AT: Digitale Pflegedokumentation im AKH Wien bringt einfachere und individualisierte Prozesse

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Wien (OTS) – Die Direktion des Pflegedienstes des AKH Wien hat zur Entlastung der Pflege und um damit mehr Zeit für Patientinnen und Patienten zu haben, einen neuen Prozess für digitale Pflegedokumentation eingeführt. Ziel war es weg von der Volldokumentation, hin zu Basisleitlinien und vereinfachten, individualisierten Dokumentationen zu kommen. Nach einer ersten Analyse des Ist-Zustands der Pflegedokumentation wurde von PflegeexpertInnen eine einheitliche Leitlinie geschaffen.

Devise: In Leitlinien das Allgemeine zusammenfassen

Heute wird weitgehend mit definierten Leitlinien in einem stationsübergreifend einheitlichen System dokumentiert. In Leitlinien konnte vieles zusammengefasst werden, was ohnehin auf der Hand liegt und für alle Patientinnen und Patienten gilt. Nur wenn tatsächlich pflegerelevante Risiken und/oder aktuelle Probleme über einen längeren Zeitraum von mehr als 72 Stunden vorliegen, findet eine individualisierte Maßnahmenplanung statt.

Nur jede dritte Patientin bzw. jeder dritte Patient braucht individuelle Pflegeplanung

Jährlich versorgen die rund 1.600 Pflegekräfte auf den Normalpflegestationen des AKH Wien mehr als 120.000 Patientinnen und Patienten. Durch interne Analysen konnte festgestellt werden, dass etwa ein Drittel aller PatientInnen allein durch Anwendung der Basisleitlinien abbildbar sind, für ein weiteres Drittel gelten zusätzlich spezifizierte Leitlinien.

Im dritten Drittel wird der individuelle Bedarf anhand des Prinzips „Risiko, aktuelles Problem und Prophylaxe (RaPP), IT-gestützt erarbeitet. Je nach Hauptproblem kann aus den derzeit 25 RaPP-Bausteinen der für den Einzelnen pflegerisch relevanteste Punkt ausgewählt werden, um alle sich daraus ergebenden Maßnahmen im Freitext zu subsummieren. Je nach Hauptproblem werden zusätzlich evidenzbasierte Maßnahmen vorgeschlagen, über die ebenfalls entschieden werden kann.

Mit 20.000 Euro dotierten Lohfert-Preis erhalten

Für diese Errungenschaft wurde das Gesamtprojekt unter der Leitung von Sabine Wolf, Direktorin des Pflegedienstes des AKH Wien, vergangenen Monat mit dem Lohfert-Preis 2019 prämiert

Markus Golla
Über Markus Golla 7385 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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