AT: 100.000 UserInnen informierten sich im Web: www.meineprostata.at

Von oben links im Uhrzeigersinn: Klingler, Eisenmenger, Shariat, Madersbacher

Zwischenstand im Aktionsmonat für Männergesundheit „Movember“

Wien (pts/12.11.2019/09:00) Seit einem Jahr ist das Informationsportal http://www.meineprostata.at online, eine Website für Betroffene, Angehörige und Interessierte, die mehr zum Thema Prostata erfahren wollen.

Die österreichische Plattform zur Prostata-Gesundheit bietet Wissenswertes über das Organ Prostata, seine verschiedenen Erkrankungen sowie die wichtigsten Untersuchungen bei Verdacht auf Prostatakrebs. Weiters werden alle Optionen für Therapie und Rehabilitation übersichtlich und auch für medizinische Laien gut verständlich dargestellt. Namhafte Experten nehmen zu zentralen Fragen rund um die Prostata Stellung. Der Serviceteil liefert u.a. hilfreiche Adressen, z.B. von Selbsthilfe Prostatakrebs, ÖGU und ÖGMuG.

Zwischenstand im Movember, dem Aktionsmonat für Männergesundheit: Die Akzeptanz des Portals ist hoch – bereits 100.000 UserInnen wurden verzeichnet.

Beste Chancen durch Frühdiagnose und maßgeschneiderte Therapie

Prostatakrebs ist in Österreich nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die besten Heilungsaussichten bestehen bei frühzeitiger Diagnose. Daher rät die Österreichische Gesellschaft für Urologie (ÖGU) Männern ab dem 45. Lebensjahr sich gut zu informieren und die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchung zu nutzen.

Prim. Prof. Dr. H. Christoph Klingler, Vorstand der Urologischen Abteilungen im Wilhelminenspital und Krankenhaus Hietzing, Präsident der ÖGU: Hohe Langzeitüberlebensraten

„Laut Statistik Austria erkranken in Österreich jährlich rund 5.000 Männer an Prostatakrebs. Das relative Überleben ab Diagnosestellung liegt nach einem Jahr bei 96 Prozent, nach fünf Jahren bei 92 Prozent und nach zehn Jahren bei rund 35 Priozent. Der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung eines Prostatakarzinoms ist das Alter. Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Neuerkrankungsrate stetig und ab dem 60. Lebensjahr steil an. Nach einem Gipfel bei den 70- bis 79-Jährigen fällt sie wieder ab. Aufklärung und – damit verbunden – rechtzeitiger Therapiebeginn sind wichtig. Daher ist die Plattform ‚Meine Prostata‘ sehr zu begrüßen.“

Prof. Dr. Michael Eisenmenger, Facharzt für Urologie und Andrologie, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Mann und Gesundheit (ÖGMG): Empfehlung zur Vorsorgeuntersuchung

„Zahlreiche internationale urologische Fachgesellschaften empfehlen in ihren Leitlinien für Männer ab dem 45. Lebensjahr eine Vorsorgeuntersuchung. Bei Vorliegen einer familiären Vorgeschichte – das heißt, Vater und/oder Bruder sind an Prostatakrebs erkrankt – bereits mit 40 Jahren. Sie umfasst das Abtasten der Prostata (digitale rektale Untersuchung), eine Blutabnahme zur Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA), eine Harnuntersuchung sowie den Ultraschall von Niere und Unterbauch. Der PSA-Test ist derzeit die einzige Möglichkeit, um Prostatakrebs in einem frühen, noch heilbaren Stadium zu diagnostizieren. Männer ab 45 sollten über die Möglichkeit dieser Vorsorgeuntersuchung mittels eines Informationsschreibens aufgeklärt werden!“

Prim. Univ.-Prof. Dr. Stephan Madersbacher, Vorstand der Abteilung für Urologie und Andrologie im SMZ Süd/Kaiser-Franz-Josef-Spital: Im Krankheitsfall – breite Palette an Therapieoptionen

„Im Frühstadium des Prostatakrebses stehen drei anerkannte Strategien zur Auswahl. Bei sogenannten Niedrigrisikokarzinomen mit einer bestimmten Befundkonstellation ist kontrolliertes Beobachten eine gut vertretbare und von allen Leitlinien empfohlene Option. Dabei werden engmaschige Kontrolluntersuchungen durchgeführt, jedoch bis auf weiteres keine aktive Therapien angewendet. Bei Tumoren mit hohem Risiko kommen die chirurgische Prostataentfernung (radikale Prostatektomie) oder eine Strahlentherapie (mit anschließender begleitender Hormontherapie) zum Einsatz. Bei einem nicht mehr heilbarem Prostatakarzinom wird die konventionelle Antihormontherapie meist von Beginn an mit anderen Behandlungen wie Chemotherapie, modernen zielgerichteten oder neuen Hormontherapeutika kombiniert. Sogenannten kastrationsresistenten Patienten, die nicht mehr auf herkömmliche Hormontherapie ansprechen, können heute bereits relativ gut individualisiert weitere Optionen angeboten werden.“

Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie, MedUni Wien/AKH Wien: Verlaufsprognosen durch genetische Analyse

„Ein vielversprechendes Forschungsgebiet sind genetische Analysen auf bestimmte Mutationen des Prostatakarzinoms. Damit läßt sich die Aggressivität des Tumors frühzeitig abschätzen. Die Identifizierung einer Mutation ermöglicht den Einsatz gezielter Therapien und erhöht damit die Erfolgsrate bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit. Zudem kann das gesamte familiäre Umfeld gezielt durchleuchtet und festgestellt werden, ob andere Angehörige ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen. Aktuell stehen verschiedene Tests zur genetischen Analyse zur Verfügung.“

Weitere Infos: http://www.meineprostata.at

Karin Eder
Über Karin Eder 540 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen