AT. An die Zukunft denken: Kinderwunsch trotz Krebs

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Um onkologische Patientinnen zu unterstützen starten die Kinderwunschkliniken VivaNeo in Wien, Wels und Klagenfurt eine Initiative zur Erhaltung der Fruchtbarkeit

Wien (OTS) – In Österreich erkranken jährlich rund 1.000 Frauen im Alter bis 40 Jahre an Krebs. Die Krebs-Therapie kann dazu führen, dass die betroffenen Frauen auf natürlichem Wege nicht mehr schwanger werden können. Medizinische Maßnahmen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit müssen aber bereits vor der Krebsbehandlung durchgeführt werden. Um onkologische PatientInnen in dieser schwierigen Phase besser zu unterstützen, startet VivaNeo 2020 an allen drei Standorten in Österreich mit Unterstützung durch Merck, dem lebendigen Wissenschafts- und Technologieunternehmen, eine Initiative zur Fertilitätsprotektion. VivaNeo übernimmt 2/3 der Kosten für das Einfrieren von Eizellen von Krebs-PatientInnen.

Die meisten Krebserkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter betreffen Brust, Schilddrüse, Haut und Gebärmutterhals. Aggressive Behandlungsformen wie die Chemotherapie zerstören allerdings nicht nur Krebszellen, sondern auch Eizellen. Dies kann in weiterer Folge zu Unfruchtbarkeit führen. Je älter die betroffenen Frauen sind und je höher die Dosis der Chemotherapie, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Unfruchtbarkeit.

Wie auch bei älteren Frauen ist Brustkrebs bei Frauen im gebärfähigen Alter die häufigste Krebserkrankung. Da die Überlebensrate bei Brustkrebs im letzten Jahrzehnt signifikant gestiegen ist und viele junge Frauen nach der Krebstherapie Kinder bekommen möchten, sind fertilitätserhaltende Maßnahmen hier besonders wichtig. Hinsichtlich der Aufklärung kommt GynäkologInnen und OnkologInnen eine große Verantwortung zu, denn nach der meist niederschmetternden Diagnose Krebs denken die wenigsten Frauen an ihre spätere Fruchtbarkeit. „Auch wenn die Zeit drängt, ist es für Frauen mit noch nicht abgeschlossener Familienplanung wichtig, sich unmittelbar nach der Krebsdiagnose mit dem Thema Kinderwunsch auseinanderzusetzen“, erklärt Prof. Dr. Kazem Nouri, Ärztlicher Leiter von VivaNeo Österreich, „denn das Zeitfenster für Maßnahmen zur Fertilitätserhaltung ist engEntscheidet sich eine an Krebs erkrankte Frau für das Einfrieren von Eizellen, die sogenannte Kryokonservierung, dann muss so schnell wie möglich, jedenfalls noch vor der Krebstherapie, mit der Behandlung begonnen werden“, ergänzt der renommierte Reproduktionsmediziner.

Einfrieren von Eizellen im Vorfeld der Krebstherapie

Social Freezing, das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinischen Grund, ist in Österreich gesetzlich verboten. Nur bei medizinischer Indikation, und dazu gehören neben einer Krebstherapie auch eine frühzeitig erschöpfte Eizellreserve sowie schwere Formen der Endometriose, ist das Einfrieren von Eizellen möglich.

Um Krebspatientinnen zu unterstützen, startet VivaNeo in Österreich 2020 an allen drei Standorten – Wien, Wels und Klagenfurt – mit Unterstützung durch das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck – eine Initiative zum Fertilitätserhalt und übernimmt 2/3 der Kosten für das Einfrieren von Eizellen.

Prof. Dr. Kazem Nouri: „Da eine Kryokonservierung einer umfassenden und detaillierten Aufklärung über Chancen und Risiken bedarf, nehmen wir uns viel Zeit für Aufklärung. Und wir arbeiten mit den modernsten Methoden der Reproduktionsmedizin, um auch kurzfristig vor der Krebsbehandlung noch eine Eizell-Entnahme und Kryokonservierung durchführen zu können.

www.vivaneo.at

Markus Golla
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Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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