AT: Coronavirus: Weitere Maßnahmen in Niederösterreich

Niederösterreich (OTS) – ST. PÖLTEN. Stufenplan stellt das geordnete Vorgehen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus sicher: In jeder Gesundheitsregion wurde ein Klinikum zur Behandlung von COVID-19-Patienten definiert.

In Niederösterreich werden die medizinischen Planungen und strukturellen Maßnahmen im Zusammenhang mit COVID-19 tagesaktuell angepasst. Um auf Situationsveränderungen sofort und bestmöglich reagieren zu können, stimmt sich der Krisenstab der NÖ Landesgesundheitsagentur regelmäßig mit den Verantwortlichen der fünf Gesundheitsregionen ab. „Grundlage für unser koordiniertes Vorgehen ist ein definierter Stufenplan, der uns in die Lage versetzt, unsere Kapazitäten den Erfordernissen entsprechend der Infektionsentwicklung anzupassen“, sagt der Leiter des Krisenstabs und Vorstand der NÖ LGA, Konrad Kogler.

Eine der ersten Maßnahmen war die zeitgerechte Definition des Landesklinikums in Melk als jenen Standort in Niederösterreich, an dem jene positiv getesteten Erkrankten behandelt werden, die Spitalsbetreuung brauchen.

Im Hinblick auf die zu erwartende steigende Zahl an COVID-19-Fällen wurden nun in allen Regionen des Landes weitere Kliniken definiert, die in der Folge die Behandlung von COVID-19-Patienten übernehmen werden. Diese Maßnahme ist wichtiger Baustein der regionalen Planung, die die möglichst wohnortnahe Versorgung von Patienten sicherstellen soll. Nach Abwägung aller medizinischen und strukturellen Gegebenheiten fiel die Entscheidung dabei auf die Landeskliniken in Hollabrunn, Lilienfeld, Neunkirchen und Waidhofen/Thaya. Zunächst werden die LK Lilienfeld und Neunkirchen den diesbezüglichen Betrieb aufnehmen. Die anderen Kliniken folgen gemäß Kapazitätsnotwendigkeiten in den nächsten Tagen.

Die Festlegung sei in enger Abstimmung mit den jeweiligen Klinikleitungen erfolgt, betont Helmut Krenn, der als Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur einen zweiten Krisenstab führt. „Der tageweise wechselnde Einsatz unserer beiden Führungsgruppen stellt eine kontinuierliche Bereitschaft sicher“, erläutert Krenn.

Ausschlaggebend für die Auswahl der fünf zusätzlichen Klinikstandorte seien mehrere Faktoren gewesen, erklärt Markus Klamminger, Direktor für Medizin und Pflege in der NÖ LGA. „Die definierten Kliniken weisen die optimale Versorgungsgröße für diesen Einsatz auf und verfügen darüber hinaus in personeller wie struktureller Hinsicht über ausreichende Kapazitäten, auch im intensivmedizinischen Bereich, um in dieser Phase der Erfordernisse bestmöglich reagieren zu können.“

Mit Freitag, 20. März 2020, befinden sich 37 stationäre COVID-19-Patienten in Behandlung.

Insgesamt können durch eine stufenweise Erhöhung der Kapazitäten bis zu 960 Patienten in den fünf Kliniken versorgt werden.

Markus Golla
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Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)