AT: CoV-Cluster in der ÖJAB-SeniorInnenwohnanlage Aigen

12. Januar 2021 | Covid19 | 0 Kommentare

Salzburg (OTS) – In der ÖJAB-SeniorInnenwohnanlage Aigen in der Stadt Salzburg sind aktuell (Stand 11.1.2021, 15:30 Uhr) 63 Personen, davon 43 BewohnerInnen und 20 MitarbeiterInnen positiv auf COVID-19 getestet worden.

Das Wohnheim wird in der Pandemie seit April 2020 mit höchsten Sicherheitsmaßnahmen gegen COVID-19 geführt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit FFP2-Masken und werden seit November 2020 täglich zu ihrem Dienstantritt getestet. Mit der Corona-Ampel für Pflegewohnhäuser hat die ÖJAB-SeniorInnenwohnanlage Aigen im Herbst 2020 ein Präventionskonzept entwickelt, welches mittlerweile vom Land Salzburg als Best Practice Beispiel allgemein empfohlen wird und von anderen Pflegewohnhäusern übernommen wurde.

Wie kam es ausgerechnet an diesem Standort zu diesem COVID-19-Ausbruch? Eine psychisch beeinträchtigte Bewohnerin hatte das Wohnheim verlassen, sich auf einem ihrer regelmäßigen Spaziergänge durch die Stadt Salzburg angesteckt und die Krankheit leider ins Haus getragen. Nach den Spaziergängen wurde die symptomfreie Bewohnerin, den Vorschriften entsprechend, stets routinemäßig auf COVID-19 getestet. Am 3. Jänner fiel das Testergebnis bedauerlicherweise positiv aus. Aufgrund ihrer psychischen Erkrankung folgte die Bewohnerin nicht den Empfehlungen des zuständigen Pflegepersonals und hielt sich zu keinem Zeitpunkt an ihren Absonderungsbescheid – sie hätte ihr Zimmer nicht mehr verlassen dürfen. Dadurch steckte sie weitere Personen im Haus an. „Da wir die Bewegungsfreiheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner nicht einschränken dürfen, haben wir keine Handhabe gegen solche Situationen. Das ist ein grundsätzliches Problem: Wie geht man mit Menschen um, die das Risiko einer COVID-19-Ansteckung aufgrund ihrer psychischen Erkrankung oder aufgrund von Demenz nicht verstehen können?„, beschreibt ÖJAB-Geschäftsführerin Dr. Monika Schüssler.

10 positiv getestete BewohnerInnen wurden in das externe Quarantäne-Quartier Klinik Wehrle der Stadt Salzburg übersiedelt. Die verbliebenen 33 positiv getesteten BewohnerInnen und Kontaktpersonen ersten Grades befinden sich in den Wohnbereichen 1 und 2, welche zu Schutzisolations-Bereichen umgewandelt wurden. Seit dem 3. Jänner 2021 werden nicht nur alle MitarbeiterInnen, sondern auch alle BewohnerInnen in der ÖJAB-SeniorInnenwohnanlage Aigen täglich getestet. Zur Versorgung der COVID-19-Kranken v.a. mit hochkonzentriertem Sauerstoff ist die Pflegewohnanlage gut gerüstet. Die im Haus entwickelte Pflegewohnheim-Coronaampel bewährt sich nun besonders.

Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens und zum Schutz der BewohnerInnen sind Besuche in der ÖJAB-SeniorInnenwohnanlage Aigen bis auf Weiteres nicht gestattet. Ausgenommen davon sind palliativ betreute BewohnerInnen.

„Wir sind in engem Kontakt mit der Stadt und mit dem Land Salzburg. Aufgrund unserer jahrzehntelangen Erfahrung als Pflegeheimträger sind wir zuversichtlich, auch diese Herausforderung zu bewältigen“, so ist sich Monika Schüssler sicher. „Bedanken möchten wir uns sowohl bei Frau Vizebürgermeisterin Mag. Anja Hagenauer, als auch bei Landeshauptmann-Stv. und Soziallandesrat Dr. Heinrich Schellhorn für die unkomplizierte und rasche Hilfe im Bereich Personalbereitstellung. Dieser Zusammenhalt stimmt uns zuversichtlich in diesen Tagen.“

Die ÖJAB-SeniorInnenwohnanlage Aigen in der Aignerstraße 19, 5026 Salzburg, gibt seit drei Jahrzehnten 118 älteren Menschen ein Zuhause in familiärer Atmosphäre mit professioneller und liebevoller Pflege. Eigenverantwortung der Bewohnerinnen und Bewohner wird individuell gefördert, und die persönliche Lebensgeschichte wird in Pflege und Betreuung integriert. „Aktivierende Pflege“ spielt eine zentrale Rolle. Die SeniorInnenwohnanlage bürgt für höchste Pflegequalität und wird von dem gemeinnützigen unabhängigen Verein ÖJAB – Österreichische Jungarbeiterbewegung geführt, der vor 75 Jahren gegründet wurde und heute eine der größten Heimträgerorganisationen Österreichs ist.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)