AT: ANSCHOBER: Psychosoziale Versorgung schrittweise der Behandlung körperlicher Erkrankungen gleichstellen

Bundesminister Rudolf Anschober. © BKA / Christopher Dunker

Zum Welttag für psychische Gesundheit: Heuer im Zeichen von Covid-19 – Clearing-Stellen in allen Bundesländern

Wien (OTS) – „Die Corona-Krise verstärkt die psychische Belastung jener, die Unterstützung ohnehin am dringendsten benötigen – neben den Personen mit psychischen Erkrankungen als besonders vulnerable Gruppe sind auch etwa AlleinerzieherInnen, die neben dem Job auch Home Schooling leisten müssen, Mehrkindfamilien in beengten Wohnverhältnissen oder Menschen, die in prekären Arbeitssituationen sind, besonders betroffen. Denn besonders für jene Gruppen bedeutet die aktuelle Krise eine zusätzliche Verschärfung“, so Gesundheitsminister Rudi Anschober angesichts der schwerwiegenden Veränderungen unseres Alltags durch die COVID-19-Pandemie.

Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen krankheitsbedingter Beeinträchtigungen in Europa und Österreich: Jedes Jahr ist etwa ein Viertel der Bevölkerung in Österreich von einer psychischen Beeinträchtigung betroffen. Das ist auch volkswirtschaftlich bedeutsam: In den vergangenen Jahren sind sowohl Krankenstandstage als auch Ausgaben für Invaliditätspensionen und Rehabilitationsgelder aufgrund psychischer Erkrankungen stark angestiegen. Studien gingen schon vor der Corona-Pandemie von einer Unterversorgung im psychosozialen Bereich aus. Das im Regierungsprogramm formulierte Ziel eines substanziellen, stufenweisen und bedarfsorientierten Ausbaus der Sachleistungsversorgung bis 2024 ist jetzt, in Zeiten der COVID-19-Pandemie, dringlicher denn je.

Ende September hat Gesundheitsminister Anschober Entscheidungsträger und Stakeholder daher zu einem Runden Tisch geladen, um gemeinsam erste Maßnahmen zu erarbeiten und die nächsten Schritte zu planen.

Anschober: „Unser gemeinsames Ziel ist es, rasch einen niederschwelligen, qualitätsvollen und leistbaren Zugang zu psychosozialer Versorgung zu ermöglichen. Wir brauchen Gleichbehandlung – der Zugang zur psychischen Versorgung ist genauso wichtig wie jener bei körperlichen Erkrankungen. Ich halte es für entscheidend, dass wir mit allen Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beitragen. Nach einem großartigen ersten Arbeitsprozess mit allen Betroffenen starten wir jetzt den Umsetzungsprozess für die geplanten Verbesserungen: Als erster Schritt werden professionelle Clearing-Stellen in ganz Österreich kommen, die den Betroffenen den Weg zur richtigen Beratung und Behandlung weisen sollen. Als zweiter Schritt wird der Zugang zur Psychotherapie erleichtert.”

Markus Golla
Über Markus Golla 7616 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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