AT: Demonstration am 24.9.19 von „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“

Die Initiative des Gesundheits- & Krankenpflegepersonals der Stadt Wien versammelte heute über 1.000 Pflegekräfte der Stadt Wien zur Demonstration:

Ursprung der Initiative und der Demonstration ist die laufende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in den öffentlichen Spitälern und die Besoldungsreform der Stadt Wien, in Kooperation der Gewerkschaft Younion, die seit dem 1.1.2018 in Kraft getreten ist. Seit diesem Datum gibt es versprochene höhere Einstiegsgehälter, bei einer flacheren Lohnkurve. Leider gilt dies nur für neue MitarbeiterInnen, die mit dem oben genannten Stichtag eingetreten sind. Die Lebensverdienstsumme sollte ungefähr gleich bleiben, jedoch wurden einige Berufsgruppen finanziell deutlich aufgewertet, um erweiterte Kompetenzen und Aufgabenbereiche monetär abzugelten. Folglich ergab sich, dass neue MitarbeiterInnen der Stadt Wien in der Pflege zw. 100.000-200.000 Euro Brutto höhere Lebensverdienstsummen erreichen, als systemerhaltende, langdienende MitarbeiterInnen. (siehe
https://kurier.at/…/aufstand-des-kav-personals-ge…/400414559).

Die angekündigte Phase 2 der Gewerkschaft zum Ausgleich dieser Differenz mit 39 Millionen mehr für Altbedienstete, gleicht diese Ungerechtigkeit nicht annähernd aus! Bei den klinischen PsychologInnen fiel der Unterschied noch drastischer aus und neu eingestellte KollegInnen verdienten um über 100% mehr, als langjährig arbeitende KollegInnen! Eine Ungleichheit, die es sonst nirgendwo gibt! Anstatt die alten Verträge anzupassen, wurden neue Verträge wieder zurückgestuft und zusätzlich nur noch befristete Verträge ausgegeben.

FAIRNESS, DIRSKRMINIERUNGSFREIHEIT und TRANSPARENZ sollte die Reform bringen und sind die Schlagworte in der Präambel im neuen Wiener Bediensteten Gesetz.

FRUST, BENACHTEILIGUNG und UNMUT brachte sie stattdessen für viele ProfessionistInnen der Stadt Wien! Wir fordern eine sofortige ÄNDERUNG des WIENER BEDIENSTETENGESETZESES durch den Gemeinderat, um einen Wechsel (=Optierung) in die Besoldung NEU zu ermöglichen!

Wir fordern faire, vergleichbare Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, rechtzeitige Nachbesetzung und öffentliche Ausschreibung von freien Dienstposten, sowie mehr Wertschätzung und Transparenz von Seiten des Dienstgebers und unserer Gewerkschaft.

Wir brauchen Menschen, die gerne zur Arbeit gehen und sie gut und gewissenhaft machen! Das öffentliche Gesundheitssystem darf nicht totgespart werden, sondern muss bei einer wachsenden und immer älter werdenden Bevölkerung mehr finanzielle Ressourcen bekommen.

Wir wollen gegenüber neuen MitarbeiterInnen keine Neiddebatte schüren, denn sie verdienen sich jeden Euro genau so hart wie jeder andere, sondern faire und vergleichbare Löhne sowie Dienstverträge, für alle Bediensteten der Stadt Wien.

Berufserfahrene, langjährige MitarbeiterInnen welche die tragenden Säulen des Gesundheitswesens sind, dürfen nicht für dumm verkauft werden. Wenn jetzt im Gesundheitswesen eingespart wird, bringt das massive Verschlechterungen für kommende Generationen.
Deswegen fordern wir ein rasches Handeln von der Stadt Wien und der Gewerkschaft, um die derzeitige Situation zu verbessern um einem Kollaps des Systems zu vermeiden.

Michael Wakolbinger und Lukas Lentsch (Initiatoren)

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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