AT: Auf Besichtigungstour in zwei Wiener Langzeiteinrichtungen

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Wenn finnische Professorinnen der Gesundheits- und Krankenpflege nach Wien kommen, um sich dort gute Langzeiteinrichtungen anzusehen, dann führt natürlich kein Weg am Kuratorium der Wiener Pensionistenwohnhäuser und am Haus der Barmherzigkeit vorbei. Kiris Leinonen und Anne Kokko der Laurea University of Applied Sciences besuchten beide Einrichtungen und waren von der dortigen hohen Qualität absolut begeistert. Unsere Redaktion durfte bei beiden Besuchen anwesend sein, um sich selbst Vorort ein Bild zu machen.

Spricht man über das Haus der Barmherzigkeit Seeböckgasse, so spricht man über eine besondere Institution, die nicht nur mit Herzlichkeit geführt wird, sondern immer am Puls der Zeit neue Maßstäbe setzt. Dies wurde bereits im letzten Jahr mit mehreren Auszeichnungen gekürt. Innovative Ansätze und Forschung gehen hier einher mit neuen Ideen und Umsetzungen, besonders im Bereich Demenz, Mundhygiene bei geriatrischen Bewohnerinnen und Bewohnern und Therapieansätze. In unterschiedlichen Räumlichkeiten werden spezielle Therapien und Pflegeoptionen angeboten, jedes Stockwerk bietet sein eigenes Ambiente und auch die verschiedenen Treffpunkte der Bewohnerschaft sind individuell eingerichtet. Bewohnervertreterinnen bringen die Wünsche und Ideen regelmäßig in diversen Sitzungen ein, die sich sehr schnell in der Umsetzung finden. Diese Qualität findet man auch in der Personalentwicklung im Haus. Pflegedirektorin Mag. Claudia Fida setzt hierbei auf engen und wertschätzenden und positiven Kontakt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bei der Besichtigung werden uns alle Pflegepersonen anerkennend vorgestellt und mit Lob über deren tollen Projekten wird nicht gespart. Die Besucherinnen aus dem Norden waren gerade durch die Vielfalt und Professionalität absolut begeistert.

Dies sollte am Nachmittag der Tour nicht anders laufen. Das Haus Döbling des Kuratoriums der Wiener Pensionistenwohnhäuser liegt in einem der schönsten Bezirke Wiens. Der innere „Marktplatz“ am Eingang des Hauses bietet den Bewohnerinnen einen wunderbaren Treffpunkt, um sich auszutauschen. Doch dies ist nur einer der vielen Orte an denen man Kontakte knüpfen kann. Der große Festsaal ist auch für ältere Menschen aus der Umgebung geöffnet, um gemeinsam wichtige Feste, Konzerte und Aktivitäten zu zelebrieren. Hier haben auch Angehörige die Möglichkeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Essen zu gehen oder einen netten Nachmittag zu verbringen. Das Konzept bindet die gesamte Umgebung des Hauses mit ein und so wird der Saal zum Grätzltreffpunkt Döblings. Wo sonst würde ein Speeddating für 60+ Jährige besser stattfinden. Auch hier wird auf den Stationen viel gelacht, die Zimmer wurden individuell eingerichtet und zeigen so die Vergangenheit der hier Wohnenden. Die Forschung kommt in dieser Institution ebenfalls nicht zu kurz. Das Forschungsprojekt „Weiche Speisen für SeniorInnen mit Kau- und Schluckstörungen“ lud am Ende des Tages zu einer Verköstigung ein, die sich absolut sehen lassen konnte. Die abschließende Frage der internationalen Gäste, ab wann es denn diese wunderbaren Speisen auch international im Vertrieb geben würde, konnte leider nicht beantwortet werden. Es bleibt somit eine Wiener Langzeitpflegespezialität, die es nur in unseren Landen gibt.

Nicht nur die Gäste, sondern auch unsere Redaktion war von beiden Besuchen vollends begeistert und man kann hoffen, dass beide Einrichtungen Maßstab für unsere Wiener Pflegelandschaft sind.

Ein Besuch im Haus der Barmherzigkeit (oben) und beim Kuratorium der Wiener Pensionistenhäuser zahlt sich aus

 

 

 

 

Markus Golla
Über Markus Golla 4349 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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