AT: Anschober zum Weltkrebstag: Als nächsten Schwerpunkt wollen wir die psychologische Begleitung von Krebspatienten verstärken

© BKA / Regina Aigner

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Ziel dieses Awareness-Tages ist, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. 2021 begeht der von der Welt-Krebsorganisation „Union for International Cancer Control (UICC)“ proklamierte Welttag sein 21.Jubiläum. Gesundheitsminister Rudi Anschober will in Zukunft einen stärkeren Fokus auf die Psychoonkologie legen.****

„Eine Krebsdiagnose stellt für die Betroffenen ein krisenhaftes Ereignis dar, das mit vielfältigen Belastungen wie körperlichen Beschwerden und Ängsten, sinkender Lebensqualität und dergleichen, einhergeht. Rund 25 bis 30 Prozent aller Krebspatienten/Krebspatientinnen entwickeln zusätzlich eine behandlungsbedürftige psychische Störung, die auch den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Situation der KrebspatientInnen besonders ernst zu nehmen, da diese zur Hochrisikogruppe im Zusammenhang mit Covid-19 gehören und dieser Umstand eine zusätzliche Belastung darstellt. Daher ist es geboten, die psychoonkologische Versorgung verstärkt in den Fokus zu nehmen“, erklärt der Gesundheitsminister.

Von Seiten des Gesundheitsressorts wurden am Gebiet der Psychoonkologie in der letzten Zeit bereits wesentliche Maßnahmen gesetzt. Es wurde eine Bestandserhebung zur psychoonkologischen Versorgung in Österreich durchgeführt, denn speziell für die Planung der psychoonkologischen Versorgung ist es notwendig, den Behandlungsbedarf sowie das tatsächliche Betreuungsangebot zu kennen. In einer weiteren Studie wurde die Versorgung mit psychosozialer Betreuung für Kinder und Jugendliche mit einer Krebserkrankung analysiert.

„Wir arbeiten auch mit vollem Einsatz an der Umsetzung des Krebsrahmenprogramms. 2021 wird ein Schwerpunkt auf Maßnahmen zur krebsspezifischen Gesundheitskompetenz gesetzt. Die Qualität von Gesundheitsinformation und –kommunikation ist enorm wichtig für persönliche Entscheidungen bezüglich der Inanspruchnahme von Vorsorge-Untersuchungen, aber auch hinsichtlich Behandlungsentscheidungen und der aktiven Mitwirkung an einer Krebstherapie“, erläutert Anschober.

Auch am Survivorship Passport wird kontinuierlich weitergearbeitet. In diesem werden – speziell bei Kindern und Jugendlichen – die onkologischen Diagnosen und Therapien zusammenfasst und auf Basis der Therapielast individuelle Nachsorgeempfehlungen festgehalten. Dadurch soll die integrierte multidisziplinäre Versorgung und Nachsorge verbessert werden, mit dem Ziel, langfristig eine bestmögliche Lebensqualität zu sichern.

Weiters wird die nationale Auskunftsstelle zu klinischen Krebsstudien, die bei der GÖG eingerichtet ist, weitergeführt und –betreut. Diese Auskunftsstelle trägt dazu bei, dass BehandlerInnen einen Überblick über laufende klinische Studien bekommen, die für ihre PatientInnen relevant sein könnten, um so den Zugang zu innovativen Therapien zu erleichtern.

„Auch, wenn Corona im Gesundheitsbereich derzeit das dominierende Thema ist: Krebserkrankungen sind für etwa ein Viertel der jährlichen Todesfälle verantwortlich. Daher braucht es Engagement und Initiative, um dazu beizutragen, diese Zahlen zu senken“, so der Gesundheitsminister abschließend.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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