AT: 26. NPO-Kongress, „Erfolgsfaktor Mensch im digitalen Zeitalter“

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Am 23. Und 24. Oktober fand der 26. NPO-Kongress im Schloss Schönbrunn statt.

In seiner Begrüßungsrede stellte Christian Horak fest, dass dieser Kongress zum Thema „Erfolgsfaktor Mensch im digitalen Zeitalter“ Konzepte vorstellen soll um Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen aber auch einen Austausch unter den PartizipientInnen ermögliche. Interaktive Workshops und Vernetzung sowie auch der Kontakt zu Ausstellern und Best Practice Beispiele sollten die Möglichkeit bieten, von anderen zu lernen.

Svenja Hofert sprach in Ihrer Keynote vom Mindshift in die Arbeitswelt der Zukunft. Sie stellte Faktoren wie Teamwork, neue Jobs, neue Arbeitsaufgaben und die Notwendigkeit des Umdenkens (des Mindshifts) in Richtung Ausbildung neuer Perspektiven in den Mittelpunkt. Für Hofert lag eine große Priorität im optimieren der Kommunikations-Skills. Sie sprach von der Notwendigkeit des Paradigmenwechsels zur Dekonstruktion und Co-Kreation als neuer und kreativer Arbeitsprozess.

Ali Mahlodji startete die zweite Keynote des Tages mit einem Zitat von Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du in dieser Welt sehen möchtest.“ Er betonte, dass es notwendig sei im Hier und Jetzt zu leben bzw. auch zu Arbeiten, da Potentiale weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft existierten oder relevant seien, sondern nur in der Gegenwart genutzt werden könnten. Es müsse prinzipiell der Mensch in den Mittelpunkt gestellt werden, egal welchen Alters. Lebewesen bräuchten bedingungslose Akzeptanz um sich zu entwickeln und kreativ werden zu können. Diese Kreativität müsse auch belohnt werden, nicht das Einhalten von Normen. Die innere Haltung führe zum Verhalten und positive Emotionen ermöglichen Lernprozesse. So sei das Wichtigste in unserer Gesellschaft nicht das Wissen, sondern das Vertrauen und die gegenseitige Anerkennung, so Mahlodji. Sicherheit müsste der Mensch in sich selbst suchen und nicht im Äußeren. Wenn jeder sein „warum“ kenne, also den Sinn in seiner Arbeit, so würde er oder sie zum authentischen Vorbild. Die Umgebungsgestaltung müsse hinsichtlich wertschätzender Arbeitswelt erfolgen.

In den anschließenden Round Tables 1 & 2 fanden parallel Gespräche mit Rita Niedermayer, Angelika Fritz und Michael Meyer zum Thema Sicherung und Steuerung der Personalressourcen statt.

Im Round Table 2 mit Christian Horak, Thomas Gegenhuber und Wolfgang Keck zum Thema Auswirkungen der Digitalisierung auf Mensch und Organisation wurde nach einer kurzen Rekapitulation der Inhalte des letzten NPO-Kongresses von Gegenhuber drei Thesen zur digitalen Transformation aufgestellt. These 1 war das Comeback des Netzwerks als Organisationscharakter, These 2 war das Managen von Offenheit im Sinne von Partizipation, Co-Kreation und Mitbestimmung und These 3 befasste sich damit, dass nicht alles was neu sei auch besser sei. Die professionelle Autonomie müsse auch im Zeitalter der Digitalisierung erhalten werden. Keck sprach davon, dass bei aller Digitalität der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte. Achtsamkeit im Zusammenhang mit Digitalität sei angebracht – wobei Keck das Wort „Digitalisierung“ als Unwort aus linguistischer Sicht empfindet. Es brauche eine ethische Betrachtung und fixe Einbindung in ethische Guidelines.

Am Abend referierten zum Abschluss des ersten Tages Matthias Strolz und Georg Fauma.

Matthias Strolz zeigte sehr eindrucksvoll „wie er sich in bewegten Zeiten immer wieder selbst (er)findet“. Wobei er betonte, „Ehrenamtlichkeit war immer mein Turbo-booster“ – er habe immer das gemacht, was er gerne tue und dies hätte er zu Anfang immer ehrenamtlich gemacht. Er sprach vom VUKA-Mindset der heutigen Zeit (volatility, uncertainty, complexity and ambiguity) und der Notwendigkeit des Wissens über die eigene Identität (know who you are).

Georg Fauma, seinerseits Verhaltensforscher und Humanbiologe, stellte entwicklungsbiologische Zusammenhänge “vom Steinkeil zur Blockchain” her und sprach über wichtige Fakten, wie man Hierarchie in unserer Gesellschaft heute noch abbilde. Er stellte den HPM-Koeffizient (Häusl-Pro-MitarbeiterInnen) und das social credit system wie auch “tit for tat” im Sinne des Durchsetzungsvermögens durch Kooperationsbereitschaft vor. Im Anschluss war ein Get-Together zum Networking.

Der zweite Kongresstag wurde von Christian Horak mit einer kurzen Zusammenfassung des Vortags sowie einem kurzen Ausblick auf die folgenden Vorträge und Workshops eröffnet. Der erste Block brachte Erfahrungsberichte und Workshops für digitale und soziale Innovationen.

Themen wie die Nutzung und der Nutzen von Algroithmen in der Arbeit des AMS von Johannes Kopf, sowie das Ehrenamt und Digitalisierung – Chance und Bedrohung von Karl-Dieter Brückner

Karl-Dieter Brückner, Wiener Rotes Kreuz
Fotocredit: Karin Eder

sowie digitale und soziale Innovationen wurden besprochen. Nach der Kaffeepause wurde die Chancengleichheit im Zeitalter der Digitalisierung, Manuela Vollmann und“mein digitales Leben”, ein Workshop mit der Methode LEGO® SERIOUS PLAY®

LEGO® SERIOUS PLAY® Fotocredits: Alexander Eder

von Alexander N. Menches, sowie Unit4 Prevero von Kalle Malchow und weitere digitale und soziale Innovationen vorgestellt. Nach der Mittagspause wurden die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Personalbereich von Lukas Dreger und das magdas Social Business, Gabriela Sonnleitner, sowie weitere Innovationen behandelt.

Christian Horak schloss die sehr informative und gelungene Veranstaltung mit einer Kongresszusammenfassung, einem Ausblick sowie seinen zusammenfassenden Thesen, worauf es ankommen würde um erfolgreich zu bleiben.

Der 27. NPO-Kongress findet am 21.-22. Oktober 2020 statt.

Karin Eder
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Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

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