AT: 14. ÖZIV-Medienpreis für herausragende Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen

12. November 2020 | News Österreich | 0 Kommentare

Zum mittlerweile 14. Mal verleiht der ÖZIV Bundesverband in diesem Jahr den ÖZIV Medienpreis. Die heurigen Preise gehen an Ernst Schwarz (ORF) und Simone Fürnschuß (Vorarlberger Straßenzeitung). Anerkennungspreise gehen an Doris Becker-Machreich und Fanny Stapf.

Seit dem Jahr 2006 prämiert der ÖZIV jedes Jahr herausragende Beispiele für die Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen. Es wird jeweils ein Preis in der Kategorie Print (oder Artikel in Online-Zeitungen) und in der Kategorie Elektronische Medien (Radio oder TV) vergeben.

Unterstützt wurde der ÖZIV dabei wie auch in den vergangenen Jahren vom ÖJC (Österreichischer Journalisten Club) und einer prominent besetzten Jury. Unter dem Vorsitz des ÖJC-Präsidenten Prof. Fred Turnheim bewertete die Jury die rund 40 eingereichten Beiträge. Heuer bestand die Jury weiters aus Beate Firlinger (freie Journalistin), Herbert Gartner (Kurier), Prof. Claus Reitan (www.barrierefreiemedien.at), Manfred Fischer (freier Journalist) und Hansjörg Nagelschmidt (ÖZIV Öffentlichkeitsarbeit). Johann Kneihs (ORF – Ö1), der kurzfristig verhindert war, hatte schriftlich seine Bewertungen eingebracht. Die Jurysitzung war wegen der Corona-Situation virtuell abgehalten worden. Der Lockdown 2 hat nun eine persönliche Übergabe der Preise ebenfalls vereitelt, wird aber jedenfalls nachgeholt, sobald es die Pandemie erlaubt.

In der Kategorie „Print“ wurde Simone Fürnschuß für ihren Artikel „Taub und nicht stumm“ in der Vorarlberger Straßenzeitung mit dem ÖZIV-Medienpreis ausgezeichnet. Ihr Portrait einer gehörlosen Frau wurde von der Jury als „exzellent recherchiert“ und „einfühlsam, aber auf Augenhöhe“ mit Lob bedacht.

Ernst Schwarz holte sich den Preis in der Kategorie „elektronische Medien“ für seine 15-teilige Sendereihe „Ziemlich bestes Team“ (in 2 Staffeln), die im Rahmen der ORF-Sendung „konkret“ ausgestrahlt wurde. Die Serie zeige anschaulich und abwechslungsreich und mit hoher journalistischer Qualität, mit welchen Hürden Menschen mit Behinderungen bei der Jobsuche konfrontiert sind, so der einhellige Tenor der Jury.

Dass die Jury auch zwei Anerkennungspreise vergab, unterstreicht die qualitative Dichte der eingereichten Beiträge. Sonderpreise gehen an die ORF-Mitarbeiterin Fanny Stapf, die mit ihrem TV-Beitrag „Bahnfahren mit dem Rollstuhl“ einen erfrischenden und auch filmisch modernen Zugang zum Thema fand, sowie an Doris Becker-Machreich für mehrere im Magazin „VALID“ erschienene Artikel, die die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen sehr gut abbilden.

Die Idee hinter dem ÖZIV-Medienpreis ist es, einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung zur Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien zu leisten. Die diesjährigen Preisträger*innen haben eindrucksvoll vorgezeigt, wie qualitätsvolle und exzellent umgesetzte Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen aussehen soll.“ erklärt ÖZIV-Präsident Herbert Pichler.

Fred Turnheim, Präsident des ÖJC (Österreichischer Journalisten Club), betonte die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem ÖZIV und dem ÖJC seit nunmehr 14 Jahren und ergänzt: „Gerade wir Journalist*innen müssen darauf achten, dass Menschen mit Behinderungen weder als Helden noch als Opfer dargestellt werden. Die heurigen Sieger-Beiträge sind hervorragende Beispiele für Berichterstattung auf Augenhöhe und fördern so die immer notwendiger werdende Solidarität.

Über den ÖZIV Bundesverband

Der ÖZIV ist ein seit 1962 tätiger Behindertenverein, dessen Mitgliedsorganisationen selbständige Vereine in den einzelnen Bundesländern sind. Der in Wien angesiedelte Bundesverband versteht sich als Interessenvertretung, die auch inklusive Angebote im Sinne der UN-Konvention umsetzt. Die rund 22.000 Mitglieder werden von Landes- und Bezirksorganisationen betreut, welche je nach regionalem Bedarf unterschiedliche Angebote haben. Der ÖZIV-Bundesverband setzt sich mit seinen Angeboten SUPPORT Coaching, Arbeitsassistenz und ACCESS für eine inklusive Gesellschaft ein. Diese Unterstützungsleistungen sollen die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderungen nachhaltig verbessern.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)