AT: Darf ich bitten? Tanzen gegen Rheuma-Schmerzen!

12. Mai 2017 | News Österreich | 0 Kommentare

Wien/ Innsbruck (OTS) – Rheumatische Erkrankungen rufen schmerzhafte Entzündungen im Körper hervor, die oftmals Einschränkungen der Beweglichkeit zur Folge haben. Viele Rheuma-Betroffenen meiden deshalb körperliche Aktivität. Dabei unterstützt Sport, insbesondere Tanzen, die medizinische Behandlung zielführend und lindert die Beschwerden. Unter dem Motto „Darf ich bitten“ lud die Österreichische Rheumaliga in Zusammenarbeit mit dem Biopharma-Unternehmen AbbVie zum ersten REHUMA BEWEGT-Tanzsalon. Bei der Auftaktveranstaltung in Innsbruck am 6. Mai 2017 führte Tanzprofi und Coach Gerhard Egger durch den Nachmittag. Unterstützt wurde er von Rheuma-Experten Dr. Stephan Kroesen, selbst aktiver Turniertänzer. Die kostenlose Veranstaltung fand großen Anklang, ein Fortsetzung des  „Rheuma Bewegt“ – Tanzsalons ist im Oktober in Wien geplant.

Schon ein klein wenig Rhythmus im Blut stärkt Geist und Körper. Doch Tanzen kann noch mehr. Vor allem Rheuma-Patienten profitieren von dieser gelenksschonenden und gleichzeitig muskelstärkenden Sportart. Die rhythmischen Bewegungen lassen Schmerzen vergessen, verbessern Beweglichkeit und Motorik und schaffen gute Laune. Tanzen stärkt zudem die eigene Körperwahrnehmung.

Bewegung unterstützt Rheuma-Therapie

Österreichweit leben zwei Millionen mit der Diagnose Rheuma, die Betroffenen leiden schubweise unter starken Schmerzen. Mit einer entsprechenden medizinischen Therapie, begleitet durch einen Facharzt, können diese gut behandelt werden. Aus Angst, die Beschwerden zu verstärken und den Gelenken zu schaden, meiden jedoch viele Rheuma- Patienten körperliche Aktivitäten. Dabei ist das Gegenteil der Fall:

„Dass Bewegung Rheuma-Schmerzen verschlimmert und die Gelenke zusätzlich belastet, ist ein Trugschluss. Sportliche Aktivität lindert die Schmerzen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Es gibt keine Entschuldigung fürs Nicht-Bewegen, jeder Patient ist dazu in der Lage und wenn es nur im Sitzen ist“, klärt Dr. Stephan Kroesen, Facharzt für Rheumatologie, auf und führt weiter aus „Wer sich nicht bewegt, verliert an Muskelkraft und Koordination, das Risiko für zusätzliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wächst.  Sport kann die medizinische Therapie bei Rheuma keinesfalls ersetzen, aber unterstützen sowie die Lebensqualität maßgeblich fördern.“

Rheuma tanzt!

Nicht alle Sportarten kommen bei rheumatischen Erkrankungen in Frage, aber besonders Tanzen ist in vielfacher Hinsicht geeignet, wie Rheumaexperte Dr. Kroesen, selbst aktiver Turniertänzer bestätigt:

„Mit seinen federnden Bewegungsabläufen ist Tanzen ein effizientes und gelenksschonendes Ganzkörpertraining. Nicht nur Ausdauer und Beweglichkeit werden gestärkt, auch die motorischen Fähigkeiten, das Balance- und Standvermögen werden deutlich verbessert. Das Verletzungsrisiko ist gering, es gibt keine erhöhte Stoß- oder Schlagbelastung, was für Rheumapatienten essentiell ist. Auch wenn es schwer fällt – Sport tut bei Rheuma gut. Der RHEUMA BEWEGT-Tanzsalon animiert, gemeinsam aktiv zu werden.“

Das unterstreicht auch Traude Schaffer, Präsidentin der Österreichischen Rheumaliga und selbst an Rheuma erkrankt: „Wir wollen Betroffene dazu ermutigen, trotz ihrer schweren Krankheit aktiv zu werden und neben medizinischer Therapie auf Bewegung zu setzen. Das Tanzparkett steht jedem offen – egal welchen Alters und mit welcher körperlichen Einschränkung. Tanzen ist eine der einfachsten und unterhaltsamsten Möglichkeiten, beweglich zu bleiben und das eigene Wohlbefinden positiv zu stärken.“

Beschwingte Premiere in Innsbruck

Der RHEUMA BEWEGT-Tanzsalon als gemeinsame Initiative der Österreichischen Rheumaliga und des Biopharma-Unternehmen Abbvie zeigt, warum Tanzen als Therapiebegleitung besonders geeignet ist. Im Fokus stehen Rheuma-Betroffene jeden Alters, aber auch deren soziales Umfeld, die zum Tanzen mobilisiert werden sollen. Die Premiere des Tanzsalons unter der tänzerische Leitung von Profitänzer Gerhard Egger am 6. Mai 2017 im Haus Vier und Einzig in Innsbruck fand jedenfalls großen Anklang.

Gerhard Egger, auch bekannt durch sein Mitwirken in der österreichischen Fernsehshow „Dancing Stars“, hat sich auf Tanzen als Therapie-  und Kommunikationsform spezialisiert und zeigt sich von dem Format begeistert: „Das Schöne am Tanzen ist, dass es weit mehr als eine reine physische Aktivität ist. Die Musik maskiert die Anstrengung, Emotionen werden geweckt und zahlreiche Sinne stimuliert. Das alles führt – in Verbindung mit der körperlichen Aktivität – zu einer Ausschüttung an Endorphinen. Diesen positiven Effekt von Tanzen konnten die Teilnehmer, unter Berücksichtigung ihre individuellen Anforderungen, heute alle am eignen Körper spüren.

Gemäß dem Motto „jeder kann, niemand muss“ ging es beim RHEUMA-BEWEGT-Tanzsalon nicht um das strikte Erlernen und Einstudieren von Schritten und Figuren, sondern um Bewegung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Auch Nichttänzer und Solotänzer waren herzlich willkommen. In entspannter Atmosphäre bestand zudem die Möglichkeit, sich mit Rheumaexperten auszutauschen.

Rheuma bewegt uns alle

Das Bewusstsein für Rheuma in der Öffentlichkeit und die Bedeutung von körperlicher Aktivität als Therapiebegleitung für Betroffene voranzutreiben, sieht auch Ingo Raimon, General Manager von AbbVie als besonders wichtig an: „Als forschendes Unternehmen stellen wir nicht nur innovative Behandlungsmöglichkeiten bereit, sondern wollen den Erkrankten und ihrem Umfeld  vor allem Anregungen für mehr Lebensqualität geben. Diese Initiative ist ein wunderbares Beispiel dafür. Bei unserem ersten Tanzsalon konnte man die Begeisterung der Teilnehmer bereits nach wenigen Minuten nicht nur sehen, sondern förmlich spüren: ein sichtbarer Beweis sozusagen, dass Tanzen Lebensfreude weckt“.

Für Oktober 2017 ist ein zweiter Event in Wien geplant: Termin und Ort werden demnächst auf www.rheumaliga.at bekanntgegeben. Interessierte können sich bereits heute über diese Seite anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos.

www.rheumaliga.at
www.abbvie.at

Autor

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)