AT: Medizinische Hilfe für Menschen ohne Versicherung auch während Corona

26. Januar 2021 | Covid19, News Österreich | 0 Kommentare

Im Vorjahr konnte das Krankenhaus der barmherzigen Brüder Wien in über 13.000 Fällen unversicherten und obdachlosen Menschen helfen – ein österreichweit einzigartiges Angebot. Die ambulanten und teils stationären Behandlungen werden durch Spenden, den sogenannten Haussammlungen finanziert.

In Österreich sind alle Menschen krankenversichert, oder? Stimmt nicht. Tausende Frauen, Männer und Kinder haben hierzulande keinen oder einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem. Obdachlose, Flüchtlinge, Asylsuchende, Suchtkranke und Mittellose. Menschen aus dem In- und Ausland, mit und ohne Versicherungsschutz. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien erhalten sie alle, ohne Unterschied und unentgeltlich, medizinische Betreuung und Medikamente. Mit Verständnis für Sprachbarrieren und der Hilfe von Dolmetscherinnen und Dolmetschern.

Der Bedarf wächst während der Corona-Krise

Mehrere tausend Patientinnen und Patienten aus über 60 Herkunftsländern haben in den letzten Jahren das niederschwellige Angebot im Wiener Ordensklinikum genutzt – und der Bedarf wächst. „Wir müssen leider feststellen, dass die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen immer größer wird, die unsere Ambulanzen aufsuchen“, so OA Dr. Hochholzer, Leiter der Armenambulanz der Barmherzigen Brüder Wien und ergänzt: „Die Coronapandemie hat dazu geführt, dass viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Mit dem Verlust der Arbeit werden viele Formalitäten notwendig, um Sozialleistungen und weiteren Versicherungsschutz zu erhalten. Manche übersehen das, wissen es nicht oder schaffen es nichts. Indem wir diese betroffenen Menschen in unseren Ambulanzen behandeln, geben wir ihnen die Chance auf eine gesündere und bessere Zukunft“.

Ohne Unterstützung schaffen wir es nicht

Die gesamte Spendensumme der Haussammlung wird für bedürftige Menschen bzw. die medizinische Behandlung eingesetzt. Das Spektrum der Behandlungen reicht dabei von der Zahnbehandlung, einfachen Routinebehandlungen, psychologischer Beratung bis hin zur aufwändigen Betreuung von Krebs-Patienten oder notwendigen Operationen. „Im Namen unserer nichtversicherten Patientinnen und Patienten danke ich allen unseren Unterstützern von Herzen und darf gleichzeitig einen Appell an alle Menschen richten – bitte denken Sie daran: Armut und Krankheit kann jeden von uns treffen – sehen wir über unseren Tellerrand und greifen wir einander helfend unter die Arme,“ sagt Frater Antonius Nguyen, Prior der Barmherzigen Brüder Wien.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)