AT: Diät statt Magenbypass bei Kinderwunsch

Experte Feichtingers Studie bestätigt negative Auswirkungen

(C) Romolo Tavani

Wien (OTS) – Zu Jahresbeginn haben Diäten Hochsaison. Jede dritte Frau in Österreich ist übergewichtig, jede Zehnte adipös. (Quelle: Österreichischen Adipositas Gesellschaft (ÖAG). Bei übergewichtigen Frauen mit Kinderwunsch ist eine Diät ratsam, da es die Chancen einer gesunden Schwangerschaft erhöht.

„Eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Kinderwunschpatientinnen hebt die Chance auf eine Schwangerschaft und senkt das Risiko einer Fehlgeburt. Auch die Samenqualität kann durch eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Männern wesentlich verbessert werden. Ich rate übergewichtigen Patientinnen daher stets zu einer Ernährungsumstellung und mehr Sport.“, so Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, Leiter vom Wunschbaby Institut Feichtinger.

Immer öfter unterziehen sich adipöse Frauen einer Magenbypass Operation. Dies kann allerdings in Folge einer Schwangerschaft auch Auswirkungen für das ungeborene Kind haben.

Die Studie „Intrauterine Wachstumsverzögerung in der Spätschwangerschaft nach maternalem Magenbypass“ der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der Medizinischen Universität Wien hat belegt, dass schwangere Magenbypass-Patientinnen ihren ungeborenen Kindern nicht ausreichend Nahrung zuführen können.

„Durch die Umleitung der Nahrung, bzw. die Aufspaltung der einzelnen Nahrungsbestandteile, kommt es zu einem chronischen Nährstoffmangel sowie wiederholt erniedrigten Blutzuckerwerten, welche sich direkt auf das fetale Wachstum auswirken“, betont Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, Erstautor der Studie, für die er im Dezember 2019 das Gütesiegel des Theodor-Billroth Preises erhalten hat.

Ziel der Studie war, das intrauterine Wachstum von Feten in Schwangerschaften nach maternaler Magenbypass Operation zu untersuchen. Dabei wurde an 43 Schwangerschaften nach maternalem Magenbypass und 43 Kontrollen geforscht. Das longitudinale fetale Wachstum wurde anhand von wiederholten Ultraschallmessung beobachtet.

„In Feten nach maternalem Magenbypass konnte eine deutliche Abflachung der Wachstums-Perzentilen von der Mitte bis zum Ende der Schwangerschaft beobachtet werden. Während sich in der Mitte der Schwangerschaft vergleichbare fetale Messwerte in beiden Gruppen zeigten, hatten Feten nach maternalem Magenbypass gegen Ende der Schwangerschaft deutlich kleinere Bauchumfänge. Neugeborene nach Magenbypass hatten ein signifikant niedrigeres Gewicht, vergleichbar mit jenen von an chronischem Hunger leidenden Müttern,“ erklärt Priv.-Doz. DDr. Feichtinger. Er empfiehlt daher, eine Schwangerschaft nach Magenbypass-Operation engmaschig von Spezialisten zu überwachen und Nährstoffmängel entsprechend auszugleichen.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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