AT: Digitale soziale Innovation aus Österreich: App „Alles Clara“ zur Unterstützung pflegender Angehöriger präsentiert

24. September 2022 | News Österreich | 0 Kommentare

Pilotbetrieb des Projekts der ERSTE Stiftung bei Partnerunternehmen gestartet (Vollbetrieb ab Ende 2023), Online-Konferenz für Jänner geplant

In Österreich findet Pflege bis zu 80% durch Angehörige und oft ohne Einbindung professioneller Dienste statt. Letzten Schätzungen zufolge betreuen und pflegen heute rund 950.000 Personen in Österreich Familienmitglieder oder ihnen nahestehende Personen wie Freund:innen oder Nachbar:innen in deren Alltag. Hier sah die ERSTE Stiftung gemeinsam mit Österreichs Pflegeorganisationen und dem Sozialministerium die Notwendigkeit für eine digitale soziale Innovation wie „Alles Clara – die App, die Pflegen leichter macht“. Diese wurde gestern Abend (22. September) anlässlich des Starts bei den Pilotunternehmen an Bord des Donauschiffs MS Kaiserin Elisabeth präsentiert.

Boris Marte, CEO der ERSTE Stiftung, erklärte dabei: „Wir haben die Entwicklung von ,Alles Clara‘ im Sommer 2020 mit unserer Innovationseinheit Two Next und Profis von Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Volkshilfe und aus der Wissenschaft gestartet. Rund 65.000 Beschäftigte in den Partnerunternehmen der Pilotphase können heute bereits die App nutzen.“ Mit weiteren Partnern soll diese Zahl in den kommenden Monaten noch steigen.

Alles Clara-Pilotbetrieb zur laufenden Optimierung an den Bedarf

Projektleiterin Nicole Traxler (Two Next) informierte über den Status quo: „Ratsuchende erhalten über Alles Clara digitale Entlastungs- und Pflegeberatung. Sie treten mit unseren mittlerweile schon 19 besonders geschulten Beraterinnen und Beratern zu den großen und kleinen Herausforderungen in Austausch. Die diplomierten Pflegekräfte, klinischen Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen kommen über Österreichs Hilfsorganisationen. Während der Pilotphase lernen wir alle laufend dazu und verbessern kontinuierlich die App und die Beratungsprozesse. Wir legen dabei einen besonderen Wert darauf die Privatsphäre zu achten und die Anforderungen des Datenschutzes einzuhalten.“ Aktuell ist „Alles Clara“ für die Beschäftigten der Partnerunternehmen ÖBB, Erste Bank und Sparkassen, Wiener Städtische, Deloitte, Jank Weiler Operenyi, Magenta, IBM und Coca Cola HBC verfügbar. Seit kurzem fördert auch das Sozialministerium das Projekt, das durch die Karl Landsteiner Privatuniversität laufend wissenschaftlich begleitet wird.

Engagierte hochkarätige Partner eingebunden – Konferenz im Jänner als nächster Schritt

In der Folge diskutierten Hanna Mayer (Professorin an der Karl Landsteiner Privatuniversität), Alexander Bodmann (Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien), Elisabeth Anselm (Geschäftsführerin Hilfswerk Österreich) und der Sektionschef im Sozialministerium Manfred Pallinger unter der Moderation von Martina Rupp die aktuelle Lage der Pflege in Österreich. Gerda Holzinger-Burgstaller (CEO Erste Bank Österreich), Martina Hacker (ÖBB Konzernpersonalleiterin) und Helene Kanta (Vorstand Wiener Städtische Versicherungsverein) berichteten von ihrer Motivation zur Teilnahme als Pilotpartner und von ersten Erfahrungen.

Ende 2023 soll die App dann im Regelbetrieb für alle Ratsuchenden kostenlos zugänglich sein. Schon im Jänner wird die Situation pflegender Angehöriger wieder bei einer Online-Konferenz diskutiert. Auf www.alles-clara.at können sich Interessierte für einen Newsletter registrieren und erhalten dort auch die Informationen zur Teilnahme.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)