AT: 21.03.: Welt-Down-Syndrom-Tag – viel erreicht und viel zu tun!

(C) Olesia Bilkei

Österreich (OTS) – Menschen mit Down Syndrom und ihre Angehörigen und Freunde begehen am 21.3.2019 wie jedes Jahr den Welt-Down-Syndrom-Tag. Auch in Österreich wird es zahlreiche Veranstaltungen dazu geben. Menschen mit Down Syndrom nutzen diesen Tag, der seit 2006 in Anlehnung an das dreifach vorhandene Chromosom 21 immer am 21.3.2019 begangen wird, um auf sich und ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges getan hat: Menschen mit Down Syndrom sind noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie sind sichtbarer als noch vor einigen Jahren, aber eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ist noch nicht selbstverständlich.

Down Syndrom Österreich setzt sich seit über 20 Jahren für Menschen mit Down Syndrom ein. In zahlreichen Kongressen, Events und Auftritten werden Menschen mit Down Syndrom in den Fokus gerückt. Ein Austausch zu verschiedenen Themen bringt auch immer neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft. So hat sich in den Bereichen Frühförderung und schulische Inklusion schon viel getan. Eltern werden nach der Geburt eines Kindes mit Down Syndrom nicht alleine gelassen, sie erhalten sofort die notwendige Unterstützung.

Immer mehr sind Menschen mit Down Syndrom auch selbst gesellschaftspolitisch aktiv. Sie treten für sich selbst ein und formulieren ihre Wünsche und Vorstellungen von einem selbstbestimmten Leben. Hier hat auch Down Syndrom Österreich ein deutliches Zeichen gesetzt: Bei den letzten Vorstandswahlen 2018 wurden erstmals Menschen mit Down Syndrom selbst als Präsidentin bzw. Vizepräsident des Vereins gewählt. Johanna Ortmayr und Michael Sebald nehmen nun in Abstimmung mit dem Vereinsvorstand Termine in der Öffentlichkeit wahr. So war Johanna vor einigen Wochen sogar beim Bundespräsidenten! Außerdem gab es ein Interview bzw. Fotoshooting mit der Wienerin und ein Auftritt bei Barbara Stöckl. Auch Michael wurde schon zu einigen wichtigen Diskussionsrunden eingeladen. Beide möchten mit ihren Aktivitäten auf die Situation von Menschen mit Down Syndrom in Österreich aufmerksam machen. Als Botschafter in eigener Sache leisten sie wertvolle Öffentlichkeitsarbeit. Am 21.3. gibt es eine Pressekonferenz, wo sie ihre Anliegen vorbringen.

In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich bereits einiges bewegt, aber es bleibt noch viel zu tun, um Menschen mit Down Syndrom ein selbstbestimmtes, gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen. Und dafür treten die Jugendlichen und Erwachsenen selbst ein: Ihre Forderungen an die Politik und an die Gesellschaft betreffen Themen wie Versicherung, Zugang zum ersten Arbeitsmarkt, Anstellung und Gehalt statt Taschengeld, barrierefreier Zugang zu Information in Form von Leichter Sprache, selbständiges Wohnen und Unterstützung durch Freizeitassistenz. In diesen Bereichen hat Österreich noch großen Handlungsbedarf.

Der Welt-Down-Syndrom-Tag ist eine tolle Gelegenheit, die Anliegen dieser besonderen Menschen in das Bewusstsein zu rücken, aber vor allem Menschen zu feiern, die durch ihre unverwechselbare, einfühlsame und herzliche Art und Weise unsere Gesellschaft enorm bereichern.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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