AT: AK bringt sich beim Masterplan Pflege ein

AK-Präsident Josef Pesserl präsentierte mit Alexander Gratzer (Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Betreuung) bei einer Pressekonferenz die Zahlen aus der Pflege. © Temel, AK Stmk
AK-Präsident Josef Pesserl präsentierte mit Alexander Gratzer (Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Betreuung) bei einer Pressekonferenz die Zahlen aus der Pflege. © Temel, AK Stmk

Zur Zukunft der Pflege fordert die AK eine nachhaltige Finanzierung, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und einen Zugang zu guter Pflege ohne finanzielle Barrieren.

Graz (OTS) – Seit Dezember 2018 gibt es die politische Idee eines Masterplans für die Pflege. Das ist eine Chance, die zur Entlastung aller Beteiligten und zu mehr Qualität in der Pflege führen kann, sagt der steirische AK-Präsident Josef Pesserl: „Gerne beteiligt sich die Arbeiterkammer an diesem Prozess und bringt ihre Expertise ein.“ Die Arbeiterkammer steht mit ihrem Beratungs- und Serviceangebot mitten im Versorgungsdreieck zwischen Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und der professionellen Pflege.

Oberstes Ziel für die Arbeiterkammer ist, dass alle Menschen in Österreich ohne finanzielle Barrieren Zugang zu qualitätsvoller Pflege haben. „Das schließt gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten mit ein“, betont der AK-Präsident. Notwendig ist eine nachhaltige und solidarische Finanzierung der Pflege.

Zentrale Probleme

Bei den Beschäftigten in den Pflege- und Gesundheitsberufen herrscht akuter Personalnotstand – die Belastungen sind enorm. Beim Personaleinsatz in Pflegeheimen liegt die Steiermark im unteren Durchschnitt der Bundesländer. Dazu kommt ein drängender Fachkräftemangel durch zu wenige Ausbildungsplätze, sagt AK-Experte Alexander Gratzer.

80 Prozent der Pflegebedürftigen leben daheim, 40 Prozent ohne fremde Hilfe. Das Pflegegeld hat seit seiner Einführung 30 Prozent an Kaufkraft verloren. Notwendig sind auch unabhängige, regionale Beratungszentren (vergleichbar der Pflegedrehscheibe in Graz).

Ein Drittel der AK-Mitglieder (32%) sind als pflegende Angehörige mit Pflege befasst und damit zusätzlich zum Beruf belastet. Viele haben deshalb ihre Arbeitszeit reduziert. Notwendig sind eine finanzielle Absicherung und das Recht auf Pflegekarenz mit einer Rückkehrmöglichkeit in den Beruf.

www.akstmk.at/presse

Autor:in

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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