AT: AK Niederösterreich: Pflegebonus muss nachgebessert werden

11. Dezember 2022 | News Österreich

AK Niederösterreich-Präsident Wieser sieht schwere Mängel bei Umsetzung in NÖ. Fordert langfristige Gehaltserhöhungen

Die AK Niederösterreich ortet schwere Mängel bei der Umsetzung des Pflegebonus in Niederösterreich. Im Landesdienst sei nur ein Bonus von 1.600 Euro geplant – und der sei für die Betroffenen nicht langfristig gesichert, kritisiert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Die Beschäftigten in Pflegeberufen in Niederösterreich seien zurecht enttäuscht, wie der Pflegebonus im Bundesland umgesetzt wird, stellt die AK Niederösterreich fest. In Niederösterreich soll der Bonus nur 1.600 Euro brutto für die Jahre 2022 und 2023 betragen, und selbst die werden nicht allen Beschäftigten zugutekommen. Ganze Berufsgruppen sind vom Bonus ausgenommen. In den Spitälern bekommen etwa Beschäftigte in der OP-Assistenz, in der Physiotherapie oder der Diätologie den Bonus gar nicht, auch Reinigungskräfte fallen um das Geld um, ausgenommen von der Zahlung sind auch Zahnarztassistent*innen und etwa Sozialbetreuungsberufe. Außerdem ist die Auszahlung für Teilzeitkräfte fragwürdig aliquotiert. Wer an einem bestimmten Tag weniger arbeitet, bekommt auch weniger. Beschäftigte, die in Karenz sind, müssen den Bonus außerdem extra beantragen. Das benachteiligt vor allem weibliche Beschäftigte. So die aktuellen Pläne im Bundesland.

„Hier muss dringend nachgebessert werden“, fordert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Er plädiert an den Landtag, die Mängel bis zur nächsten Sitzung zu beseitigen. „Noch sind die Ausführungsbestimmungen zum Pflegebonus in der geplanten Form nicht vom Landtag beschlossen. Das steht bei der nächsten Sitzung nächste Woche am Programm. Es besteht also noch Zeit, die Probleme zu beheben.“

Langfristig fordert Wieser deutliche Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten in der Pflege. „Einmalzahlungen wie der Pflegebonus sind bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Wer sicherstellen will, dass die Gesundheitsversorgung im Bundesland nicht wegen Personalmangel gefährdet wird, muss nachhaltig sicherstellen, dass die Beschäftigten fair entlohnt werden und faire Arbeitsbedingungen haben“ und verweist auf einen aktuellen Beschluss der Vollversammlung der AK Niederösterreich, dass die noch ungewissen Finanzausgleichsverhandlungen eine nachhaltige befriedigende Regelung für alle Gesundheits- Pflege- und Betreuungsberufe beinhalten müssen.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)