AT: Demenz geht uns alle an: Stadt Wien präsentiert Strategie

(C) Scott Griessel

Stadtrat Hacker und Senior:innenbeauftragte Hofer-Gruber stellen gemeinsam Wiener Demenzstrategie vor

  • Stadtrat Hacker und Senior:innenbeauftragte Hofer-Gruber stellen gemeinsam Wiener Demenzstrategie vor
  • Wien ist die erste österreichische Stadt mit eigener Demenzstrategie – 60.000 Betroffene im Jahr 2050 zu erwarten
  • Wien will bis 2035 eine der demenzfreundlichsten Städte der Welt sein
  • Alle 23 Bezirke arbeiten an einem demenzfreundlichen Wien

Wien, 26. April 2022. Im Rahmen eines Netzwerktreffens präsentierte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker gemeinsam mit der Senior:innenbeauftragten der Stadt Wien, Sabine Hofer-Gruber, am Dienstag die Wiener Demenzstrategie. Damit ist Wien die erste Stadt mit einer eigenen Strategie, die sich insbesondere mit den Herausforderungen einer Großstadt auseinandersetzt. Die Wiener Fortschrittskoalition hatte die Entwicklung einer Demenzstrategie auch in ihrem Regierungsprogramm verankert.

Rund 30.000 Wiener:innen sind von Demenz betroffen. Für das Jahr 2050 rechnen Prognosen mit einer Verdoppelung, also rund 60.000 Betroffenen in Wien. Die Diagnose Demenz stellt Betroffene und deren Bezugspersonen vor große Herausforderungen, die oft mit Stigmatisierung einhergehen. Die Stadt bietet mit der nun vorgestellten Wiener Demenzstrategie allen Akteur:innen Orientierung, um die bestehenden Angebote für ein gutes Leben mit Demenz weiterzuentwickeln.

Peter Hacker, Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport: „Neben guter medizinischer Versorgung und pflegerischer Betreuung ist es ganz zentral, die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz zu erhalten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich zu gewährleisten. Auf Basis der Wiener Demenzstrategie werden in den nächsten Jahren Lösungen erarbeitet und weitere Angebote geschaffen – mit dem klaren Ziel, 2035 eine der demenzfreundlichsten Städte der Welt zu sein.“

Vier Handlungsfelder

Bewusstseinsbildung, Lebensorte, Teilhabe und Unterstützungsangebote sind die vier Handlungsfelder, die von Expert:innen aus rund 70 Organisationen und den demenzfreundlichen Bezirken gemeinsam mit Betroffenen und Bezugspersonen erarbeitet wurden. Koordiniert wurde die Entwicklung der Wiener Demenzstrategie im Rahmen der Plattform Demenzfreundliches Wien vom Team der Senior:innenbeauftragten der Stadt Wien, Sabine Hofer-Gruber.

Ein Projekt aus dem Bereich der Unterstützungsangebote sind die Freizeitbuddys, die Freiwillige und Demenzbetroffene für gemeinsame Freizeitaktivitäten zusammenbringt. Zur Bewusstseinsbildung trägt unter anderem der #demenzstreifzug, die Informationskampagne der Plattform Demenzfreundliches Wien, bei. „Die Wiener Demenzstrategie greift die wichtigsten Lebensbereiche auf, beschreibt die Situation von Menschen mit Demenz in der Stadt und definiert, wie die Stadt Wien für sie noch lebenswerter werden kann. Besonders dankbar bin ich den vielen Menschen, die an der Entwicklung der Wiener Demenzstrategie beteiligt waren und auch weiterhin gemeinsam mit uns ein demenzfreundliches Wien gestalten“, so Hofer-Gruber.

Kern der Wiener Demenzstrategie ist die Bewusstseinsbildung für die Herausforderungen, mit denen von Demenz Betroffene tagtäglich konfrontiert sind. „Damit schaffen wir Solidarität zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern“, so Stadtrat Hacker. „Bewusstsein fördert die Teilhabe von Betroffenen und ihren Bezugspersonen in ihrem direkten Lebensumfeld. Bewusstsein schafft neue Möglichkeiten und führt zu einem niederschwelligen Zugang zahlreicher Unterstützungsangebote – und es ist essenziell, um Wien noch demenzfreundlicher zu gestalten.“

Die Wiener Demenzstrategie ist unter folgendem Link abrufbar: issuu.com/fondssozialeswien/docs/wiener_demenzstrategie

Über die Plattform Demenzfreundliches Wien

Die Plattform Demenzfreundliches Wien ist ein Bogen, den die Stadt Wien über alle Initiativen spannt, die sich zum Thema Demenzfreundlichkeit engagieren. Projektgemeinschaften, Initiativen und Stakeholder:innen aus den unterschiedlichsten Bereichen sowie alle 23 Bezirke arbeiten interdisziplinär und überparteilich zusammen. Der Fokus liegt auf der Gestaltung der bestmöglichen Lebenswelt(en) für Menschen mit Demenz sowie ihre Bezugspersonen. Wien für Senior:innen, das Team der Senior:nnenbeauftragten der Stadt Wien, ist koordinierende Schnittstelle für Beteiligte der Plattform und auch solche, die es noch werden wollen. Informationen gibt es auf www.demenzfreundliches.wien.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)