AT: 20 Jahre Sprunggelenkersatz: Künstlicher „Schrittmacher“ nach Maß

Die Experten für Fußchirurgie an der Privatklinik Confraternität feierten 20 Jahre Sprunggelenks-Endoprothetik: Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Trnka, Dr. Karl-Heinz Kristen, Priv.-Doz. Dr. Peter Bock und OA Dr. Michael Chraim (v.l.n.r.).

2001 implantierte Prof. Hans-Jörg Trnka sein erstes künstliches Sprunggelenk. 20 Jahre und zahlreiche Operationen später hat die Sprunggelenk-Endoprothetik enorme Fortschritte gemacht.

Die 46-jährige Frau, der Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Trnka vor zwei Jahrzehnten das erste künstliche Sprunggelenk implantierte, litt unter massiven Schmerzen im Sprunggelenk und starken Bewegungseinschränkungen. Ein mehrere Jahre zuvor erlittener Knöchelbruch hatte zur posttraumatischen Arthrose ihres Sprunggelenks geführt. Wie bei dieser Patientin entsteht eine Arthrose des oberen Sprunggelenks häufig infolge einer schon Jahre zurückliegenden Verletzung, zum Beispiel nach einem Bandschaden oder einem Sprunggelenkbruch.

Premiere mit Langzeiterfolg

Wenn eine fortschreitende Sprunggelenkarthrose zu schweren Knorpelschäden mit starken Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit führt, ist eine Sprunggelenkprothese neben einer Arthrodese (Gelenkversteifung) das Mittel der Wahl. „Vor 20 Jahren waren die Implantate und Instrumente natürlich noch nicht so ausgereift wie heute. Dennoch kann man den Einsatz meiner ersten Sprunggelenk-Endoprothese durchaus als Erfolgsgeschichte bezeichnen“, betont der Leiter des Fußzentrums an der Privatklinik Confraternität. Hans-Jörg Trnka zählt zu den Pionieren dieses Eingriffs in Österreich. „Das künstliche Sprunggelenk der heute 66-jährigen Patientin ist nach wie vor intakt und ermöglicht ihr auch noch zwei Jahrzehnte später die uneingeschränkte und vor allem schmerzfreie Beweglichkeit sowie ein sportlich aktives Leben„, freut sich der Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. Einzig der Kunststoffkern, der sich zwischen den Metallteilen befindet, wurde vor sechs Jahren in einem kleinen Eingriff ausgetauscht.

Individuelles Gelenk aus dem 3D-Drucker

Die Sprunggelenk-Endoprothetik habe in den letzten zwei Jahrzehnten enorme Fortschritte erzielt. „Künstliche Sprunggelenke der neuen Generation sind maßgefertigt, durch hochedle Materialien lange haltbar und weisen eine gute Gewebeverträglichkeit auf„, erklärt Fußexperte Trnka. Mittels Computertomographie ermitteln die Spezialisten des Fußzentrums die wirkliche Form der Knochenoberfläche am Sprunggelenk. Basierend darauf wird die gewünschte Position der Prothese festgelegt und dann ein individueller Schnittblock aus dem 3D-Drucker erstellt. So kann auch bei schwierigen Knochenverhältnissen die Planung praktisch perfekt umgesetzt werden. Die Prothese sitzt dadurch besser und gewährleistet einen natürlichen Bewegungsablauf. Während Patient*innen früher 10 bis 14 Tage in der Klinik bleiben mussten, reicht nun ein dreitägiger stationärer Aufenthalt aus. Sechs Wochen lang wird bei normaler Belastung ein spezieller Stiefel getragen, der die Wunde schützt und die Bewegung kontrolliert. Nach Physiotherapie und Reha sollte wieder sportliche Betätigung wie Wandern, Nordic Walking und leichtes Tennisspielen möglich sein.

Gelenkversteifung als Alternative

Bei allen Vorteilen des künstlichen Sprunggelenks: Manchmal sprechen medizinische Gründe dagegen – etwa eine zu weit fortgeschrittene Arthrose, stark geminderte Knochenqualität, Durchblutungsstörungen oder chronische Infektionen im Fußgelenk. In diesen Fällen setzen Hans-Jörg Trnka und sein Team auf die Gelenkversteifung (Arthrodese). Das Gleiche gilt für jüngere Personen: Denn auch bei einer langen Haltbarkeit von 15 bis 20 Jahren stelle sich bei dieser Patientengruppe die Frage, „was danach kommt, wenn die Prothese nicht mehr hält“. Die Arthrodese gilt als probate Methode, um Patient*innen von ihren unerträglichen Schmerzen zu befreien und den Gelenken Belastbarkeit und Stabilität zurückzugeben. Das Gelenk wird in jener Position fixiert, in welcher es möglich ist, später wieder schmerzfrei abrollen zu können. Außerdem übernehmen benachbarte Gelenke einen Teil der Bewegung des oberen Sprunggelenks.

Füße in erfahrenen Händen

Hans-Jörg Trnka gründete das Zentrum für Fußchirurgie 2004 gemeinsam mit Dr. Karl-Heinz Kristen, ebenfalls Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. Seit 2006 ergänzen sie das medizinische Angebot der Privatklinik Confraternität. Mit über 500 Fußoperationen pro Jahr hat sich das Zentrum als Anlaufstelle für Menschen mit akuten oder chronischen Beschwerden an Vorfuß und Rückfuß sowie bei Beinfehlstellungen und Sportverletzungen etabliert. Gemeinsam mit den beiden Fachkollegen Priv.-Doz. Dr. Peter Bock und OA Dr. Michael Chraim decken die Experten den gesamten Bereich der Fußchirurgie ab. Aus Trnkas 20-jähriger Forschungstätigkeit resultieren etwa 100 Publikationen in medizinischen Fachzeitschriften zu jeglicher Erkrankung am Fuß. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sorgen für die Patientenbehandlung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Mehr dazu.

Privatklinik Confraternität

Die Privatklinik Confraternität, ein Betrieb der PremiQaMed Group, bietet moderne Medizin und kompetente Pflege in familiärer Atmosphäre. Das breite medizinische Leistungsspektrum steht allen Patienten ambulant, tagesklinisch oder stationär zur Verfügung. Neben dem Fokus auf Männergesundheit haben sich folgende Schwerpunkte etabliert: Vorsorgemedizin, Behandlung von Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates (Orthopädie, Sport-, Gelenk und Fußchirurgie), Onkologie, Kardiologie, Chirurgie und Augenheilkunde.

PremiQaMed Group

Die PremiQaMed Group ist ein führender Betreiber privater Gesundheitsbetriebe in Österreich und eine 100-prozentige Tochter der UNIQA Österreich Versicherungen AG. Rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Unternehmensverbund tätig. Zur Unternehmensgruppe gehören die Privatklinik Döbling, das Ambulatorium Döbling und die Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz in Wien, die Privatklinik Wehrle-Diakonissen in Salzburg sowie die Privatklinik Graz Ragnitz. Im Rahmen von Private-Public-Partnership (PPP)-Modellen mit der SVS betreibt die PremiQaMed Group das auf Rehabilitationsmedizin spezialisierte Klinikum Malcherhof Baden sowie das Gesundheitszentrum für Selbständige in Wien.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)