AT: Anschober: Appell für Einigkeit beim Vorgehen gegen die schwere Pandemie

Bundesminister Rudolf Anschober. © BKA / Christopher Dunker

Wien (OTS) – „Ich kann verstehen, dass Vertreterinnen und Vertreter von Regionen, die auf der Corona-Ampel auf ‚gelb‘ gestellt wurden, davon nicht begeistert sind. Streitereien darüber versteht aber niemand. Wir brauchen Sachpolitik – auch in Wahlkampfzeiten. Nur gemeinsam schaffen wir es, Österreich weiterhin gut durch die weltweit schwerste Pandemie seit 100 Jahren zu bringen“, appelliert heute Gesundheitsminister Rudi Anschober an Opposition und betroffene Regionen.

Anschober verweist darauf, dass nur sehr wenige andere Industrieländer so wenige Todesfälle und schwere Erkrankungen durch Covid-19 zu verzeichnen haben wie Österreich. „Das sind unsere entscheidenden Ziele: möglichst wenige Todesfälle und schwere Erkrankungen durch die schwerste Pandemie seit 100 Jahren. Diese Ziele erreichen wir nur durch harte Arbeit, konsequente Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt und das Mitmachen der Bevölkerung. Gerade in den kommenden Monaten der kälteren Jahreszeit und jahreszeitbedingten Infektionen wird die Herausforderung steigen. Die Corona-Ampel wird uns dabei unterstützen“.

Die Schaltung der Corona-Ampel hat zum Start am Freitag gut funktioniert, die Durchführung einer virologischen Gesamtbewertung ist absolut richtig. Die Ampel ist aber kein statisches Projekt – sie wird weiterentwickelt. Vor allem Pendlerströme und Tourismuseffekte werden in die Bewertung schrittweise noch stärker eingebaut. Bereits kommende Woche wird die virologische Lage in ganz Österreich neuerlich gesamthaft untersucht.

„‚Grün‘“ ist positiv, aber kein Freibrief für Sorglosigkeit. ‚Gelb‘ ist keine Negativbewertung der betroffenen Region, sondern im Sinn einer Risikobeschreibung das Aufzeigen eines mittleren Risikos und das Erfordernis zusätzlicher Maßnahmen. Die Corona-Ampel ist damit ein ideales Präventionsinstrument. Daher erweitern wir die MNS-Pflicht in den betroffenen Regionen, in den Schulen ist dies mit Schulbeginn bereits verankert. Bis spätestens Freitag wird auch die Erweiterung des MNS auf den Kundinnen- und Kundenbereich von Betriebsstätten (z.B. Geschäften) rechtsverbindlich umgesetzt. Dies sollte aber möglichst bald freiwillig gelebt werden“, appelliert der Gesundheitsminister, der weiterhin den Dialog, auch mit Kritikerinnen und Kritikern, sehr intensiv halten und regelmäßig mit den Parlamentsparteien, den Gesundheitsreferentinnen und -referenten der Bundesländer und den Landeshauptleuten das Gespräch führen will.

Aktuell liegt die Zahl der aktiven Erkrankungen in Österreich nach einem deutlichen Zuwachs in den knapp zwei Wochen nach dem 10. August relativ stabil – heute bei 3.492 aktiv Erkrankten. Insgesamt wurden in Österreich bereits 1.255.825 Testungen durchgeführt. Die Zahl der Infektionen bei Reiserückkehrerinnen und -rückkehrern sinkt – die umgesetzten Gegenmaßnahmen wie verstärkte Grenzkontrollen wirken ganz offensichtlich. 2,1 Mio. gesundheitsbehördliche Grenzkontrollen wurden seit Juli durchgeführt (Danke an die vielen unterstützenden Soldatinnen und Soldaten!). Die Lage an den Grenzen war an diesem Wochenende bisher völlig ruhig.

Anschober: „Die größte Freude ist jedoch, dass die Zahl der Todesfälle (736) und der Hospitalisierungen (115 Erkrankte in Normalstationen, 28 in Intensivstationen) sehr stabil bleibt.“ Weltweit steigt die Zahl der Betroffenen weiterhin, die Zahl der Todesfälle ist auf 878.000 angewachsen. Indien, die USA und Brasilien sind weiterhin die Länder mit den größten Steigerungen. Sehr stark sind die Zuwächse auch in Lateinamerika und in Israel, ebenso wie in einigen europäischen Ländern, vor allem Spanien und Frankreich. Überdurchschnittlich sind die prozentuellen Tageszuwächse aber auch z.B. in Kroatien, Ungarn und der Slowakei – in Ungarn und der Slowakei allerdings von relativ geringem Niveau ausgehend.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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