AT: Die Impfstoff-Produktion ist besonderen Herausforderungen unterworfen

Hohe Mengen, stetig zu beschleunigende Produktionsprozesse, komplexer Vertrieb, dabei keine Kompromisse bei Qualität und Sicherheit der Impfstoffe.

(C) Markus Golla

Angesichts der heftigen Diskussionen um die Verzögerungen bei den Lieferungen von COVID-19-Impfstoffen sagt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: „Die Produktion von Impfstoffen ist eine hoch komplexe Angelegenheit. Wir befinden uns in einer für uns alle einmaligen, neuen Situation. Noch nie mussten in so kurzer Zeit so viele Mengen produziert werden wie jetzt. Dabei arbeiten viele Partner in der Produktion und im Vertrieb rund um die Uhr zusammen, ohne dass sie dabei Kompromisse bei der Qualität oder Sicherheit in irgendeiner Phase eingehen würden. Dass es da in einem laufenden Prozess auch zu Adaptionen kommen kann, ist nachvollziehbar und grundsätzlich nicht überraschend. Es soll damit nichts beschönigt werden, jedenfalls aber erklärt. Außerdem liegt es ja im ureigensten Interesse der Unternehmen, die Menschen mit ihren Produkten zu versorgen.“

Demnach sollte der Fokus in dieser ohnehin schon sehr sensiblen Phase nicht auf Schuldzuweisungen oder Drohungen liegen. „Vielmehr sollten wir alle den Blick nach vorne nicht verlieren und schauen, wie unter diesen Umständen die Situation bestmöglich gehandhabt werden kann. Schließlich wollen wir alle dasselbe, nämlich ein schnelles Ende der Pandemie“, so Herzog. Außerdem verweist er einmal mehr auf die enorme Geschwindigkeit, in der die COVID-19-Impfstoffe entwickelt wurden.

Die Entscheidung der EU, in dieser Krisensituation für alle Mitgliedssaaten die Verträge über die zu erwartenden Impfstoffe gemeinschaftlich zu führen, war richtig, denn andernfalls wäre es zu Konkurrenzsituationen gekommen, die auch von den Unternehmen, die die Impfstoffe herstellen, noch schwieriger zu bewerkstelligen gewesen wären. „Die EU wird beliefert, so rasch und in den Mengen, die angesichts der besonderen Umstände möglich sind. Dabei ist es nach wie vor das Ziel, die Kapazität der Produktionsanlagen stetig zu erhöhen und die Prozesse zu verfeinern“, versichert Herzog.

Wichtig ist dabei auch zu verstehen, wie komplex ein Impfstoff ist und dass er aus vielen einzelnen Produktionsschritten sowie Komponenten besteht. Gerade das ist auch der Grund dafür, weshalb andere Impfstoff-Produzenten nicht so einfach auf COVID-19-Impfstoffe umstellen können. Abgesehen davon bestünde dann auch wieder die Gefahr, dass es zu Verzögerungen bei anderen Impfstoffen kommt, die auch in Nicht-Pandemie-Zeiten hergestellt werden.

Über die PHARMIG: Die PHARMIG ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband ca. 120 Mitglieder (Stand Jänner 2021), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die PHARMIG und ihre Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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