AT: Aktionstag Gesundheit OÖ 2019 mit Besucherrekord: Diabetes, Herz-Kreislauf, Schmerz & Co. im Mittelpunkt

(C) Oberösterreichische Apothekerkammer/APA-Fotoservice/Grünwald v.l.n.r. Dr. Erwin Rebhandl, Mag.pharm. Monika Aichberger, LH-Stv. Mag. Christine Haberlander, Mag.pharm. Thomas W. Veitschegger, Mag. Kurt Rammerstorfer

Linz (OTS) – Am 25. September fand der mittlerweile 9. Aktionstag Gesundheit OÖ mit rund 30 Ausstellern statt. Es wurde über chronische Krankheiten und andere Gesundheitsthemen ausführlich informiert.

Der Aktionstag Gesundheit OÖ 2019 verzeichnete heuer einen Besucherrekord: Knapp 1.000 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher nutzten die Gelegenheit, sich bei freiem Eintritt zu dieser ganztägigen Veranstaltung über Prävention, Früherkennung, Therapie und therapiebegleitende Maßnahmen zu verschiedenen Krankheiten zu informieren. Im Mittelpunkt standen die Möglichkeit vieler kostenloser Gesundheitschecks in der Mess-Straße sowie zahlreiche interessante Vorträge mit prominenten Vertreterinnen und Vertretern der oberösterreichischen Landespolitik und führenden Gesundheitsexpertinnen und -experten. Der Aktionstag Gesundheit OÖ 2019 ist eine gemeinsame Initiative der Apothekerkammer Oberösterreich und des ORF Landesstudios Oberösterreich in Zusammenarbeit mit dem Verein AM Plus, dem Land Oberösterreich und der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse.

Der Aktionstag Gesundheit OÖ wurde von Mag. Kurt Rammerstorfer, Landesdirektor des ORF Oberösterreich, und Mag. pharm. Thomas W. Veitschegger, Präsident der Oberösterreichischen Apothekerkammer, eröffnet. „Bereits zum neunten Mal organisieren wir zusammen mit der Apothekerkammer Oberösterreich den Aktionstag Gesundheit OÖ. Um gesund zu leben, benötigt es die richtigen Informationen und professionelle Aufklärung. Genau das bekommt man beim Aktionstag Gesundheit OÖ“, sagte Rammerstorfer.

„Oberösterreichs Apotheken nehmen dank eines gut ausgebauten und flächendeckenden Netzwerks eine wichtige Rolle in der Gesundheitsversorgungskette der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher ein. Mit dem Aktionstag Gesundheit OÖ wollen wir jedes Jahr die oberösterreichische Bevölkerung niederschwellig und umfassend informieren und beraten. Damit setzen wir ein Zeichen für mehr Prävention, Früherkennung und Therapie von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-, aber auch onkologischen Erkrankungen“, betonte Thomas W. Veitschegger.

Unterstützung des Landes Oberösterreich

Auch dieses Jahr nahm Landeshauptmann-Stellvertreterin und Landesrätin für Gesundheit Mag. Christine Haberlander am Aktionstag Gesundheit OÖ teil. „Wir wissen, dass gute Prävention und Früherkennung sowie richtige Therapiemaßnahmen bei chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen wichtigen Beitrag für mehr Gesundheit und Lebensqualität der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher leisten können. Aus diesem Grund setzen wir in Oberösterreich auf Vorsorgeangebote. Dabei sind richtige Informationen und eine professionelle Beratung und Aufklärung – wie sie jedes Jahr beim Aktionstag Gesundheit OÖ stattfinden – von enormer Bedeutung“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin und Landesrätin Haberlander.

Der Obmann der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) Albert Maringer unterstrich ebenfalls die Bedeutung von Vorsorgemaßnahmen: „Es ist unser Anspruch, den Menschen nicht nur zu helfen, wenn sie krank sind, sondern auch dass sie nicht krank werden. Wir bieten Gesundheitsangebote aus einer Hand. Seien es onkologische Erkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krankheiten des Bewegungsapparats: Vorsorgeprogramme sind ein essenzieller Teil unserer Präventionsstrategie in Oberösterreich. Konkret bieten wir unter anderem erfolgreiche Bewegungs- und Ernährungsprogramme an, auch in Zusammenarbeit mit Betrieben“, so Maringer.

Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Auch für die Apothekerkammer Oberösterreich sind Prävention und Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein wichtiges Anliegen. So startete man 2017 in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie das Pilotprojekt der Gefäßaltermessung, das kürzlich abgeschlossen wurde. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden rund 11.000 Messungen in 51 oberösterreichischen Apotheken durchgeführt – ein Riesenerfolg für die Oberösterreichische Apothekerkammer. „Mit 43 Prozent sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die Todesursache Nummer eins in Oberösterreich, in rund 90 Prozent der Fälle wären diese Erkrankungen aber vermeidbar. Die Messung des Gefäßalters ist ein wichtiger Indikator für Bluthochdruck. Damit gilt diese Methode als eine der verlässlichsten, um das Risiko für schwerwiegende Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall rechtzeitig zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Dazu ist diese Methode eine sehr einfache: Binnen weniger Minuten bekommt der Kunde ein Ergebnisblatt mit dem ermittelten Gefäßalter. Wenn das Ergebnisblatt z. B. Rot anzeigt, wird zur Abklärung eine ärztliche Konsultation und eine 24-Stunden-Blutdruckmessung empfohlen“, erklärte die Vizepräsidentin der Oberösterreichischen Apothekerkammer Mag. pharm. Monika Aichberger.

