AT: Alexander Van der Bellen: Pflegekräfte leisten ungeheuer wichtige Arbeit

VdB
Bundespräsident Van der Bellen zu Besuch im Haus für Senioren der Diakonie in Salzburg

Bundespräsident würdigt bei Besuch in Pflegeeinrichtung der Diakonie Arbeit von Pflegekräften und mahnt Pflegereform ein

Bei einem Besuch im Haus für Senioren des Diakoniewerks in Salzburg zollte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Mitarbeiter:innen und allen Pflegekräften im Land Anerkennung für ihren Einsatz nicht nur während der Corona-Pandemie: „Pflegefachkräfte leisten eine ungeheuer wichtige mitmenschliche Arbeit und sorgen damit für das Wohlergehen vieler Menschen, die ansonsten alleine gelassen würden. Die Begleitung von Menschen im Alter ist oft berührend, aber manchmal auch belastend, und es ist immer enormer Einsatz gefordert. Dafür möchte ich allen Pflegekräften ganz herzlich danken.“

Pflegekräfte fordern: Es muss sich was tun bei den Rahmenbedingungen

Die Pflegekräfte berichteten dem Bundespräsidenten aus ihrem Arbeitsalltag. „Würde ich meinen Beruf nicht so sehr lieben, hätte ich sicherlich schon einen anderen ergriffen, da uns nicht nur Corona, sondern die vielen Herausforderungen im Pflegealltag fordern“, sagt Anna Hölzl, Mitarbeiterin im Haus für Senioren. „Was mich jedoch jeden Tag aufs Neue motiviert ist, dass ich ältere Menschen dabei begleiten kann, ein gutes Leben führen zu können. Wir gestalten ihr Zuhause.“

Ihre Kollegin Charity Sharon Otieno erzählt von der Begleitung von Menschen mit Demenz: „Die beste Therapie ist die Zuwendung, das ist belegt und bekannt.“ Die brauche aber Zeit – Zeit, die in den aktuellen Rahmenbedingungen nicht abgebildet sei: „Im Personalschlüssel und der damit verbundenen Pflegegeldeinstufungen muss sich etwas tun.“

Mobile Pflege: neue Klient:innen können nicht sofort betreut werden

Von Problemen im mobilen Bereich weiß Katja Sedlinger, die seit 19 Jahren in der Hauskrankenpflege zu den Menschen nach Hause fährt, zu berichten: „Wir kämpfen mit großem Personalmangel, und auf der anderen Seite erreichen uns viele Anfragen von Angehörigen nach Begleitungsmöglichkeiten. Die Pandemie hat hier ein großes Ungleichgewicht geschaffen, das nicht mehr zu bewältigen ist. Wir müssen mittlerweile Angebote reduzieren, was für uns als sozialen Dienstleister, der für Menschen da sein will, furchtbar ist mitanzusehen.“ Das sei umso tragischer, als die mobile Pflege für viele Menschen oft der einzige Kontakt sei, so Sedlinger. „Wir spüren die Alterseinsamkeit hautnah.“ Trotz aller Schwierigkeiten betont Sedlinger das Schöne an ihrem Beruf: der direkte und regelmäßige Kontakt zu den Menschen.

Pflegereform: Bundespräsident mahnt Tempo ein

Von Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser angesprochen auf die Dringlichkeit der Pflegereform, mahnte der Bundespräsident Tempo ein: „Es gibt immer wieder Themen, die immens wichtig sind und trotzdem nicht ausreichend angegangen werden. Ich denke etwa an die Klimakrise. Das gilt auch für die Pflege. Alle wissen, dass es hier steigenden Bedarf gibt. Jetzt geht es darum, konkrete und wirksame Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.“

Abschließend richtete Moser den Dank der Diakonie und ihrer Mitarbeiter:innen an den Bundespräsidenten. „Viele und schwierige Themen beschäftigen uns zurzeit: Krieg, Flucht, Teuerung. Wir sind froh, dass Sie als Bundespräsident dennoch den Blick auf die Pflege lenken“, so die Diakonie-Direktorin. „Wir dürfen die Pflegereform nicht in Vergessenheit geraten lassen. Wir müssen darauf achten, dass wir die verschiedenen Probleme in unserer Gesellschaft und die unterschiedlichen Menschen, die davon betroffen sind, nicht gegeneinander ausspielen.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)