kaiser@noel.gv.at, bzw. bei der Public Health PR-ProjektgesmbH unter 01/602 05 30, Michael Leitner, e-mail michael.leitner@publichealth.at.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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