AT: Diakonie: Heute präsentierte Pflegereform ist erster wichtiger Meilenstein für gute Pflege

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Maria Moser: Nächste Etappe ist Umsetzung in den Ländern und Ausbau guter bedarfsgerechter Pflegedienstleistungen

Die Bundesregierung hat den ersten Schritt der Pflegereform präsentiert. In den kommenden zwei Jahren soll 1 Milliarde in die Pflege investiert werden. „Die Bundesregierung setzt einen ersten wichtigen Meilenstein für gute Pflege. Die nächste Etappe ist die Umsetzung in den Ländern und der Ausbau guter, bedarfsgerechter Pflegedienstleistungen“, so die Reaktion von Diakonie-Direktorin Maria Moser.

Pflegekräfte im Zentrum

Im Zentrum der präsentierten Maßnahmen stehen die Pflegekräfte. „Pflegekräfte leisten Unglaubliches. 520 Millionen Euro für Gehaltssteigerungen sind ein wichtiges Zeichen der Anerkennung. Jetzt muss es aber um die weiteren Rahmenbedingungen gehen, denn Pflege ist Beziehung, und Beziehung braucht Zeit“, so Moser. Hier muss gemeinsam mit den Ländern an der Erhöhung der Personalschlüssel gearbeitet werden.

Außerdem geht es darum, zusätzliche Personen für die Pflege- und Betreuungsberufe zu gewinnen. Hier ist die Finanzierung der Ausbildung eine zentrale Forderung der Diakonie. „Der heute präsentierte Ausbildungszuschuss ist eine erste Erleichterung, und auch das Pflegestipendium für AMS geförderte Ausbildungen ist positiv zu sehen. Allerdings sollte das Pflegestipendium nicht an die Arbeitslosigkeit gebunden sein. Hier braucht es eine Ausweitung auf Menschen, die direkt aus anderen Berufen in die Pflege umsteigen wollen“, unterstreicht Moser.

Erfreulich ist auch die Überführung der Schulversuche für Pflege mit Matura ins Regelschulwesen und die Verbesserungen bei der Rot-Weiß-Rot Karte. „Menschen, die in Österreich eine Pflegeausbildung gemacht haben, müssen auch hier arbeiten dürfen. Es ist gut, dass die Regierung das erkannt hat“, so Moser.

Gute Pflege und Betreuung braucht den Ausbau von Dienstleistungen

In ihrem Paket fokussiert die Regierung auf Punkte, die in ihrem direkten Einflussbereich liegen. „Für gute Pflege und eine echte Entlastung von pflegenden Angehörigen braucht es aber zusätzlich einen Ausbau der Dienstleistungen“. Besonders gilt das für Menschen mit Demenz. „Die Erhöhung der Demenz-Zulage beim Pflegegeld ist ein wichtiger Schritt, aber es braucht auch Tagesbetreuung, mehrstündige Betreuungsangebote, Entlastungsdienste für Angehörige und sozialraumorientierte Dienste nahe am Menschen“. Dienstleistungen liegen in der Kompetenz der Länder. „Für eine gute Versorgung, müssen Bund und Länder jetzt eng zusammenarbeiten“.

„In der Langzeitpflege ist es schon 5 nach 12. Das ist bei der Bundesregierung angekommen. Doch auch für Pflegekräfte in den Krankenhäusern und in der Betreuung von Menschen mit Behinderungen braucht es dringend Verbesserungen. Das dürfen wir nicht vergessen“, meint Moser.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)