AT: Bundesweite Pflege-Expertenarbeitsgruppe: Niederösterreich übernimmt Vorsitz

LR Eichtinger: „Strategie fixiert, um Pflege zukunftsfit zu machen“

vlnr.: LR Dr. Martin Eichtinger (NÖ), LR Mag. Christopher Drexler (St), LH-Stv. Mag. Christian Stöckl (S), LR Mag. Christine Haberlander (OÖ), LH-Stv. Dr. Beate Prettner (K), LR Mag. Norbert Darabos (B), Ministerin Beate Hartinger-Klein, LR Ulrike Königsberger-Ludwig (NÖ), LR Dr. Christian Bernhard (V), Stadtrat Peter Hacker (W), LR Mag. Hans Peter Doskozil (B), LR Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg (T)

St. Pölten (OTS/NLK) – In der heutigen Gesundheitsreferentenkonferenz in Bad Tatzmannsdorf haben Länder, Bund und Sozialversicherung eine bundesweite Strategie zur Weiterentwicklung und Attraktivierung der Pflege beschlossen. Niederösterreich übernimmt dabei den Vorsitz für eine Experten-Arbeitsgruppe.

„Der Bedarf an Pflege steigt auf Grund der demografischen Entwicklung rasant an. Die neue Experten-Arbeitsgruppe wird sich mit der Kompetenzverteilung und den Schnittstellen zwischen den Pflegeberufen befassen. Das ist ein wesentlicher Beitrag, um den künftigen Versorgungsbedarf abzudecken“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.

Thema der Arbeitsgruppe sind Ausbildung und Kompetenzverteilung zwischen diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson, Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz. Die Arbeitsgruppe wird eine Evaluierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) vornehmen. Die Ergebnisse werden in einem Gesetzesvorschlag für die Weiterentwicklung des GuKG münden.

„Um den drohenden Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken, müssen wir Berufsrechte und Kompetenzen der Pflegeberufe schärfen, die Pflege attraktivieren und junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen. Wir sehen viel Potential bei der Pflegefachassistenz, die mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden kann, um auch in der Langzeitpflege optimal eingesetzt zu werden. Zeitgemäße Spezialausbildungen in den Bereichen Familie, Schule oder Gemeinde sichern eine individuelle und punktgenaue Pflege von Betroffenen und Unterstützung von Angehörigen“, betont Eichtinger. Ziel sei es, „die Ausbildungen und Aufgabenbereiche im Pflegebereich derart zu gestalten, dass eine optimale Pflege der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher und ein entsprechendes Karrieremodell für Pflegeberufe gegeben sind“, so der Landesrat.

Vereinbart wurden zudem Maßnahmen zur Gewinnung von Pflegepersonen durch gezielte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie Umschulung, Stipendien und Vorbereitungskurse und eine österreichweite Öffentlichkeits- und Imagekampagne.

Bis zum Jahr 2050 wird die niederösterreichische Bevölkerung von rund 1,6 Millionen Menschen auf 1,9 Millionen Menschen anwachsen. Im Jahr 2050 wird mehr als ein Drittel der Menschen in Niederösterreich (36 Prozent) über 60 Jahre alt sein, das sind rund 680.000 Menschen. Hinzu kommt, dass wir heute länger leben als die Generationen vor uns. Im Durchschnitt werden die Niederösterreicher 81 Jahre alt. Davon verbringen sie die letzten 15 Jahre leider zumeist mit einer oder mehreren Krankheiten.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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