Diabetes: 74.000 Betroffene in Oberösterreich

Ein Schwerpunkt-Thema des diesjährigen Aktionstags Gesundheit OÖ war Diabetes. Zurzeit gibt es rund 600.000 Menschen in Österreich, die an Diabetes leiden, davon rund 74.000 in Oberösterreich. Seit 2007 existiert in Österreich das Programm „Therapie Aktiv“, das Typ-2-DiabetikerInnen angeboten wird, um ihnen eine optimale ärztliche Betreuung zu ermöglichen. Ein Mitbegründer des Programms ist Dr. Erwin Rebhandl, Präsident des Vereins AM Plus und Allgemeinmediziner in der PVE Haslach. „Im Rahmen des ‚Therapie Aktiv‘-Programms wird eine intensivere und strukturierte Betreuung durch ‚Therapie Aktiv‘-Ärztinnen und -Ärzte angeboten. Im Programm sind regelmäßige Arztbesuche mit gezielten Untersuchungen und eine entsprechende Dokumentation inkludiert. Diese Betreuung ermöglicht langfristig eine an die Bedürfnisse und Symptome der einzelnen Patientinnen und Patienten angepasste Therapie. So kann man gemeinsam mit seiner Ärztin bzw. seinem Arzt eine optimale umfassende Betreuung und Behandlung erreichen und auch Folgeschäden wie z. B. Polyneuropathie reduzieren“, so Rebhandl.

Über Polyneuropathie sprach auch Prim. Dr. Daniela Gattringer, MSc, Vorstand des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. „Diabetes ist eine der Hauptursachen der Polyneuropathie – einer Nervenschädigung, die durch Diabetes entsteht und sich durch kribbelnde, brennende oder stechende Schmerzen vor allem in Beinen und Füßen manifestiert. Bei etwa 30 Prozent aller Diabetikerinnen und Diabetiker entstehen typische Symptome einer Polyneuropathie“, so Gattringer, die auch über einen großen Stellenwert der Bewegung in der Therapie chronischer Schmerzen sprach. „Bewegung ist bei fast allen Erkrankungen sehr hilfreich. Nicht nur bei Diabetes, sondern auch bei vielen onkologischen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist sie wirksam. Dadurch wird z. B. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert“, betonte Gattringer. In Österreich sind rund 1,5 Millionen Menschen vom chronischen Schmerz betroffen.

Mindestens 5 bis 7 Prozent der Bevölkerung leiden an Diabetes mellitus. Über den Typ-2-Diabetes sprach OA Dr. Stefan Ebner, interimistischer Leiter der Klinik für Interne II am Kepler Universitätsklinikum. „Das Übergewicht ist die Hauptursache für den Typ-2-Diabetes, daher wird diese Erkrankung oft als eine Wohlstandkrankheit bezeichnet. Diabetes ist nicht harmlos, sondern eine gemeine Erkrankung, insbesondere weil sie sich langsam entwickelt und ihre Symptome oft ziemlich spät erkannt werden. In der Regel dauert es rund fünf Jahre, bis Diabetes überhaupt erkannt wird. Hier ist es wichtig, Spätschäden von Diabetes zu reduzieren. Das wichtigste Konzept dabei ist eine nicht-medikamentöse Therapie, vor allem die Gewichtsreduktion und Bewegung“, so Ebner.

Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten

Der medizinische Fortschritt führt auch in Oberösterreich zu höheren Überlebensraten und Chronifizierung von Krebserkrankungen. Das stellt die Gesundheitsversorgung vor neue Herausforderungen. OA Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann, Leiter des Zentrums für Tumorerkrankungen am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, sprach von der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Oberösterreich. „In Oberösterreich existiert bereits eine strukturierte und interdisziplinäre Vernetzung der Fachexpertinnen und -experten im onkologischen Bereich. Durch miteinander abgestimmte Prozesse und Leitlinien erhalten onkologische Patientinnen und Patienten in Oberösterreich unabhängig von dem Spital, in welchem sie aufgenommen werden, dasselbe Therapieangebot. Genauso wichtig für uns sind optimale Schnittstellen zu den Fachexperten im extramuralen Bereich, z. B. zu Apothekern, Hausärzten und zur Hauskrankenpflege. Aus diesem Grund haben wir die Krebsakademie am Ordensklinikum Linz gegründet, die als interdisziplinäre Ausbildungsplattform speziell auf jeweilige Berufsgruppen zugeschnittene, onkologische Ausbildungsinhalte anbietet“, schilderte Weltermann.

Besucher-Magnete: Mess-Straße und Gewinnspiel

Neben informativen Vorträgen und Talk-Shows war auch dieses Jahr die interaktive Mess-Straße ein Highlight des Aktionstags Gesundheit OÖ. Die Besucherinnen und Besucher konnten dabei kostenfrei Gesundheitschecks durchführen lassen. Angeboten wurden u. a. ABI-, BIA-, Blutdruck-, Gefäßalter- sowie Cholesterin-, HbA1c- und Hämoglobin-Messung. Man konnte sich außerdem einer KHK-Risikoberechnung sowie einem Seh- und Hörtest unterziehen. Am Stand der Oberösterreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (OBGAM) konnten die Besucherinnen und Besucher anschließend ihre Ergebnisse mit einem Arzt direkt besprechen.

Ein Gewinnspiel mit zwei Verlosungsrunden und wertvollen Preisen sowie zahlreiche Beratungsgespräche und Messungen an den Ständen begleiteten auch heuer den erfolgreichen Aktionstag Gesundheit OÖ.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen