AT: Coronavirus – Klare Regeln, Rechtsschutz und unbürokratische Lösungen für 24-Stunden-Betreuung notwendig

vidaflex-Lipinski: „Husch-Pfusch geht weiter – BetreuerInnen sind Spielball der Politik“

(C) Österreichischer Gewerkschaftsbund

Wien (OTS) – „Leider sind in den vergangenen Wochen sowohl die KollegInnen in der 24-Stunden-Betreuung als auch die Menschen, um die sie sich kümmern, zum Spielball der Politik geworden. Die häusliche Pflege und Betreuung sind ohne die tausenden 24-Stunden-BetreuerInnen nicht möglich“, sagt Christoph Lipinski, Experte für 24-Stunden-Betreuung von vidaflex, der Gewerkschaftsinitiative für EPU und Neue Selbständige. vidaflex und der rumänische Gewerkschaftsbund Bloc National Sindicat fordern, endlich diese Posse zum Wohle der BetreuerInnen und der zu betreuenden Personen abzustellen. „Es muss endlich konstruktive Gespräche zwischen der Bundesregierung und der Wirtschaftskammer mit den Interessensvertretern geben“, stellt Lipinski klar.

Laut Wirtschaftskammer werden aktuell mehr als 30.000 PersonenbetreuerInnen allein aus Rumänien gebraucht. Die Regierung hat daraufhin letzte Woche angekündigt, dass 24-Stunden-BetreuerInnen mit Sonderzügen aus Rumänien nach Österreich geholt werden sollen. „Das Problem dabei ist, dass die rumänische Regierung zu dem Zeitpunkt noch nicht eingebunden war“, so Lipinski, der das vergangenen Sonntag vom rumänischen Transportminister Lucian Bode und dem Bürgermeister von Timisoara, Nicolae Robu, während einer Politik-Sendung im rumänischen Staatsfernsehen erfahren musste.

Im Rahmen der Live-Sendung zeigte sich abermals, dass die geforderten Maßnahmen von vidaflex Gebote der Stunde sind. „So ist zum Beispiel noch immer nicht geklärt, ob die KollegInnen während der zweiwöchigen Quarantäne in Österreich bezahlt werden“, sagt vidaflex-Experte Lipinski und verweist außerdem auf die wichtige Frage der Haftung, sollte eine Betreuerin eine zu betreuende Person mit Covid-19 anstecken. „Das liegt nicht im Kompetenzbereich Rumäniens. Das heißt, die österreichische Regierung muss hier umgehend tätig werden“, betont der vidaflex-Experte. Nach österreichischem Recht kann eine Betreuerin hierfür nämlich strafrechtlich belangt werden. Um 24-Stunden-BetreuerInnen zu schützen, bietet vidaflex für ihre Mitglieder einen kostenlosen Rechtsschutz an.

Auch vom Härtefall-Fonds dürfen die 24-Stunden-BetreuerInnen nicht mehr ausgeschlossen sein. „Die Beschäftigten zahlen ja auch ihre Sozialabgaben hier. Außerdem ist es eine systemrelevante Branche“, betont Lipinski und schließt: „Ich empfinde es als zynisch und ungerecht, dass gerade jene KollegInnen, die medial nachweisbar systemrelevant für die häusliche Betreuung in unserem Land sind, von den ihnen zustehenden Hilfszahlungen ausgeschlossen werden. Von Seiten der Bundesregierung und der WKO haben wir trotz eines eingeschriebenen Briefes und diversen Aufforderungen keine Stellungnahme dazu bekommen. Wir fordern daher eine unbürokratische und vor allem gerechte Lösung für die KollegInnen.“ Das Bereitstellen von Antragsformularen in den Muttersprachen sowie die Streichung der Bedingung, ein österreichisches Bankkonto zu besitzen, müsse man hier nicht extra erwähnen.

Markus Golla
Über Markus Golla 6505 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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