AT: Community Nurse in Österreich – noch lange nicht in der Pflegepraxis angekommen

ÖGKV

Nachrichten, dass die Community Nurse in Österreich bereits umgesetzt ist, widerspricht der ÖGKV. Das Projekt entspricht nicht den Anforderungen.

Wien (OTS) – „Jüngste Meldungen, denen zu folge in Österreich bereits das Konzept der Community Nurse umgesetzt worden sein soll, sind ein weiterer Hinweis dafür, wie wenig klar die umfassenden Kompetenzen dieses Handlungsfeldes sind“, sagt Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV). Konkret greift das Projekt „Pflege-Nahrversorgung“ viel zu kurz, denn die Koordination von sozialen Unterstützungsleistungen, erbracht durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter ist lediglich ein Teilbereich.

Im Wesentlichen geht es um bedarfsorientierte pflegerische Interventionen und medizinische Routineversorgung in Kombination mit Gesundheitsangeboten und sozialen Unterstützungsleistungen vor Ort. Das Entscheidende dabei ist, dass die Betroffenen Pflegebedürftigen und chronisch Kranken sowie deren Angehörige rasch und unmittelbar Unterstützung in ihrer Alltagsbewältigung zuhause bekommen. So wird international und jedenfalls in Europa das Handlungsfeld von Community Nurses umgesetzt.

Der Bereich Sozialarbeit kann Hilfestellungen bei der Alltagsbewältigung geben, wie etwa die Begleitung beim Einkaufen, die Einbeziehung eines Tageszentrums oder bei instabilen familiären Situationen unterstützen. Gesundheits- und Krankenpflegepersonen können etwa den individuellen Pflegebedarf erheben, leiten betreuende Angehörige bei pflegerischen Interventionen an und übernehmen medizinische Routinetätigkeiten vor Ort, wie etwa Blutabnahmen, die Versorgung chronischer Wunden uvm.

„Die im Regierungsprogramm vorgesehene Implementierung von 500 Community Nurses in Gemeinden bietet durch die Nutzung fachpflegerischer Kompetenz eine wichtige Option für tatsächliche Reformen am Sektor der Versorgung chronisch Kranker und pflegebedürftiger Menschen zuhause. Dort wo Pflege-Nahrversorgung drauf steht, muss auch Pflege drin sein.

Markus Golla
Über Markus Golla 7413 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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