AT: Das Rudolfinerhaus feiert 140-jähriges Bestehen und Rolle als Pionier in der Geschichte der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung

Rudolfinerhaus
Anja Patschka, Vorstand Semler und Elisabeth Leopold bei PK

Wien, 15.06.2022 – Die renommierte Rudolfinerhaus Privatklinik im 19. Bezirk ist seit 140 Jahren führend mit ihrer medizinischen und pflegerischen Kompetenz tätig. Im Beisein von Bürgermeister Michael Ludwig, Stadtrat Peter Hanke und Bezirksvorsteher Daniel Resch betonten Vorstand Georg Semler, Pflegedirektorin Elisabeth Leopold und Direktorin des Campus Rudolfinerhaus, Anja Patschka, anlässlich des Jubiläums, die Pionierrolle in der Entwicklung der modernen Gesundheits- und Krankenpflege. Vorstand Semler wies zudem besonders auf die wichtige Rolle der Privatkliniken im Zuge der Covid-Krise hin. Leopold betonte, dass im Rudolfinerhaus 97 Prozent der Pflegepersonen aus diplomiertem Pflegepersonal bestünden und dass auf eine Pflegeperson lediglich sechs Patient:innen kämen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1882 durch den berühmten Chirurgen Theodor Billroth wird das Rudolfinerhaus in Wien Döbling nicht nur für seine medizinische, sondern auch für die pflegerische Qualität geschätzt. Das Haus ist zudem erste Anlaufstelle für die Ausbildung hochqualifizierter Pflegefachkräfte und somit wichtiger Akteur im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Auch kann die Privatklinik im Zuge einer umfassenden Generalsanierung auf die Erweiterung und Modernisierung der Pavillons Wilczek und Billroth sowie die Neuerrichtung des Campus Rudolfinerhaus im Jahr 2020 zurückblicken. Die beiden adaptierten Pavillons glänzen seitdem durch fünf neue Pflegestationen mit 80 patientenfreundlichen Einzelzimmern inklusive sonnigen Loggien, während sich nun im obersten Geschoss des Pavillon Wilczek der ebenfalls gänzlich umgestaltete Campus Rudolfinerhaus befindet. Die renommierte Bildungseinrichtung für Gesundheits- und Krankenpflege erhielt auf einer Nutzfläche von rund 1.000 m2 modern ausgestattete Lehrsäle und Studienräume mit eigenem Zugang von der Billrothstraße 80.

Das medizinische Leistungsspektrum des Rudolfinerhauses reicht von Innerer Medizin, Chirurgie, Kardiologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe bis hin zur Neurologie und Neurochirurgie, Urologie, Onkologie sowie Hals, Nasen- und Ohren. Um die hohen medizinischen Standards der Belegärzt:innen und die Ansprüche der Patient:innen zu erfüllen, werden Institute und Operationssäle laufend mit modernsten Geräten und Ausstattungen adaptiert, auch die Intensivpflege ist mit Intermediate Care (IMC) auf dem neuesten Stand.

Krisenbewältigung durch Zusammenarbeit mit öffentlichen Gesundheitsanbietern
Im Hinblick auf die Zusammenarbeit öffentlicher und privater Gesundheitsanbieter nimmt das Rudolfinerhaus eine bedeutende Rolle ein. So unterstützte die Privatklinik 2020 bis 2022 etwa den Wiener Gesundheitsverbund in der Bewältigung dringender Operationen und konservativer Behandlungen von Nicht-Covid-Patient:innen. „Für uns ist es selbstverständlich, die Stadt Wien in prekären Situationen mit der medizinischen Kompetenz des traditionsreichen Privatspitals zu unterstützen“, so Georg Semler, Vorstand des Rudolfinerhauses.

Tradition der Gesundheits- und Krankenpflege
Die stark praxisorientierte Aus- und Weiterbildung qualifizierter Pflegekräfte sei seit seiner Gründung der Vereinszweck des Rudolfinervereins – dem Trägerverein des Campus Rudolfinerhaus sowie der Rudolfinerhaus Privatklinik – stellte Anja Patschka, Direktorin des Campus Rudolfinerhaus, fest. Aufgrund dessen werden auch die Ausbildungsmöglichkeiten stets weiterentwickelt: So werde beispielsweise seit 2008 im Campus Rudolfinerhaus der Bachelorstudiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“ angeboten. Dass der Studiengang gut ankommt, zeige sich auch in der Zahl der Absolvent:innen, die stetig steigt: Bisher haben über 200 Studierende das Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen.

„Unser 140-jähriges Jubiläum ist ein ganz besonderer Meilenstein in der Geschichte der Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege, da wir vorbildhaft die lange Tradition der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Innovation und stete Weiterentwicklung des Pflegeberufs mit einer akademischen Ausbildung vereinen. Gerade für diesen so sinnstiftenden, aber auch herausfordernden Beruf, ist es uns ein Anliegen, für die Studierenden ein Studium zu ermöglichen, in dem sie auf akademischem Niveau hochqualifiziert ausgebildet werden und sich gleichzeitig, in enger Verbindung mit der Praxis, in der Profession der Gesundheits- und Krankenpflege auch persönlich entwickeln können“, erklärt Patschka. Pro Jahr bietet der Campus Rudolfinerhaus 30 Studienplätze an.

Dass der Pflegeberuf jedoch als eher unattraktiv wahrgenommen wird, strich Elisabeth Leopold, Pflegedirektorin des Rudolfinerhaus hervor: „Pflegeberufe haben derzeit vor allem aufgrund der vorherrschenden Rahmenbedingungen, die durch die Pandemie noch zusätzlich verschärft wurden, leider ein eher negatives Image. Das gilt es umzukehren! Das Bewusstsein, dass Pflege ein besonderer und sinnstiftender Beruf ist, bekommt man im Rudolfinerhaus damals wie heute vermittelt. Im Rudolfinerhaus sind Strukturen in der Pflege vorhanden, die neben der hohen fachlichen Qualität auch die Zeit für Zuwendung und das besondere Eingehen auf Sorgen und Ängste der Patientinnen und Patienten zulassen.“ Im Rudolfinerhaus sei man bestrebt, die Absolvent:innen des Campus Rudolfinerhaus für den tatsächlichen Job zu begeistern und sie auch in diesem zu halten, weshalb ihnen nach ihrer Ausbildung direkt im Haus eine wertschätzende Anstellung geboten werde, so Leopold.

Ausblick
Um die Praxisnähe in der Pflegeausbildung weiter zu stärken, sollen ab Herbst 2022 Simulationen realitätsnaher Situationen in den Studienalltag integriert werden. Studierende sollen dabei künftig in jedem Semester die Möglichkeit haben, mittels einer video- und audiogestützten Simulation, die entweder mit Schauspielpatient:innen und/oder mit speziell dafür entwickelten Simulatoren durchgeführt werden sollen, zu lernen und zu experimentieren. Durch das damit verbundene praxisnahe Feedback, das die Studierenden erhalten, sowie auch im Sinne der Selbstreflexion, soll die neue Methode zu einer intensiven Steigerung der eigenen Handlungskompetenz führen.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)