AT: ANSCHOBER: Gespräche mit Spitals-MitarbeiterInnen zeigen, dass die Lage in Intensivstationen eine extrem angespannte Krisensituation ist

7. Dezember 2020 | News Deutschland | 0 Kommentare

Nur durch großartigen Einsatz der MitarbeiterInnen lässt sich die starke Überlastung derzeit bewältigen

Wien (OTS) – Am heutigen Montag führte Gesundheitsminister Rudi Anschober in Linz Gespräche mit Spitalsverantwortlichen, VertreterInnen von Ärzten und Pflege aus dem intensivmedizinischen Bereich – zum Teil unter Anwesenheit der oö Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander. Dabei wurde klar dokumentiert, dass die Lage in den Intensivstationen nach wie vor eine extreme Ausnahmesituation ist: „Die Überlastung und Anspannung sind enorm, diese Stresssituation kann nicht sehr lange aufrecht bleiben. Daher müssen die Infektionszahlen und damit der Zugang zu den Spitälern massiv verringert werden. Die Spitäler brauchen eine spürbare Entlastung!“

Anschober: „Dank des großartigen Engagements der MitarbeiterInnen, für das ich mich heute bedanken konnte, schaffen die intensivmedizinischen Abteilungen genauso wie die Normalabteilungen die derzeitige einzigartige Herausforderung unter Aufgebot aller Kräfte. Aber lange lässt sich eine derartige Sondersituation nicht aufrechterhalten: bald müssen zumindest zum Teil die verschobenen Operationen nachgeholt werden, bald braucht es eine Normalisierung der Arbeitssituation für die MitarbeiterInnen, und im Jänner droht die Grippewelle mit neuen AkutpatientInnen. Die gesamte Bevölkerung muss daher wissen: die Krisensituation in den Spitälern ist trotz leichter Verringerungen der Zahlen absolut noch nicht überstanden, jeder Tag ist für die MitarbeiterInnen derzeit eine Herausforderung. Und eine neuerliche Erhöhung der Zahlen würde die Grenzen unseres hervorragenden Gesundheitssystems sprengen. Das müssen wir genau wissen und bedenken, wenn wir in den nächsten Wochen Einkäufe erledigen und die Feiertage begehen. Wir alle entscheiden, ob wir die Spitäler überfordern. Und ein Überschreiten der Leistungsgrenzen könnte jeden einzelnen von uns treffen. Gleichgültig, ob uns selbst eine Covid-Erkrankung trifft, wir an einem schweren Verkehrsunfall beteiligt sind oder eine andere schwere Erkrankung erleiden – jeder von uns kann schon morgen medizinische Akut-Hilfe benötigen. Daher mein dringender Appell: die kommenden vier Wochen sind die wichtigsten Wochen seit Beginn der Pandemie – jetzt kommt es auf jeden einzelnen von uns an, damit die aktuellen Öffnungsschritte nicht zu neuerlichen Verschärfungen der Covid-Krise führen.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)