Alzheimer: Augen liefern erste Anhaltspunkte

Studie weist signifikanten Zusammenhang bei drei Erkrankungen nach

(C) Ocskay Mark

Seattle (pte017/08.08.2018/10:30) – Alzheimer ist schwer zu diagnostizieren und zu behandeln. Forscher der University of Washington School of Medicine http://uwmedicine.org haben jetzt mit dem Auge ein neues Screening-Werkzeug gefunden. Eine Studie mit 3.877 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Patienten ergab einen signifikanten Zusammenhang bei drei degenerativen Augenerkrankungen: altersabhängiger Makuladegeneration (AMD), diabetischer Retinopathie und Grünem Star.

Damit steht Ärzten eine neue Möglichkeit zur Identifizierung von Personen zur Verfügung, die über ein erhöhtes Erkrankungsrisiko verfügen. Laut Forschungsleiterin Cecilia Lee bedeutet dieser Zusammenhang allerdings nicht, dass Patienten mit diesen Augenerkrankungen auch Alzheimer bekommen werden. „Die Hauptbotschaft dieser Studie ist, dass Augenärzte sich des erhöhten Demenzrisikos bei Patienten mit diesen Augenerkrankungen bewusst sein und Hausärzte sorgfältiger auf Symptome wie Gedächtnisverlust achten sollten“, so die Wissenschaftlerin.

Risiko bis zu 50 Prozent erhöht

Die Studienteilnehmer waren über 65 Jahre alt und litten zu Beginn der Studie nicht an Alzheimer. Sie waren Teil der Adult Changes in Thought-Studie, die 1994 von Eric Larson begonnen wurde. Innerhalb der Fünf-Jahres-Studie wurden 792 Alzheimer-Erkrankungen diagnostiziert. Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration (AMD), diabetischer Retinopathie oder Glaukomen verfügten über ein um 40 bis 50 Prozent erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken als vergleichbare Personen ohne diese Erkrankungen. Ein Grauer Star erwies sich dabei nicht als Risikofaktor für Alzheimer. Laut Paul Crane bestätigten die in „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlichten Forschungsergebnisse einen klaren Zusammenhang: „Über das Auge können wir tatsächlich etwas über das Gehirn erfahren“.

Neuer Forschungsansatz

Weltweit sind mehr als 46 Mio. ältere Erwachsene von einer Demenz betroffen. 2050 soll die Anzahl der Erkrankungen bereits bei 131,5 Mio. liegen. Bei Alzheimer handelt es sich um die häufigste Demenzerkrankung. Das Identifizieren von Risikofaktoren kann ein frühes Erkennen und präventive Maßnahmen ermöglichen. Laut Lee dürfte alles, was im Auge geschieht, in einem Zusammenhang zu dem stehen, was im Gehirn passiert. Mögliche Verbindungen müssten jedoch erst genauer erforscht werden. Ihrem Kollegen Larson zufolge hat sich die Forschung jahrelang auf die Amyloidablagerungen im Gehirn konzentriert. „Das hat den Patienten aber nicht sehr viel gebracht. Diese Studie weist den Weg in einen neuen Bereich“, ist der Experte überzeugt.

Markus Golla
Über Markus Golla 3551 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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