Asthma: Variablen sagen Therapieerfolg vorher

Spritze: Therapie gegen Asthma hilft nicht allen (Foto: pixelio.de/Bernd Kasper)
Spritze: Therapie gegen Asthma hilft nicht allen (Foto: pixelio.de/Bernd Kasper)

346 erwachsene Personen genau untersucht – Nicht alle Patienten sprechen auf Kortikosteroide an

Pittsburgh (pte/21.02.2019/06:00) Mittels eines Dutzends klinischer Variablen wird es in Zukunft möglich sein, vorherzusagen, welche Patienten mit schwerem Asthma von einer Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden profitieren und welche nur an schweren Nebenwirkungen leiden werden. Forscher der Carnegie Mellon University http://cmu.eduund des University of Pittsburgh Asthma Institute http://asthmainstitute.pitt.edu haben dafür mithilfe von maschinellen Lernverfahren ein Dutzend klinische Variablen entwickelt. 

Risiko besser abschätzen

Laut Studienautorin Wei Wu verfügen Ärzte derzeit zwar schon über einige Hinweise darauf, welche Patienten auf Injektionen oder Tabletten am besten ansprechen. Werden die neuen Variablen jedoch mittels einer Software ausgewertet, ist eine deutlich genauere Vorhersage möglich. Laut Wu werden bei einem Ausbleiben einer großen Verbesserung nach der ersten Behandlung von Ärzten höhere Dosierungen angewendet. „Gehört ein Patient nicht zu jenen, die auf diese Behandlung ansprechen, verschlimmern sich dadurch nur die Nebenwirkungen.“

Mittels eines Maschinenlernalgorithmus haben die Forscher 100 Variablen für jeden der 346 erwachsenen Patienten des „Severe Asthma Research Program“ überprüft. Der von Wu und Seojin Bang entwickelte Algorithmus erkennt Muster in großen Mengen komplexer klinischer Daten. So ließen sich die Patienten in vier Untergruppen aufteilen. Dazu gehörten auch zwei für schwere Asthmatiker – eine, die auf die Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden ansprach und eine, bei der das nicht der Fall war.

Immer mehr Asthma-Fälle

Von den 100 ursprünglichen Variablen wurden in der Folge zwölf entscheidende identifiziert. Dazu gehörten das Alter beim Auftreten der Krankheit, Gewicht, Rasse und die Ergebnisse eines Fragebogens zur Lebensqualität. Die Verarbeitung dieser Daten durch eine App ermöglichte eine sehr genaue Kategorisierung der Patienten. Zur Überprüfung wurden diese Variablen an 182 SARP-Patienten getestet, die nicht Teil der ursprünglichen Analyse waren. Die Variablen lieferten auch hier zuverlässige Ergebnisse.

Für die Studie wurde nur die Verabreichung von Kortikosteroiden als Tablette oder Injektion, aber nicht die weitverbreiteten Inhalatoren berücksichtigt. Laut Wenzel sind hier jedoch Überschneidungen wahrscheinlich. Von Asthma ist rund einer von zwölf US-Amerikanern betroffen. Die Zahl der Erkrankungen nimmt weiter zu. Diese lebenslange Erkrankung führt zu Keuchen, Atemlosigkeit, Engegefühl in der Brust und Husten. Laut Wenzel litten viele Patienten unter schweren Nebenwirkungen dieser Medikamente. Dazu gehören Gewichtszunahme, extreme Gefühlszustände, Schlaflosigkeit, Glaukome und eine Verdünnung der Haut. Details wurden im „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ veröffentlicht.

Autor:in

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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