AT: DGCH/BDC und DGAI/BDA geben Empfehlungen, wann elektive Eingriffe nach COVID-19-Infektion oder –Impfung angesetzt werden sollten

(C) Markus Golla

Nach Phasen zahlreicher verschobener elektiver Eingriffe aufgrund der Pandemieentwicklung stellt sich mittlerweile häufig die Frage, welches Intervall nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion oder nach einer Impfung bis zum geplanten operativen Eingriff eingehalten werden sollte. Dazu liegen jetzt aktuelle Empfehlungen der deutschen Fachgesellschaften und Berufsverbände für Anästhesiologie und Chirurgie vor. „Während für die erste Fragestellung schon relativ valide Daten vorliegen, trifft dies für die präoperative Impfung noch nicht zu“, betonen die Autorinnen und Autoren. „Es können daher nach derzeitigem Wissensstand lediglich Empfehlungen ausgesprochen werden, die abhängig von neuen Entwicklungen stetig aktualisiert werden müssen.“ Die neuen Empfehlungen gelten für elektive operative Eingriffe. Notfalleingriffe und sehr dringliche Operationen sollen unabhängig vom Impfstatus durchgeführt werden.

Daten einer prospektiven Kohortenstudie hätten gezeigt, so heißt es in der neuen Empfehlung, dass Interventionen und Eingriffe, unabhängig vom jeweiligen Schweregrad, bei Vorliegen einer COVID-19-Infektion mit einer signifikant höheren postoperativen Morbidität und Mortalität einhergehen. In der nachfolgenden Studie wurde der optimale Zeitpunkt zwischen durchgemachtem Infekt und geplantem operativen Eingriff evaluiert. „Ein elektiver Eingriff sollte daher, wenn möglich, frühestens sieben Wochen nach Symptombeginn einer stattgehabter COVID-19-Infektion und fehlender fortbestehender Symptomatik erfolgen“, heißt es in der Empfehlung. Was den Nutzen der Impfung gegen COVID-19 vor elektiven Eingriffen betrifft, so heißt es in der Empfehlung: „Jüngst publizierte Daten weisen auf ein deutlich gesteigertes Komplikations- und Letalitätsrisiko bei perioperativ erworbener COVID-19-Infektion hin. Vor diesem Hintergrund erscheint eine – idealerweise vollständige – präoperative Immunisierung gegen COVID-19 vor elektiven Eingriffen sinnvoll und anzuraten“. Dies gälte insbesondere für Risikopatientinnen und -patienten (COPD, Diabetes, Hypertonus) sowie Patientinnen und Patienten mit maligner Grunderkrankung.

Publiziert sind die Empfehlungen unter: https://www.dgai.de/aktuelles/893-empfehlungen-von-dgch-bdc-und-dgai-bda-zur-terminierung-elektiver-operativer-eingriffe-nach-covid-19-infektion-oder-infektion.html

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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